Ziegclöl
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Zimmt
iverden in den Ziegelbrennereien verfertigt, die esüberall gibt. wo sich die dazu geeignete Erde findet;in manchen Ländern aber verfertigt man sie vorzüg-lich in großen Quantitäten und sie sind dann oftein bedeutender Ausfuhrartikel. Dies ist besondersin Holland der Fall, wo die besten verfertigt wer-den, und außerdem auch iu mehreren Gegenden desnördlichen Deutschland. Aus den norddeutschenund holländischen Seestädten gehen viele nach Ruß-land, Norwegen, Schweden, England rc.
Ziegelöl, Oleum Philosophorum oderLuteritium, eilt gelbbraunes, dickliches Del vonscharfem, unangenehmem Geruch, das durch trockneDestillation von zerkleinerten Ziegelsteinen, die mitBaumöl getränkt sind, bereitet wird. Es wird zu-iveilen in der Medizin äußerlich, besonders gegenKopfgrind und dergl., und auch von Thierärztengebraucht.
Ziegenbart oder Korallenmorchel, 01a-v aria coralloides, ein eßbarer, wohlschmecken-der, in Buchenwäldern wachsender Pilz mit dickemweißlichem Stiel, der sich iu gelbliche oder röthlich-gelbe Aeste theilt. Er darf nicht zu alt eingesammeltwerden, indem er dann unverdaulich ist und Er-brechen erregt.
Ziegenselle, von der Hausziege, werden zu weiß-und sämischgarem Leder, zu Saffian, Corduan undPergament verarbeitet und die von jungen Ziegenauch zuweilen als Pelzwerk benutzt. Man unter-scheidet Bockfelle, eigentliche Ztegenfelle vonweiblichen Ziegen und Lamm- oder Zickelfelle.Die Ziegenselle sind dünner und geschmeidiger alsdie Bockselle und werden daher besonders zu feinenHandschuhen verwendet. Die Felle der in Gebirgs-gegenden und mehr im Freien lebenden Ziegenwerden denen aus den Ebenen und von Stallthierenbvrgezogen. weil sie dauerhafter sind. Die meistenZiegenselle kommen aus Oesterreich, Ungarn, Dal-waiien, Italien,-Württemberg, Baden. Kur- undgestand, Norwegen rc. in den Handel und werden£i großen Quantitäten auf den Messen von Leipzig,Frankfurt a. M. und a. d. Oder, Braunschweig rc.abgesetzt; auch in Wien, Prag, Hamburg rc. sind sienn bedeutender Handelsartikel. Bom Cap, ausOstindien, von den Antillen und aus der Levantekommen ebenfalls viele, sowohl gesalzen als unge-salzen in den Handel. Man verkauft sie in LondonNach Dutzend, in Hamburg pr. 10 Stück.<amfelle mit der Wolle pr. 100 Stück.
Ziegenhaar von der gemeinen Hansziege, istweiß oder gelblich, zuweilen auch schwarz von Farbe,grob oder mittelfcin, und wird zu ordinairen Zeu-gst, Tnchleisten, Teppichen, Decken, Haarsäcken,Huten, Stricken rc. auch zu Bürsten und Pinselnverarbeitet, und mit Schafwolle vermischt verfertigtwan Kotzen, Regenmäntel und dergl. daraus; dieoeim Gerben der Felle abfallenden Haare benutzen
Tapezierer und Sattler zum Ausstopfen. Dasseine zarte Flaumhaar, welches die im Freien leben-« e u Ziegen im Winter unter dem langen Haar be-^wm.eu und das ihnen im Frühjahr ausfällt oder^gekämmt wird, kommt unter dem Namen Zie-rn'oder Ziegenflaum in den Handel undird hier und da zu feinen Zeugen, Shawls u. dgl.^'-beitet, da es an Feinheit dem von der tibeta-pchen Ziege wenig oder nichts nachgibt. Esmmt besonders aus Rußland. — Ueber das Haarr verschiedenen asiatischen Ziegenarten s. Ka-melhaar und Shawls.
