Weinbeeren
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Weinül
die sich dann erst mit dem Alter entwickelt, wenndas Fett verzehrt ist. Hart heißt ein Wein, dereinen eigenen herben Geschmack hat, der sich mit dem :Alter nicht gehörig verliert. Einen Erdgeschmack!oder Grundgeschmack nehmen besonders die- !jenigen Weine, die auf Lehmboden gewachsen sind, *oft von diesem an. Böcksergeschmack oderB öckser nennt man einen dem Geruch der Ziegen- jböcke ähnlichen Geschmack, der sich bei manchen Wei-!neu, wie namentlich den Moselweinen, nach der!Gährung zeigt, aber im ersten oder zweiten Jahre'wieder verschwindet. Die Ursache desselben ist un-bekannt. Brenzer wird ein Wein genannt, dessen iGeschmack etwas Brenzliges oder Rußartiges hat, -was sich meist nur bei feinen Weinen findet. — Dieverschiedenen Sorten der Weine werden in der Re-!gel nach den Erzeugungsorten benannt, und zwar >entweder nach den Ländern, Städten oder Dörfern 1ihrer Erbauung, oder nach dem Flusse (Rheinwein, !Moselwein rc.), oder auch nach einem einzelnenBerge (Leistenwein, Kosakeuberger rc.). Auch gibtes einige Gattungen, welche aus besonderen Trau-,bensorten gewonnen werden oder durch eine eigen-thümliche Bereitungsart entstehen und eigene Be-nennungen haben, mit denen sie gleichmäßig bezeich-net werden, obgleich sie auö verschiedenen Ländernund Gegenden kommen. Dahin gehören, außer denoben schon erwähnten gefrorenen und gefeuertenWeinen, namentlich der Sect, der Malvasier^und der Muskateller, von denen wir in beson-!deren Artikeln gesprochen haben. Ebenso findetman in unserem Werke das Nähere über die ver-schiedenen nach den Ländern, Ortschaften rc. der Er- ’zeugung benannten Weinsorten in eigenen Artikeln,auf die wir daher verweisen. — Die chemischen Be-standtheile .des Weines sind außer Wasser, Alkohol,Zucker, Weinextract, Oenanthäther (ein siüchtigerStoss von dem der eigenthümliche Wohlgeschmackund Geruch des Weines stammt) freie Säure, einflüchtiges Oel, verschiedene Salze, besonders dassaure Weinsäure Kali und Farbstoffe, gelbe undrothe.
Weinbeeren, zantische, s. Korinthen.
Weineinschlag, s. Schwefeltuch.
Weingeist, Spiritus, Alkohol, Spiri-tus Vini oder Alcoliol, ist das geistige oderberauschende Prinzip der geistigen Getränke, das sichbei der Gährung zuckerstoffhaltiger Pflanzentheileerzeugt und wenn es, mit Wasser vermischt, durchDestillation der gegohrenen Masse gewonnen wird,Branntwein (s. d.) heißt. Der Alkohol kannalso aus allen den Substanzen gewonnen werden,die sich in Zucker überführen lassen. Bei der gei-stigen Gährung derselben, die nicht ohne Wasser u.Hefe entstehen kann, zerfällt der Zucker in Weingeistund Kohlensäure. Die gegohrene Masse wirddestillirt, wobei je nach der Vortrefflichkeit der Ap-parate und dem regelrechten Berlanfe der Gährungein mehr oder weniger wässerigter Alkohol gewon-nen wird. Dieser wird durch digeriren über gutausgeglühten Holzkohlen von dem Fuselöle befreit, u.ihm durch wiederholte Destillation der Wassergehaltmehr und mehr entzogen. Doch gehen auf dieseWeise immer noch Wasserdämpfe mit über. Nurdurch Destillation über Chlorkalk wird der Alkoholganz frei von Wasser; ein solcher wird absoluterAlkohol, Alcohol absolutus genannt, der nun alswasserhelle, sehr dünne, tropfbare Flüssigkeit erscheint,von durchdringendem, angenehmen Geruch und
