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Zweiter Band.
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Wollkraut

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Württemberg

einem mit 2 Hornplatten belegten und mit einemStiele versehenen Bretchen, derKammlade, aufdem 2 Reihen stählerner Zähne befestigt sind, vondenen die der äußeren Reihe 6, die der inneren nur5 Zoll lang sind. Man unterscheidet, je nach derAnzahl und dem weiteren oder engeren Stande derZähne, 24er, 26er, 28er und 30er. Die Kammladenwerden in dem eiseuachischen Dorfe Faruroda ver-fertigt und die Zähne von besonderen Handwer-kern in Eisenach, Erfurt, Schmalkalbeu rc. ein-gesetzt.

Wollkraut, s. Königskerze.

Wolltrümmer, oder Trümmer wolle nenntman die Leim Weben der Tuche und anderer Wol-lenzeuge abfallenden Garnenden, besonders von denKettenfäden, welche wieder zerkratzt und versponnenwerden.

Wolverlei, Wohlverlei,Aruica, Johan-nisblume, Arnica montana, eine auf Bergwiesenund Haideu des nördlichen Europa hier und da,namentlich im Voigtlande, in Böhmen, auf demHarze, in der Gegend von Fulda rc. häufig wach-sende Pflanze mit 1—2 Fuß hohem, aufrechtem, mitgefärbten Haaren besetztem Stengel, eiförmigen,ziemlich dielen und zottigen Blättern, einzelnen, ander Spitze des Stengels und der Aeste stehendenlangen, schmalen, mit drei Einschnitten versehenengelben Strahlenblumen und mit einer Haarkronebesetzten Samen. Die außen rothbraune, innenschmutzigweise schreibfederdicke, auf der einen Seitefaserige Wurzel hat einen eigenthümlichen star-ken, zum Niesen reizenden, aber nicht unange-nehmen Geruch und einen scharfen, bitteren Ge-schmack; ähnlich ist der Geschmack der Blätter undder Blüthen und die letzteren riechen angenehmaromatisch. Man sammelt die Blüthen, die Wur-zeln und das Kraut, b'lores Idallix und Ilerba Ar-nicae, welche vielfache Anwendung in der Medizinfinden; sie werden auch zum Niespulver genommen,vorzüglich die Blumen erregen starkes Niesen. Inder Homöopathie findet die Arnicatinktur besondersAnwendung bei Verwundungen. Die Blüthenführt mau theils ganz, theils von den Kelchen be-freit («ine calieibus), theils nur die ausgezupftengelben Zungeublätter ohne die Haarbüschel (sinepappis). Auch wird ein ätherisches Oel, OloumArinoao, aus der Pflanze destillirt, welches einenwiderlich aromatischen Geruch und scharfen Geschmackhat. Außer dem Oele findet man in der Pflanzeverschiedene Salze, Gerbstoff, Harz, Extractivstoff,einen bittern gelblichbraunen Stoff, den man Ar-nicin genannt hat, dem Chtisin ähnlich.

Woljrheimer, ein weißer Wein aus dem unterenElsaß, welcher Stärke, Wohlgeruch und sehr gutenGeschmack besitzt.

Wongshy heißt ein seit einiger Zeit aus Ba-tavia eingeführtes Farbmaterial, welches eine schönegelbe Farbe auf Wolle, Seide und Baumwolle gibt.Es sind die Samenkapseln einer noch nicht genaubestimmten Pflanze, wahrscheinlich einer Genttanee.Sie sind länglich eirund, etwa 1 Zoll lang undhalb so dick, haben einen safran-,hitttennach honigar-tigen Geruch und enthalten in einem trocknenMarke viele kleine, ziemlich harte Samenkörner.

