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Zweiter Band.
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Wcimuthskiefer

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Wein

ten, Spritzenschläuche, Kölnisches Wasser k. ver-fertigt. Ein bedeutender Wollmarkt wird gegenMitte Juni abgehalten. — In den Coursen richtetman sich nach Berlin und Leipzig.

Weimuthskiefer, s. Weym'uthskiefer.

Wein ist bekanntlich der gegohrene Saft der' Früchte des Weinstocks. Diese Pflanze, deren Vater-land wahrscheinlich das mittle Asien ist, gedeiht ambesten zwischen 32 und 50° nördlicher Breite; erwird zwar, besonders in Deutschland, auch weiternördlich erbaut, hält aber unbedeckt die Winterkältenicht immer aus und gibt nur ein geringeres Ge-tränk. Uebrigens wird sein Anbau nur in der altenWelt in bedeutender Ausdehnung und am stärkstenin Europa getrieben; in Nordamerika scheint er we-niger gut zu gedeihen, obgleich er dort in vielen Ge-genden wild wächst. Durch Klima, Boden, Lageund Kultur sind eine große Menge Varietäten des-selben entstanden, die sich besonders durch die Farbeund Gestalt der Trauben unterscheiden und vondenen meist in jedem Lande oder in jeder Gegendeinige vorzugsweis angepflanzt werden; auch wer-den mehrere derselben in der Regel nicht zur Wein-bereitung, sondern zum Rohesseu, als Tafelobst, zurVersendung im frischen Zustande oder getrocknet, alsRosinen rc. verwendet. Eine Aufzählung der ein-zelnen Sorten würde uns zu weit führen und auchfür unseren Zweck ohne Nutzen sein. Nach der Farbeder Trauben zerfallen sie in 3Hauptclassen: blaue,gewöhnlich rothe genannt; g r ü u l i ch e oder weiße,und hellrothe m verschiedenen Nuancen. DieFarbe liegt hauptsächlich in den Hülsen der Beerenund um daher wirklich rothen Wein zu erhalten,muß man den Saft beim Keltern auf den Tresternetwas gähren lassen, damit er durch den Farbestoffderselben gefärbt wird, denn sonst geben die blauenTrauben nur einen blaßrothen oder bräunlichen,oder selbst einen ganz weißen Wein. Oft wird derrothe Wein auch noch durch Zusatz von Heidelbeer-saft, getrockneten schwarzen Malvenblüthen und an-dere Ingredienzen dunkler gefärbt. Die grünlichenund gelblichen Trauben geben den weißen oderblanken Wein, welcher in der Regel hellgelb odergrünlich von Farbe ist; die höhere goldgelbe Farbewird ihm meist durch gebrannten Zucker gegeben.Die Qualität des Weines hängt hauptsächlich vondem Klima, dem Boden und der Lage ab. Je wärmerdas Klima ist, desto stärker ist im Allgemeinen derWein; auf Kalk - und Kreideboden wird er besser alsauf anderem; am besten aber auf verwitterter Lavaund auf einem mit verwitterter Erde bedecktenSchiefer; in einer hohen Lage wird der Wein in derRegel mild und etwas leichter, im Thale schwererund etwas saurer, und eine gegen Mittag geneigteLage ist wegen der größeren Wärme vortheilhafter,als wenn sie gegen Mitternacht geneigt ist, weshalbman auch besonders in nördlichen Ländern nur an 1den südlichen und westlichen Abhängen der AnhöhenWeinpflanzungen anlegt. — Um guten Wein zu er-halten, ist es hauptsächlich nöthig, die Trauben nichteher einzusammeln oder zu lesen, als bis der Zeit-punkt ihrer höchsten Reife eingetreten ist, weil sie ;dann die größte Menge von Zuckerstoff enthalten. 1Die Zeit der völligen Reife ist verschieden und hängtvon Klima, Lage, Boden und Witterung, sowie auchvon der Weinsorte ab. Die gewöhnliche Zeit ist gegenEnde October oder Anfang November, und es istin der Regel für die Güte des Weines sehr Vortheil-haft, wenn die Weinlese oder das Herbsten so spät

