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Zweiter Band.
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Weinrebe,itünlter

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Wein stein saure

Wasser gekocht, oder länger damit in Berührung,zersetzt es sich und gibt'das leichte Weinöl,oder Aetheröl, welches leichter als Wasser ist undbei 280» siedet. Beide haben bis jetzt nur chemi-sches Interesse.

Weinrekenblätter, Folia et Pampini Yitisviniferae, wie auch die Zweige und der aus ihnenhervorqnillende Saft, wurden früher viel in denApotheken gebraucht und werden jetzt, da sie Apfel-,Gerb-, Gallns- und Weinsäure, Zucker, Bassorinund viele Salze enthalten, mehrfach wieder ver-wendet.

Weinschwefelsäure, A e t h e r s ch w e f e l s ä u r e,Aethylschwefelsäure, saurer, schwefel-saurer Aethylester entsteht bei der Mischungbon Alkohol mit concentrirter Schwefelsäure unterstarker Entwickelung von Wärme. Es bildet sichsogleich eine ölartige, saure Flüssigkeit, die sich bei140« zerlegt und ' mancherlei Zersetzungsprodukteliefert, weshalb sie für die Chemie von Interesse ist.Die Weinschwefelsauren Salze sind in Wasser und.Alkohol leicht löslich und glänzen wie Seide. Ausben Alkalisalzen gewinnt man das schwere und >leichte Weinöl.

Weinstein , Tartarus, ist ein hauptsächlichaus saurem weinsteinsaurem Kali, dein Weinstein- 1saurer Kalk, färbende Stoffe, Weinhefen und meh-rere fremde Bestandtheile beigemischt sind, bestehen-des Salz, das sich in der Gestalt einer harten kry-stallinischen Rinde in Fässern, in denen besonderssäuerliche Weine die zweite Gährung bestehen, ab- ?setzt. Er kommt unter dem Namen roher Wein-!stein, Tartans crudus, in den Handel, und da erbon rothem Wein eine rothe, von weißem eine grau-!«chgelbe Farbe bat, so unterscheidet man rothen |und weißen; der letztere ist etwas theurer als der.erstere. Schillerweinstein nennt man eine'Sorte von röthlichweißer, schillernder Farbe; Fluß- >feinst ein wird der klare und abgesiebte genannt. !Der rheinländische und der toscanische sind am mei-!strn geschätzt; außerdem wird auch im südlichen!Frankreich, im übrigen Italien, besonders in Sici-j"En, und in Ungarn viel erzeugt, der jedoch von'geringerer Qualität ist. Er bat einen sauren wein-!"rügen Geschmack und verbreitet auf glühende Koh-!len gelegt einen eigenthümlichen Geruch. Man be- 1swlK ihn besonders in der Färberei, zur Bereitung ;brrschiedener chemischer Präparate, zum Blauksieden 'bon Silber- und Goldwaaren, zur Essigbereitung,!zum Verzinnen des Kupfers rc. Wenn er in kochen-!bem Wasser aufgelöst, filtrirt und abgedampft wird, !s".erhält man den halbraffinirten, der aus \^Uneii, schmutzigweißen, gelben oder blaßrothen !Krystallen besteht und zu den meisten technischen!Zwecken rein genug ist. Wird die Reinigung des!rohen Weinsteins unter Zusatz von Thon, zur Be-^tt-gung des Farbstoffes, sowie von gesiebter Holz -1und geschlagenem Eiweiß so lange wiederholt,!ws die Krystalle weiß anschießen, so nennt man diese !r/Einigten Weinstein, Weinsteinkry-''alle oder saures weinsteinsaures Kali,!^,artarnZ depuratns, Crystalli Tartari oder Ka- 1lu m oxydatum tavtaricum acidum, Kali bitarta- |icum. Er besteht aus kleinen weißen, halbdurch-!icytlgen, vierseitigen Krystallen von kühlendem,!^ ^rjichem Geschmack, die sich in 180 Theilen kaltem j'ko>7 ln ^ Theilen kochendem Wasser auflösen. Er jh^wt nie völlig rein in den Handel, sondern ent-!v t immer einen größeren oder geringeren Antheil!

