Vanille
Valuta 680
delsplätze am stillen Meere, mit 50,000 Einw.,sehr lebhaftem und großartigem, meist von Nord-amerikanern, Engländern, Deutschen und Fran-zosen betriebenem Handel. Der Hafen dieser Stadtist der wichtigste des Landes, obgleich er keineswegssicher und besonders den winterlichen Nordstürmenausgesetzt ist. In der neueren Zeit hat er durch dieEinrichtung der Dampfschifffahrt längs der West-küste Amerikas und durch den Zug der Reisendenund Waaren nach Californien noch mehr an Bedeu-tung und Lebhaftigkeit gewonnen. Die Stadt bestehteigentlich aus einer einzigen Straße auf der kaum200 Fuß breiten Userebene; die übrigen Häuser lie-gen an den Felsen und in den Schluchten zerstreut.Sie ist von nackten Felsen und dürren Sandflächenumgeben und von der Landseite her sehr unzugäng-lich, daher sie oft Mangel an Holz und Wasser leidet.Die wichtigsten Handelsanstalten bestehen in einerActienbank, welche Noten ausgibt und deren einge-zahltes Kapital 500,000 Pesos beträgt, in einerBörse, Schiffswerften, einem Handelsgericht, einerGesellschaft für den Guanohandel, großen Transit-magazinen, Dampfschifffahrts- und Assekuranzgesell-schasten. — Im Jahre 1819 war die Zahl der Ein-wohner noch nicht auf 5000 angewachsen und dieStadt wenig mehr als ein großes Dorf. Bon demAugenblicke an, wo Chili seine Unabhängigkeit ver-langte, hob sich Valparaiso schnell und ist fortwäh-rend im Aufschwung begriffen.
Rechnung, Münzen, Maße ».Gewichte,s. C h i l i.
Valuta heißt eigentlich der Werth oder Geldbe-trag einer Sache, namentlich einer Schuldforderung,eines Wechsels (s. d.). Dann heißt es auch, be-sonders bei den Wechseln, so viel als Währung,d. h. die Geldsorte, in welcher die Wechselsumme aus-gedrückt ist und bezahlt werden soll, und bei denWechselcoursen die beiden Währungen, welche beijedem Course in Betracht kommen, nämlich die deseigenen und die des fremden Platzes. Man unter-scheidet hierbei die feste und die veränderlicheValuta (s. Cours).
Valvationsgewicht, s. Münzgewicht.
Valviren oder evalViren heißt würdigen,schätzen, den Werth bestimmen, besonders von Mün-zen; daher Valvation, die gesetzliche Bestimmungdes Werths, namentlich ausländischer Münzen undValvationstabelle, das von der Regierungöffentlich bekannt gemachte Verzeichniß des Werthes,zu welchem fremde Münzen oder auch ältere Münzendes eigenen Staates in den Landescassen angenom-men werden sollen. Oft bedient man sich dafürauch der Ausdrücke Tarif und tarifiren.