Worms, ehemalige freie Reichsstadt in der Pro-vinz Rheinhessen, in einer ebenen Gegend unweitdes Rheins, an der hessischen Ludwigsbahn, eineder ältesten und in der früheren deutschen Geschichteberühmtesten Städte, mit 10,800 Einw., einem höchst

j sehenswerthen Dom, Gymnasium, Handelskammer,z Hafen, Schifsfahrt, Weinbau und Handel, beson-; ders mit Mehl, Getreide, Oel, Wein, Tabak und! Branntwein. Worms besitzt außer seinen bedeuten-i den Glanzlederfabriken, eine große mechanische; Wollspinnerei, 2 Maschinenfabriken, Leim-, Oel-,

! Oelseifen-, Cigarren-, Tabak-, Cichorien-.Kunstwol^

! und Baumwollwaarenfabriken. Bedeutend ist auchder hiesige Fruchtmarkt und ganz nahe bei derStadt wächst der liebliche Rheinwein, Lieb-frauenmilch (s. d.) genannt.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Hessen, Großherzogthum.

Worsted, s. K a m m g a r n.

Wrack (Brack), 1) eine untaugliche, zerbrochene,aussortirte Waare; Ansschußgnt bei Heringen rc.;

2) die Trümmer oder Ueberreste eines gescheitertenSchiffes, auch ein unbrauchbar gewordenes Schiff-

Wrackgut wird 1) gerettete, geborgene, herren-lose Waare eines Wrackschiffes; 2) in Holland, inden Häfen der Nord- und Ostsee die unter den He-ringen befindliche Ansschußwaare genannt.

Wucher, der durch unsittliche auf Gewinn ab-zielende Handlungen gesteigerte Bortheil im Ver-kehr, insbesondere die Benützung der Verlegenheiteneines Anleihesuchenden zur Erlangung übermäßigerZinsen ausgegebener Darlehen. Die früheren Ge-setzgebungen glaubten dem Wucher durch Strafensowie durch die Auflage der Zurückbezahlung des zu-vielempfangenen steuern zu können. Die Folgehievon war jedoch nur die, daß gerade das Verbotvon den Wucherern zum Borwande für weitere! Steigerung ihrer Interessen verwendet wurde undbei der Leichtigkeit, durch Scheingeschäste die wahreAbsicht zu verhüllen, eine Eiuschreitung der Obrig-keit selten mit Erfolg begleitet war. Hatte man! daher früher schon die Wuchergesetze in der Regel. nicht auf jeden Staatsbürger für anwendbar erklärtj und namentlich die Wechselfähigen nicht zur Cm-! Haltung eines sogenannten landesüblichen Zins- ;i süßes verpflichtet, so wirkte die Einführung der !Allgemeinen deutschen Wechselordnung, durch welche !

j alle Vertragsfähigen für wechselfähig erklärt wur- |' den, mit Entschiedenheit auf die Aufhebung der >Wuchergesetze hin, die in richtiger Würdigung auer- j

kannter nationalökonomischer Grundsätze, in deNmeisten Staaten wenn nicht bereits erfolgt, so dochim Werke ist.

Würfelmaß, s. Kubikmaß.

Würfelsalpeter, s. Natron, salpeter-saures. ;

Württemberg , Königreich im südwestl. Deutsch-land, zwischen Baden, Hohenzolleru, Baiern u»vdem Bodensee, 354,28 sljMeileu mit 1,721,000wohnern. Der südwestl. Theil des in vier Krem(Neckar-, Schwarzwald-, Jaxt- und Douaukrelslgetheilten Landes ist mit Gebirgen, der rauhen Alpund dem Schwarzwalde bedeckt; außerdem ist

theils hügelig, theils eben. — Hauptflüsse sind dsr

Neckar und die Donau; der erstere nimmt dreFils, Renis, den Kocher, die Jaxt und die Cnz n"der Nagold auf, die letztere die Riß, die Roth andie Jller, welche 6 Meilen weit die Grenze geg^Baiern bildet. Außerdem ergießen sich in derBodensee die Schüssen und Argen, im Norden w>rdas Land von der Tauber berührt und auf derSchwarzwald entspringen die Murg, Kinzig uneinige andere nach Baden gehende Flüsse. Z)Hauptnahrungsquellen der Bewohner sind Landba t