Vantmil
681
Venedig
^aguayra - Vanille oder Vanillon, über1 Zoll breite, an beiden Enden etwas zugespitzte,Ichwarze, fettig glänzende, schwach riechende Scho-ten; brasilianische, nur etwa 4 Zoll lange,dreikantige, schwarzbraune, glanzlose Schoten vonsehr schwachem Geruch. — Gute Vanille muß bieg-sam und glänzend, nicht trocken und brüchig sein;auch muß man darauf sehen, daß die Schoten in denBündeln gleich lang sind, denn oft sind kürzere undgeringere mit hineingepackt. Die Vanille wird vorder Reife abgepflückt, denn wenn sie zu reif sind,springen die Schoten auf und verlieren den aroma-tischen Saft, welcher an der Luft sich verdickt undVanillabalsam liefert, der aber nicht zu uns kommt.Gespaltene Schoten und solche, aus denen ein Theildes Markes genommen ist, haben geringeren Werth,doch werden die Oeffnuugen verklebt öder zugenähtund so oft unter gute Waare gemischt. Zuweilen istden Schoten auch schon das feinste Aroma durchWeingeist entzogen. Um geringerer Waare ein besse-res Ansehen und stärkeren Geruch zu geben, bestreichtMan sie zuweilen mit Mandelöl, dem etwas Peru-balsam zugesetzt ist. — Alan braucht die Vanillehauptsächlich als Gewürz zu Chokolade, Likör, Eis,Thee, Cvnditoreiwaaren rc.; in der Medizin nur sel-ten. Man muß sie ganz trocken, am besten in sorg-sältig verschlossenen Blechkästen aufbewahren. DerPreis ist großen Schwankungen unterworfen; besteWaare hat in Hamburg schon 180 Mk. Bco. pr. Pfd.gekostet, seit einigen Jahren kostet sie nur 40—50Mark; geringere ist bedeutend billiger. Die Vanilleenthält verschiedenartigen Extractivstoff, Gummi,Zucker, Benzvesäure, Amylum, fettes und ätherischesDel. Man hat auch die Laguayra-Vanilleuiit Zucker, Sirup überzogen in den Handel ge-bracht.
Vanteml, ein rother Champagnerwein 3. Classeaus der Gegend von Epernay.
^Vara, Elleumaß in Spanien, Portugal undZüdamerika.
Varahun, ein malabarisches Gewicht auf dervstindischeu Insel Coromandel.
Varee, s. Soda.
Barinas-Canaster, s. Tabak.
Varney, ein rother, leichler, sehr angenehmerWein aus der Gegend von Bar le Duc im franz.Depart. der Riaas.
Varoilles, ein vorzüglicher rother Burgunder-wein aus der Gegend von Chambolle im Depart.Coted'or.
Varrains, ein dunkelrother, dicker Wein, sehredel und von gutem Geschmack, aus dem Depart.Alaine und Loire, der erst nach 4—5 Jahren gutwird.
Vaschrein, s. Käse.
Vat, Faß, ein Flüssigkeitsmaß in den Nieder-landen --- 1 Hektoliter.
Vaucouleurs, ein rother Wein von gutem Ge-ichmack, Körper u. ziemlichem Geist, der den Trans-hort sehr gut verträgt, aus dem Bezirk Commercy>iii Depart. der Maas. ■
Vaux heißt ein rother Champagnerwein 2. Classe,aus dem Depart. Obermarne, und auch ein rotherBurgunderwein 3. Classe aus der Gegend von Ava-* cn im Depart. Nonne.
_ Veerken, ein Getreidemaß in der oldenbnrgischenHerrschaft Jever.
Veerp, s. Vierdup.
Vegetabilischer Mohr, s. Meereich e.
Vehe, s. Eichhornfelle.
Veilchenblumen, IToros Violarum oda-ratarum, die blauen, wohlriechenden Blumen desMärzveilchens, von süßlich-schleimigem Geschmack,wurden sonst als harntreibendes Mittel gebraucht;jetzt benutzt man sie zur Bereitung des Veilchen-lirups, indem man sie frisch mit Wasser digerirtund dieses mit Zucker einkocht. Er wird gegenHusten und bösen Hals kleiner Kinder und auch alsReagens auf Säuren und Alkalien benutzt. Auchmit Essig läßt man sie eine Zeitlang digeriren undes gibt dann den sehr wohlschmeckenden Veilchen-essig.
Veilchenholz, Violetholz, chinesischesHolz, ein schönes festes Holz von violetter oderröthlicher Farbe, gefleckt und glänzend, das eine vor-treffliche Politur annimmt und aus Guyana kommt.
Veilchenwurzel, s. Violenwurzel.
Velin. s. Pergament.
Velins nennt man in Frankreich die feinenAlen<;ouer Spitzen, weil man sie aus Pergamentauszunähen pflegt.
Vellutini werden in Italien die leichten dünnenSammete genannt.
Velours, s. Sammet.
Velours ä'lltrookl, f. Plüsch.
Velpel oder Felbel heißt ein Plüschartiger Zeug,aber mit längerem Haar, dessen Grundkette gewöhn-lich von Baumwolle und der Flor von Seide ist undden man zürn Ueberziehen der Mannshttte, zu Da-menhüten, zu Mützen, Kragen rc. braucht. Amwichtigsten sind die schwarzen, zuweilen auch weißenoder gelblichen, seidenen Hntvelpel zu den Manns-hüten, die jetzt fast allgemein getragen werden. Manverfertigt sie hauptsächlich in Frankreich, jetzt aberauch eben so schön in Kreseld und in Zweibrücken.Zu anderen Zwecken wird der Velpel häufig gepreßt,so daß er entweder Muster bekommt, oder denschwarzen Baranken ähnlich wird. Seit einigerZeit werden in Frankreich auch sehr schöne, lang-haarige seidene Velpel verfertigt, mit denen mauverschiedenes feines Pelzwerk, wie Marder, Chin-chilla rc. nachahntt und die zum Besetzen von Win-terkleidern und Mänteln der Damen gebrauchtwerden.
Volte, ehemaliges französisches Flüssigkeitsmaß.
Veltliner, ein sehr guter, dunkelrother Weinvon süßem, aber etwas strengem, eigenthümlichemGeschmack, welcher in dem, zur Lombardei gehören-den Veltlin gewonnen wird. Auch ein ähnlicherWein aus dem beuachbarten Kanton Graubündenkommt unter diesem Namen in den Handel.
Velvcret, Velvet, Velveteen, s. Man-ch e st e r.
Vendres, ein rother Langnedocwein 3. Classe,aus dem Bezirk Bcziers im Depart. Herault.
Venedig, Hauptstadt des vcuctianischen König-reichs und der gleichnamigen Provinz, mit 120,000Einw., einstens Sitz der größten und berühmtestenitalienischen Republik, und während des Zeitraumsvon mehreren Jahrhunderten erste Handelö- undSeestadt Europas, um nicht zu sagen der ganzenWelt. Diese, vermöge ihrer geographischen Laste,ihrer eigenthümlichen Bauart, ihrer Kuustschätzeund historiscl en Monumente bewunderungswürdigeStadt, liegt am äußersten Ende des adriatischenMeeres, Trieft beinahe gegenüber, umgeben vonseinen berühmten Lagunen, fast eben so weit vomMeere als vom festen Lande entfernt. 72, durch