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Zweiter Band.
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Vereinigte Staaten von Nordamerika 695 Vereinigte Staaten von Nordamerika

amerikanischen Union, welcher den südwestlichstenTheil ihres Gebiets bildet, liegt zwischen Jndiana,Arkansas, Louisiana, dem mexikanischen Meerbusenund Mexiko. Gegen dieses Land bildet der Riogrande del Norte, gegen Louisiana der Sabineund gegen Jndiana der Redriver und der Ar-kansas die Grenze. Es umfaßt einen Flächenraumvon 11,164 sHMeilen mit über 600,000 Einw.Außer den genannten Grenzflüssen sind der Riod e l a s N u e c e s, der C o l o r a d o mit dem Salado,der Brazos, Trinidad und der Naches diebedeutendsten. Das Küstenland ist eine ange-schwemmte, theils sandige, größtentheils aber frucht-bare Marsch mit vielen Lagunen, Sandbänken, In-seln und Landzungen, und hat außer den Flußmün-dungen wenig bequeme Hafenplätze. Weiter einwärtsfolgt ein fruchtbares, hügeliges Weideland, voll Ge-hölz und Quellen, und der übrige, größtentheilsunbekannte und nur von wilden Jndianerstämmenbewohnte Theil besteht aus Gebirgen und Hoch-ebenen, die aber größtentheils gut bewässert, wald-reich und fruchtbar sein, auch Metalle enthaltensollen. Im Küstenlande, das ein heißes, feuchtesund ungesundes Klima hat, gedeiht Reis, Baum-wolle, Zuckerrohr, Indigo, Tabak, Mais rc., undes würden selbst Produkte der Tropengegenden, wieKaffee, Vanille, Cochenille rc. erbaut werden kön-nen ; gewiß ist, daß der Landbau und die Viehzucht(Rindvieh und Pferde) schon in einer bedeutendenAusdehnung betrieben werden. Eisen, Steinkohlenund Salz finden sich im Ueberfluß. Auch vermehrtsich die Kultur fortwährend, und es entstehen überallDörfer und Städte. Von diesen sind die bedeu-tendsten: Austin am Colorado, jetzige Hauptstadt;früher war es Houston am Buffalo. Gal-v e st o n auf einer 7 Meilen langen und s / 4 Mei-len breiten Insel vor der gleichnamigen Bai,schnell aufblühende Stadt, die schon durch Dampf-schiffe mit Neuorleans u. a. Häfen in regel-mäßigem Verkehr steht. Matagorda an derMündung des Colorado, lebhafte Seestadt. SänAntonio deBexar, Gonzalez undNocog-doches, alte spanische Städte. St. Felipe deAustin und Washington am Brazos. Libertyam Trinidad. Neu-Braunfels, deutsche Co-lonie u. a.

Oregon, am stillen Meere und an der Nordseitedes schon in Bd. I. S. 274 beschriebenen StaatesCalifornien und des Utah-Gebietes, im Nordenhauptsächlich durch den Columbiastrom vorn jetzigenGebiete Washington getrennt. Als Staat ist Oregonerst im Jahre 1856 in die Union aufgenommen wor-den und es umfaßt derselbe 4481 ,□ Meilen mit53,000 Einw. Das Land ist waldreich, erzeugt Gold,hat aber wenig Ackerbau. — Die Hauptstadt istSalem, neu angelegte Stadt am Willamette.

Columbia, der sogenannte Bundesdistrikt, bil-det keinen eigenen Ttaat, sondern steht unmittelbarunter dem Congresse, indem er die BundesstadtWashington mit einem Gebiet von 2Vs HHMeilenund 76,000 Einw. enthält. Er liegt zwischen Mary-land und Virginien, wird vom Po towm ak durch-stoßen und außerhalb der Stadt wird Weizen,Mais, etwas Wein, Seide und Tabak erbaut undViehzucht getrieben. — Die Stadt Washingtonam Potowmak hat 62,000 Einw. und einige Fabri-ken von Baumwollen - und Wollenwaaren, Eisen-gießereien, Gerbereien und Schiffswerfre. Auchdesitzt sie mehrere Banken, darunter die Unions-

bank, und einen schönen Hafen, aber der Handel istnicht bedeutend. Sie ist übrigens schön gebaut, hat100 — 150 Fuß breite Straßen, große öffentlichePlätze und prachtvolle Gebäude, darunter das Ka-pital, in welchem der Congreß seine Sitzungen hält,der Palast des Präsidenten und der Ministerien, dieSchatzkammer, das Postgebäude rc. sich besondersauszeichnen. Außerdem die Stadt Georgetownam Potowmak, mit mehreren Banken, Schiffbauund blühendem Handel.

