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Zweiter Band.
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Weihrauch

Handlungen erlauben, welche sich bereits in einermißlichen Lage befinden und auf solidem Wege nichtmehr im Stande sind, ihren Kredit aufrecht zu er-halten. Sie besteht darin, daß Jemand in langerSicht auf ein auswärtiges Haus, mit dem er ein-verstanden ist und das sich oft in ähnlicher Lage be-findet, trassirt und sich vor Verfall seiner Trattedurch Abgabe neuer Wechsel auf das uämliche oderauf ein drittes Haus die Mittel zur Deckung desersten verschafft, oder auch den Bezogenen wieder inlanger Sicht auf sich trassiren läßt. Dieses Spiel,welches mau auch Tirailliren nennt, wird oft insehr complicirter Art und zwischen mehreren Häusernauf verschiedenen Plätzen getrieben, muß aber fastimmer zum endlichen Ruin führen, da die Verbind-lichkeiten, welche die Interessenten sich dadurch auf-laden, durch die Kosten und Coursverluste immer-fort wachsen und sie in der Regel, wenn sie sich ein-mal darin verwickelt haben, nicht wieder zurücktretenkönnen, ohne vollständig zu brechen.

Wechselschuldner heißt Derjenige, der gegenAusstellung eines Wechsels eine Schuld contrahirthat, und im Wechsclgeschäft Der, welcher durchdasselbe zur Bezahlung der Wechselsumme verpflich-tet ist.

Wechselscontro, s. Buchhaltung.

Wechselsensal, s. Mäkler.

Wechselstempel ist eine Stempelsteuer, mit wel-cher in den meisten Ländern die Wechsel belegt sindund deren Höhe verschieden ist. Die Umgehungdieser Gebühr stellt zwar die Gültigkeit des Wechselsnicht in Frage, allein der Schuldige verfällt in einenicht unbedeutende Geldstrafe. In England jedochhat sie die Nichtigkeit des Wechsels zur Folge.

Wechselstrenge, s. Wechselrecht.

Wechselusanzen , Wechfelgebräuche sindstillschweigend oder in Folge von Verabredungeneingeführte Gewohnheiten oder Gebräuche in Wech-selangelegeuheiten.

Wechselverjährung, s. Verjährung.

Wechselzahlung, s. Wechselgeld.

Wechsler, Wechselhändler, s. Bankier.

Wedgewood, s. Steingut.

Wedro, Flüssigkeitsmaß in Rußland, s. d.

Weedasche, s. Porasche.

Wegbeeren, s. Kreuzbeeren.

Wegdorn, glatter, s. Faulbaum.

Wegerich oder Wegebreit, großer undmittler, Plantago major und media, be-kannte, überall an Wegen, auf Wiesen rc. wachsendePflanzen, deren Wurzel und Blätter eine gelindabstringirende Kraft haben und daher zuweilen inder Medizin gebraucht werden. Die frischen Blät-ter, eiförmig, glatt, gestielt und dunkelgrün, undder daraus gepreßte Saft werden auch äußerlich alsWundmittel, gegen alte Geschwüre, Bienenstiche rc.angewendet. Der Weißwegerich, Plantago me-dia hat oval lanzettförmige, weißwollichre, fünf-ribbige Blätter und cylindrische Blumenähren.

Wegsenf oder Hederich, Sis^mbriumofficinale , eine überall auf Schutthaufen,Mauern, au Wegen rc. wachsende Pflanze, mit auf-rechtem, ästigem, 1—2 Fuß hohem Stengel, mitWechselsweise stehenden Blättern, die in gelappteund gezahnte Querstücke zertheilt sind und frischkressenartigen, beißenden Geschmack haben, kleinengelben Blüthen und 2 fächerigen Schoten. Mansammelt hier und da das Kraut, Ilerba Prvsimi,früher auch den Samen und bereitete sonst auch

Conserve und Sirup daraus, welche gegen Heiser-keit der Sänger gebraucht wurden, daher es inFrankreich auch Herds aux chantres genannt wirv.Wegwart, s. Eichorie.