eigenthümlich brennendem Geschmack, der leicht ent-zündlich ist und mit einer bläulichen, wenig leuchren-ten Flamme brennt. Sein spec. Gew. ist 0 , 792 ;, ersiedet bei 78° C., ist neutral und bricht das Lichtziemlich stark. Bei 100° verwandelt er sich in einenhöchst entzündlichen Dampf; ein Maß Weingeistgibt 488 Maß Dampf von 1,6133 spec. Gew. 3»großen Gaben wirkt er als tödtliches Gift, in kleinenmit Wasser verdünnt, berauschend. — Der Werthdes Weingeistes richtet sich nach dem in ihm enthal-tenem Wassergehalte und je größer dieser ist, um sogeringer ist er und um so schwerer ist sein spec. Gew.— Man schätzt daher im Handel auch den Alkoholnach dem spec. Gewichte, welches durch Aräometer(Alkoholmesser von Baume, Tralles, Richter, Meiß-ner, Gay-Lüssac,) leicht ermittelt werden kann. AlsGrundlage hat mau folgende Tabelle darüber auf-gestellt :
Ein Alkohol von 0,968 spec. Gew. enthält Alkohol 10°/»
" " " Ä"
" " " o0/»
4t >%
" " " ^no/
„ „ „ < 0 %
;; ;; Ä
:: :: :: ä
0,9710,958
0,939
0,917
0,898
0,872
0,842
0,822
In den Apotheken unterscheidet man Spiritus vimrootitioatus 60% Weingeist haltend, rootiüoatissi'mus mit 80—85% und Alcohol alcoholisatus um90—95%. Bis auf 3-4% läßt sich der Alkoholohne Kosten dem absoluten dadurch nahe bringen,daß man ihn in einer von Unreinigkeiteu und Fettenvöllig gereinigten Thierblase in eine Wärme von16—24° aufhängt. Die Blase saugt das Wasserein, welches durchschwitzt. Zeigt sich nach mehrerenTagen an der äußern Seite Alkoholgeruch, so ist dieOperation vollendet. — Der Alkohol nimmt n'Ngroßer Begierde die Feuchtigkeit aus der Luft aus,muß daher in sehr gut verschlossenen Gefäßen auf-bewahrt werden. Der absolute Alkohol wird häufigzu Wettergläsern verwendet, da keine Kältegrade, dwman herstellen kann, ihn haben zum Gefrieren brin-gen können. Außerdem findet er in der Chennetheils zur Auflösung, theils zur Prüfung verschiede-ner Stoffe ausgedehnte Anwendung. Durch Em-wirkung von Brom, Chlor und concentrirten Säu-ren auf ihn, bilden sich verschiedene Aetherarten,Aethersäuren u. s. w. Eine Mischung von 2-%*Theilen Alkohol und 1 Theil Aether geben die Ho%mannschen Tropfen. Der wasserhaltige Alkoholwird in der Medizin hauptsächlich zu Tinkturen, wder Technik zu Likören, Laäfirnissen, ParsümerMund vielen anderen Dingen häufigst verwendet, osauch als Zusatz zu Wein und Bier gebraucht.
Weinhefenasche, s. D r n s e n a s ch e.
Weinkernöl wird besonders im nördlichen 3^lien aus Weinkernen gepreßt, welche 12—14%von geben. Es ist hellgelb, geruchlos und von 'dem Geschmack, wird aber nach und nach bräunuM-
Weinol, schweres, ist ein Produkt, welchaus der trocknen Destillation von weinschwefelfanrSalzen entsteht. Es ist eine ölartigevon l,i8 spec. Gew., die bald farblos, bald grünscheint und einen durchdringenden Geruch n ^Pseffermünze hat. Sein Siedepunkt ist 280°. -n