! weinsteinsaurer Kalkerde; auch ist er zuweilen mitKupfer verunreinigt, das sich oft schon durch einen: blaugrünen Schein verräth, und auch, jedoch ftlte-! ner, mit Blei, Eisen und Arsenik. Man benutzt> ibn besonders in der Färberei; zum arzneilicken; Gebrauch aber wird er gestoßen, mit gleichen Thei-! len reinen Wassers und 1 / 10 reiner Salzsäure dige-. rirt und so lange mit reinem Wasser ausgewaschen,bis die Salzsäure gänzlich entfernt ist. Er wirddann Wein st ein rahm oder Cremor Tartari ge-nannt und als kühlendes und abführendes Mittel,zur Bereitung von Limonade rc. gebraucht, bildetweiße, schiefe, prismatische Krystalle, die sauerschmecken, geruchlos und an der Luft unveränderlich,in Wasser wenig, in Alkohol gar nicht löslich sind.Aus ihm wird durch Verkohlen der sogenannteschwarze Fluß gewonnen, der bei Reduction vonMetalloxyden gebraucht wird, und durch Verpuffenvon 4 Theilen Cremor tartari mit 2 Theilen Sal-peter der weiße Fluß gebildet. — Die mit Eisen-oxyduloxyd, Thonerde u. A. aus dem Weinstein ge-bildeten Doppelsalze werden hauptsächlich in Färbe-reien und Zengdrnckereien gebraucht.

Weinstein, ammoniakhaltiger oder a uf-löslicher, Partaras ammoniatus oder so-lubilis ammoniacalis , besteht aus weißen,4—6 fettigen rhombischen Säulen von kühlendem,stechendem, etwas ammoniakalischem Geschmack.Man bereitet ihn, indem man eine Auflösung von1 Theil gereinigtem Weinstein in Th. Wasserund 1 Th. Ammoniakflüssigkeit krystallisiren läßt,und braucht ihn zuweilen in der Medizin. Er ver-wittert an der Luft und ist leicht löslich im Wasser.

Weinfteinblättererde, s. Kali, essig-saures.

Weinstein, boraxsaurer, s. Boraxwein-stein.

Weinsteingeist oder brenzliger Wein-steinspiritüs, Liquor pyrotartarus oderSpiritus Tartari, eine gelbe, schwachsaureFlüssigkeit von brandigem Geruch, welche durchtrockne Destillation des Weinsteins gewonnen undzuweilen als Tbierarznei angewendet wird. DurchRectification wird die gelbe Farbe entfernt

Weinsteinkrystalle, s. Weinstein.

Weinsteinöl, stinkendes, Oleum Tar-tari foetidum, ist das bei der Destillation desWeinsteins zuletzt übergehende dunkelbraune, zähe,sehr unangenehm riechende Oel, das zuweilen vonThierärzten äußerlich angewendet wird.

Weinsteinöl, zerflossenes, oder richtigerzerflossenes Weinsteinsalz, Oleum Tar-tari per deliquium, ist gereinigte Potafche,welche entweder an der Luft zerflossen oder in einergleichen Menge destillirtem Wasser aufgelöst ist. ESwird in der Medizin, besonders gegen Vergiftungen,gebraucht.

Weinsteinrahm, s. Weinstein.

Weinsteinsäure (richtiger Weinsäure) oderwesentliches Weinsteinsalz, ^.eidum tar-taricum oder Sal essentiale Tartari,wird im Großen gewöhnlich durch Behandlung vongereinigtem Weinstein mit Kreide bereitet, ist jedochauch in mehreren anderen Pflanzensäften, z. B inden Tamarinden, den Himbeeren. Maulbeeren rc.enthalten. Es sind farblose, lnftbeständige, ge-schobene 4 fettige Krystalle von reinem, starksauremGeschmack, ohne Geruch, die sich in l 1 /* Theilenkaltem und 7* Theil kochendem Wasser auflösen.