! Ziegenhainer, eine Art Handstöcke von Kornel-! kirschenholz, welche durch leichtes Brennen brann-; gefleckt sind und ihren Namen von dem Dorfe Zie-! genhain bei Jena haben, wo sie zuerst verfertigtwurden.
! Ziehen, s. v. a. abgeben oder trassiren;j s. Wechsel.
j Ziment oder Ciment bedeutet in Oesterreich! die obrigkeitliche Aiche der Hohlmaße, und zim e n -! tiren ist so viel als aicheu.
Zimmer heißt besonders im Pelzhandel eine An-j zahl von 40 Stück ; bei Fuchspelzen sind ausnahms-; weise 20 Stück ein Zimmer.
I ZilNMt oder Ä aNe h l, Cinnamomum,; auch ächter oder ceylonischer Zimmt und zum■ Unterschiede vom weißen Zimmt und der Cassiabrauner und feiner Zimmt genannt, ist die> getrocknete innere Rinde des auf Ceylon, Borneoj in Cochinchina einheimischen, aber auch auf anderenj oft- und westindischen Inseln, in mehreren Gcgen-! den Asiens und Südamerikas angebauten Z imm t-^lorbeerbaumes oder ächteuZimmtbaumes,
I Cinnamomum zeylanieum, Persca Cinnamomum,i oder Laurus Cinnamomum. Derselbe wird 25—30i Fuß hoch und 15—18 Zoll im Durchmesser stark,
! wird aber zur Gewinnung der Rinde meist strauch-artig gezogen. Auch die Wurzeln und die Blätterhaben den eigenthümlichen und gewürzhaftenZimmtgeruch; letztere sind eiförmig oder oval,
! o— 5" lang, IVa—S 1 /^' breit, mit sehr kurzer und
1 stumpfer Spitze, in der Jugend schön roth , nachherglänzend grün. Die kleinen, weißen, auf rispensör-migen Stielen sitzenden Blüthen haben jedoch einenbesonderen Geruch. Man nimmt die Rinde meistvon den dreijährigen Aesten, welche ganz glatt sindund den besten Zimmt geben, aber nicht vor dem
s5.—8. Jahre der Bäume, welche dann bis zum30. Jahre benutzt werden können. Bon den abge-schnittenen Zweigen entfernt man zuerst die äußereRinde, schlitzt dann die innere der Länge nach aufund trennt sie sorgfältig in einem Stücke von demZweige; dann werden mehrere Rinden in einandergesteckt und an der Sonne getrocknet, wodurch sieeine röhrenförmige Gestalt annehmen. Sie werdendann in Bündel von ohngefähr 20 Pfd. und 1V 2 —
2 Fuß Länge, 3mal mit gespaltenem Rohr gebundenund diese wieder in größerePackete von80—85Pfd.mit einem Umschlage von Leinwand oder von einemGewebe aus Cocosfasern gepackt, welche man inKisten versendet, in denen man sie häufig mitschwarzem Pfeffer umschüttet, der die Feuchtigkeitdes Zimmts anzieht und ihn stärker macht. AusCeylon sollen jährlich allein au 40,000Ctr. ausgeführtwerden. Die getrocknete Rinde ist nicht viel stärkerals Papier und um so besser je dünner sie ist, etwasbiegsam und leicht zerbrechlich, mit splitterigem, fase-rigem Bruch, röthlichgelb oder hell gelbbräunlichvon Farbe, und hat einen starken, angenehmen,eigenthümlich feinen aromatischen Geruch und süß-lich erwärmenden, auf der Zunge brennenden undstechenden, schwach zusammenziehenden aber nichtscharfen Geschmack. In den Bündeln befinden sichhäufig Bruchstücke, auch nicht selten Stocke vondicker, geringer Sorte; die kleinen Stücke werdenmeist' an Ort und Stelle zur Bereitung desZimmtöls (s. d.) benutzt, kommen jedoch auchunter dem Namen Bruch zimmt in den Handel.Sollte schon ein Theil des flüchtigen Oeles ausge-zogen sein, so erkennt man dies leicht an der blässe-