Die 8Territorien sind: Neu-Mexiko, Colo-rado, Utah, Jdaho, Dakota, Nebraska,Washington und Arizona.*)

Geldwährung. Man rechnet in den Ver-einigten Staaten nach Dollars oder Piastern zu100 Cents; auch wird der Dollar in 10 Dimesä 10 Cents a 10 Mills getheilt. Die Valuta ist eineGoldwährung. Da der Eagle von 10 Dollars 000Tausendtheile fein und 258 Troy-Grän schwer ist,demnach 232Vs Tr. Gr. fein Gold enthält, so istder Dollar — 23, 22 Tr. Gr. oder 1,50*33 Grammfein Gold — 0, 4r)ül6 3 neue deutsche Kronen -----

1 Thlr. 19 Grot Bremer Goldwährung — 4 Schil-linge 1,433 Pence Sterl. in England — 5 Franken181/4 Cent. französ. Goldwährung. Die deutscheKrone zu 9y e Thlr. preuß. angenommen, so istferner 1 Gold - Dollar

— 1 Thlr. 11 Sgr. 4y 2 Pf. preuß. Währung,

— 2 Fl. 24 5 / c Kr. südd. Währung,

— 2 Fl. 6 8 / 9 Kr. österr. Währung.

Vor dem Juni 1853 war die Valuta gesetzlich eineSilberwährung.

Münzen. A. In Golde: Eagle (Adler, zu10 Dollars, 900 Tausendth. fein, 16,7,» Grammschwer, im Werthe von 1,50*63 deutsche Kronen.Halber Eagle zu 5 Dollars und Viertel - Eagle zu2y 2 Dollars und 1 Dollarstücke, die jetzt nicht mebrgeprägt werden; seit 1849 Doppel-Eagte zu 20 Dol-lars, und seit 1853 Stücke zu 3 Dollars, sämmtlichnach Verhältniß. Für Californien werden aus-gemünzt: fünffache Eagles zu 50 Dollars und neun-fache Eagles zu 90 Dollars nach Verdältniß. —11. In Silber: Dollar im Werthe von 1 Thlr.13 Sgr. 3,3 Pf. preuß ----- 2 Fl. 31% Kr. südd. =

2 Fl. 16Vo Nkr. österr., 900 Tausendth. fein und26,7 29 5 Gramm schwer. Halbe Dollar zu 50 Cents,900 Tausendth. fein, 12,44, Gr. schwer. Viertel-Dollar, Dime zu 10 Cents und halbe Dime zu5 Cents nach Verhältniß. Seit 1851 auch Stückezu 3 Cents, 750 Tausendth. fein und 0,»<i2 Gr.schwer. — C. In Bronze: Stücke zu 1 Cent.Vor 1860 dieselben Stücke aus Kupfer. — Privats-münzstätten, die Goldmünzen in Stücken zu 25,20, 10, 5 und 2*/» Dollars prägen, bestehen in Ca-lifornien , Nordcarolina, Utah rc.

Papiergeld. Dasselbe besteht in den Noten derverschiedenen Banken, deren Anzahl sehr groß ist,da jede Privatperson oder Gesellschaft unter gewissen

*) Der Landstrich Arizo na ist 1863 zum Vcreiniglen-Staaten - Territorium erhoben worden. Die,es neue Ter-ritorium grenzt östlich an Nenmeriko, nördlich an Iltab undNevada, westlich an Californien und ,üdlich an den mexi-kanischen Staat Sonor». Die Ausdehnung dieser wahr-scheinlich mineralreichsten Region^der Vereinigten Staatenbeträgt 1614 ^Meilen. Außer silbermincn, sehr gewich-tigen Dueckstlbcrlagerungcn ist Blei und Kupfer in Arizonagefunden worden. — Tncson, die Hauptanstedclunq liegtl» dem südlichen Theile des Territoriums, nur 20g Äicilenin gerader Richtung, von dem merikanischen Seehafen Liber-tad, am Golf von Californien.