Weiberkrieg, s. Hauhechel.Weichmanganerz, s. Braunstein.

Weichselrohr, s. Mahalebkirschbaum. ,

Weide, 8alix, eine aus vielen Arten, theilsSträuchern, theils Bäumen, bestehende Pflanzen-gattung. Das weiße, weiche u. leichte Holz mancherArten wird zu verschiedenen Geräthschaften und be-sonders die Zweige zu Korbmacherarbeiten benutzt,namentlich von der Korb-, Band- oder Fischer-weide, Salix viminalis , einem 8—16 Fuß hohenStrauche mit langen, schmalen, unten weißseiden-haarigen Blättern. Auch die Zweige der weißenBaum-, Bitter-, Gerber- oder Kopfweide,8. alba, eines 60 —80 Fuß hoch werdende» Bau-mes, der aber gewöhnlich alle 3 — 5 Jahre geköpftwird, werden dazu verwendet. Mit der Rinde derletzter» wird das dänische Handschuhleder gegerbt,die mit Alaun eingekochte Brühe derselben gibt einebraune Malerfarbe und aus den Blüthenkätzchengewinnt man durch Destillation ein angenehmriechendes Wasser. Von mehreren Arten, nament-lich von Salix fragilis , Bruch-, Knick- oderFieberweide, aber auch von 8. alba, pentandra,vitellina u. a. wird auch die bitterlich zusammen-ziehend schmeckende Rinde der 2—3 jährigen Zweige,Cortex Salieis, als tonisches, stärkendes, adstringl-rendeö Mittel und als Surrogat der China inner-lich und äußerlich gebraucht; die beste ist von 8-pentandra, Lorbeerweide, und wird deshalb auchwohl als Oortex Salieis laureae verschrieben, sie lstjedoch seltener; man nimmt daher gewöhnlich ,dieRinde von 2 —3jährigen Zweigen der Bruchwcide-Ferner bereitet man Weidenrindenextract und Sa-licin (). b.) daraus. Man findet in ihr nochTannin, Wachs, Gummi, grüne, fettige Mate-rie u. s. w. Der Eptract ist sehr zusammenziehend-bitter, schwarzbraun, zweiter Consistenz.

Weidenschwamm, Pol^porus suaveO'leas, ein au Weidenstämmeu wachsender, gewölb-ter, halbkreisförmiger, weißer, mit zartem Filz be-deckter, unten mit der Zeit braun werdender PilZvon anis- und veilchcnartigem Geruch und bitter-lichem, etwas schleimigem Geschmack. Er wird zu^weilen gegen die Lungensucht gebraucht und deshalbhier und da unter dem Namen Fungus Salieis Mden Apotheken geführt.

Weihrauch, Gummi Olibani, 0 libavusUoder Thus, das Gummiharz eines besonders lNOstindien wachsenden Baumes, Boswellia serrata,aus dessen Rinde es schwitzt; doch soll es nach «n^deren Angaben auch von einigen in Aegypten »nvAethiopien wachsenden Wachholderarten, luniporu^lycia und thurifera, kommen. Es besteht aus rund^ltchen, durchscheinenden, trocknen, spröden, gewöhn^lich mit weißem Staube bedeckten Stücken odeThränen von der Größe einer Bohne bis zu heeiner Wallnuß; die beste Sorte ist weiß,oder gelblich von Farbe; die geringeren sind röthModer braun, unrein, mit Holzstückchen vermengt ungewöhnlich zu großen Klumpen zusammengeklebtEs schmeckt scharf bitterlich und riecht, besondersi amglühenden Kohlen verbrannt, angenehm gewürzhas,weshalb es besonders zu Räncherpulver benutzwird. Er brennt mit weißer Flamme und entystein ätherisches Oel, welches durch Destillation e '