1 als möglich geschieht, wobei selbst ein leichter Frostden Trauben nicht schadet. Das Lesen muß womög-i lich an trocknen Tagen geschehen, indem bei feuchter! Witterung zwar etwas mehr Wein gewonnen wird,i dieser aber bedeutend schwächer ist. Ebenso müssen,um einen guten Wein zu gewinnen, die noch nicht

> ganz reifen und die faulen Trauben abgesondert! werden, weshalb man an manchen Orten zu ver-' schiedeuen Malen liest und zuweilen auch die einzel-

> neu unreifen und faulen Beeren von den Trauhen! entfernt. Das Verfahren beim Lesen sowohl als beij der Bereitung des Weines weicht in den verschie-! denen Ländern mehr oder weniger von einander ab;

! im Allgemeinen ist darüber Folgendes zu sagen.

Die abgeschnittenen Trauben werden zerquetscht(gemostelt), indem man sie in hölzernen Büttenentweder mit den Füßen zertritt oder mit einer^ hölzernen Keule (dem Most er), oder auch ver-I mittelst einer Traubenmühle zerdrückt. Das Zer-! treten geschieht an einigen Orten mit bloßen Füßen,i gewöhnlich aber werden hölzerne Schuhe oder auch. besondere Stiefeln angezogen. Zuweilen werden diej Beeren vorher von den Stielen lKämmen oder! Trappen) getrennt, weil diese dem Weine einen! herben Geschmack mittheilen, und der so gewonnene! Wein wird auch Beer wein genannt; in manchenj Fällen ist es jedoch sogar besser, die Kämme mit den! Trauben auszupressen, indem die Gährung dadurchbefördert und ein haltbarer und kräftiger Wein er-zeugt wird. Das Abbeeren geschieht entweder un-mittelbar mit den Händen, oder indem man die; Trauben auf einem Geflecht von Weiden oder auf: einem Gitter von Holz - oder Messingstäben, welcheoben scharfe Kanten haben, dem Traube nras-pel, abreibt, ober indem man sie mit einer ArtGabel in der Bütte umrührt und dadurch abreißt.Die Gefäße, in denen die Beeren zertreten oder zer-drückt werden, haben zuweilen einen durchlöchertenBoden, durch den der flüssige Saft zum Theil ab-fließt, und dann wird nur das Zurückbleibende indie Presse gebracht; zuweilen geschieht dies jedoch mitder ganzen Masse, welche in der Presse gekeltertwird. Der Saft, welcher beim bloßen Zerquetschender Trauben abfließt, gibt besseren Wein als derausgepreßte, und von diesem ist der zuerst ab-fließende süßer und besser als der durch das ver-stärkte Pressen gewonnene, weshalb man auch 9^wöhnlich Vorwein, Preßweiu und Trester-wein, oder Wein vom ersten, zweiten unddritten Druck unterscheidet. Zuweilen wird aufden gepreßten Rückstand heißes oder kaltes Wassergegossen und dann nochmals gepreßt. Der aus-gepreßte Saft der Weintrauben heißt Most; er un-terscheidet sich besonders dadurch von dem Weine,daß er nichts Geistiges enthält und daher nicht be-rauscht , wohl aber Zucker, der später erst durch dreGährung in Weingeist verwandelt wird. Außer denübrigen Bestandtheilen des Weines, namentlichWasser, Farbestoff, einige riechende Atome, verscbs^dene Säuren, Salze rc. enthält er auch noch dre-jenigeu, die sich bei der Gährung als Hefe nieder-schlagen. Guter Most ist etwas klebrig, schwer undsüß; sein spezifisches Gewicht fällt zwischen 1,o->s1, 105 . Er ist im Allgemeinen um so schwerer, je mehrZuckerstoff darin enthalten ist, und deshalb wird derschwerere für besser gehalten als der leichtere,die übrigen Bestandtheile auch Einfluß auf die Gutehaben. Durch Einsieden wird der Most haltbare^gemacht und zugleich süßer, weshalb man ihn zu*