Vandiemensland, Vandiemensinsel oderTasmanien, große Insel, der Südostspitze vonNeuholland gegenüber und von dieser durch die etwa30 Meilen breite Baßstraße getrennt, ist 1064IH Meilen groß und hat über 90,000 europäischeEinwohner; die Ureinwohner sind sämmtlich nachder benachbarten Flindersinsel gebracht worden. DieInsel ist besonders im Osten gebirgig, mit steilenFelsenküsten, gegen Westen und Norden sich ver-flachend, aber überall sehr fruchtbar, mit schönenWaldungen, üppigen Weiden, und gut bewässertdurch die Flüsse Tamar, Derwent u. a. DasKlima ist mild und angenehm, aber nicht so warmals in Neuholland, daher Südfrüchte nicht gedeihen;sonst erzeugt die Insel die nämlichen Produkte, hataber eine üppigere und frischere Vegetation als der
Continent. Europäische Getreidearten, Garten-gewächse und Hausthiere, besonders Schafe, gedeihenvortrefflich und haben sich zum Theil veredelt; auchwird hin und wieder guter Wein erbaut. Die Küstensiud reich an Robben und das Meer an Wallfischen;es gibt ganze Berge von Eisenerz, auch finden sichKupfer, Steinkohlen, Krystall, Karneole, Kalk undAlaun. Die Ausfuhr besteht hauptsächlich in Wolle,Pökelfleisch, eingesalzenen Hammelkeulen und Zun-gen, Rindshäuten, Talg, Seehundöfellen, Thran,Weizen, Nutzholz rc. — Die Hauptstadt Hobbart-town oder Hobartou am Derwent, hat 20,000Einw., einen vortrefflichen Hafen, ist regelmäßigund geschmackvoll gebaut, sehr gewerbthätig und hatbesonders Tuchweberei, Brauereien und Brenne-reien, Bruchdruckereien, mehrere Banken, Dampfeschifffahrt nach Sidney und sehr lebhaften Handel.P ort D a l r y m p le an der Nordküste an der Mün-dung des Tamar, hat einen sehr guten Hasen.Georgetown mit 4500 Einw. und Launces-town mit 10,000 Einw., beide am Tamar, mitlebhaftem Handel. Elizabethtown ohnweitHobarton. Port Macquarie an der Westküste,wo sich reiche Steinkohlenlager befinden.
Geldwährung, Maße und Gewichte,s. Neuholland.
Vanille, Banilla, Baniglia, SiliquaeVanillae, sind die schotenartigen Samenkapselnvon Vanilla aromatica und einigen anderen Artendieser Gattung, eines kletternden'Schmarotzerstrau-ches, welcher wie der Epheu mit den Ranken Wur-zeln in Bäume rc. schlägt, mit großen weißen, außengrünen, sehr wohlriechenden Blüthen, der in feuchtenGebirgswäldern von Mittel - und Südamerika, be-sonders von Mexiko wächst und auch häufig kultivirtwird. Man unterscheidet hauptsächlich 3 Artendieser Pflanze, deren Schoten sich hauptsächlichdurch die Länge unterscheiden und von denen dielängsten geruchlos sind. Die in den Handel kom-menden Samenkapseln sind 6—12 Zoll lang, 2—6Linien dick, fast gerade, an der Spitze oft hakenförmiggebogen, fettig anzufühlen, der Länge nach fein ge-runzelt, die besseren Sorten dunkelbraun, die gerin-geren gelblichbraun von Farbe, und mit vielen klei-nen schwarzen, glänzenden Samenkörnern in einemdicken, weichen, öligen, braunschwarzen Mark ge-füllt; der Geschmack ist süßlich gewürzhaft, der Ge-ruch angenehm aromatisch, balsamisch, dem Peru-balsam ähnlich, aber lieblicher. Gute Waare über-zieht sich auf dem Lager gewöhnlich mit feinen weißenKrystallnadeln von Beuzoesäure und ist dann beson-ders geschätzt; sie heißt dann Vanille givree. Siewird in Bündeln von 50 Stück versendet und ist inder Regel um so besser, je mehr ein solches Bündelwiegt. Die beste Sorte heißt Vanilla Leg oder Ley,die in Mexiko kultivirt wird; sie hat dunkelbraune,lange, dünne, kräftige Schoten und das Bündelwiegt über 10, von der feinsten Waare 16 Loth unddarüber, ist 6 "lang, 3—4'" breit, an der Basisgekrümmt. Geringer ist die Bova - Vanille,ebenfalls aus Mexiko, deren Schoten kürzer unddicker, mit größeren Samenkörnern und einemschmierigen Marke gefüllt sind und einen wenigerstarken und feinen Geruch haben, als jene. Sima-rona-Vanille, von einer wild wachsenden Art,ist noch geringer; sie hat gelbbraune, inwendigtrockne und fast geruchlose Schoten, die sich nicht MitKrystallen überziehen. Außerdem kommen noch ju*weilen einige geringe Nebensorten vor, nämlich-