Zimmtalkohol
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Zimmtcasstaöl
ren Farbe und dem schwachen Geruch und Geschmack.Der feinste Zimmt wird in Cochinchina erzeugt,kommt aber nur selten in den Handel; gewöhnlichgilt in Europa der ceylonische für den besten, vondem es jedoch mehrere Sorten gibt, welche theilsnach der Art des Baumes, von denen es sehr ver-schiedene Arten gibt, die eine mehr oder wenigerfeine Rinde liefern, theils nach dem Ursprungsortebenannt werden. Der von Linne benannte Baum,Laurus Cassia, von welchem er die beste Sorte ab-leitete, ist wohl nur der verwilderte, weit wenigerkräftige Zimmtbaum, der sich durch schmälere, mehrzugespitzte Blätter unterscheidet. Im europäischenHandel unterscheidet man gewöhnlich zwei Sorten,von denen die beste, welche bei Punto de Gale, Ba-tarie und Matura erzeugt wird, mit rothen Buch-staben, die andre, von Colombo und Negombokommende, aber mit schwarzen Buchstaben auf denBallen bezeichnet ist, daher die erstere rothlette-riger,die letztere schwarzletteriger genanntwird. — Man braucht den Zimmt als Gewürz anSpeisen, Backwerk, Chokolade, Liköre rc. und auchin der Medizin. Nicht blos die Rinden dieses Bau-mes werden verwerthet, auch aus der Wurzel undden alten Stämmen destillirt man ein ätherischesOel und einen sehr werthvollen Kampher; aus denBlättern gewinnt man eine Sorte des Gewürznel-kenöls, aus den Blüthen ein aromatisches Wasser,die Früchte geben ein dem Wachholderöl ähnlichesnach Zimmt riechendes Oel und ein festes, talgarti-ges, wohlriechendes Fett. Außerdem enthält derZimmt Harze, Gerb- und Zimmtsäure, Zucker,Stärke, Farbstoff rc.
Zimmtalkohol, Styron, wird gewonnen,wenn Styracin mit starker Kalilauge gekocht wird.Es bildet feine Krystallnadeln, die den Geruch derHyacinthen haben. Er ist wenig in Wasser, gut inAlkohol und Aether löslich. Durch Oxydation, ver-mittelt durch Platinmohn, entsteht der Zimmt-aldehyd, welcher im Zimmtöl natürlich vorkommt,und die Zimmtsäure. Mit rauchender Schwefel-säure wird es roth gefärbt und gibt die Zimmtschwe-selsäure.
Zimmtblüthen oder Zimm tnägelein, Flo-res Cassiae, ober Clavelli Cinnamomi, sind dieunreifen gefliesten Früchte oder Blüthenknospeneiner Art Zimmtbaumes. Man hat sie abgeleitetVon Cinnamomum zeylanicum oder C. Tamala oderbort Laurus Cubcba. Sie stammen wahrscheinlich vonCinnamomum aromaticum ab. Es sind undeutliche,gezähnte, unentwickelte Blumen. Sie haben fast dieGestalt eines kleinen Nagels mit rundlichem Kopfevon der Größe eines Pfefferkornes, der sich in einedünne Spitze endigt, welche Form ihnen künstlichbeim Einsammeln eingedrückt werden soll, sindgraubraun von Farbe, hart und haben fast ganz denGeruch und Geschmack des Zimmts, doch etwasschärfer, beißender und weniger angenehm. Manbenutzt sie ganz wie den Zimmt und bereitet in ihremVaterlande auch ätherisches Oel ls. Zimmt-cassiaöl) daraus. Die meisten kommen ausChina.
ZimHitcassia, Cassia, englischer, franzö-sisch e r oder i u d i s ch e r Z i m m t, Z i m m t s o r t e,Cassia Cinnamo mea, oft auch Cassia ligneagenannt, ist die innere Rinde des schon im vorigenArtikel erwähnten gewürzhaften Zimmtlor-beerbaumes, Laurus Cassia oder Ciuuamomumaroiuatiourn (aber nicht zeylanicum), welche dicker
und dunkler von Farbe ist, als der ächte Zimmt,aber im Geruch und Geschmack viel Aehnlichkeit mitdemselben hat, nur ist sie weniger fein und ange-nehm, riecht eben so stark, schmeckt aber noch schärfer,da sie mehr ätherisches Oel enthält. Die Blätterdieses Baumes sind 6—9" lang, 2—3" breit, untengraugrün, dick und lederartig und jung mit einemkurzen graulichen Filze bedeckt. Sie ist 1 / i —Va Liniedick und je dünner desto mehr geschätzt. Die Stückensind meist einzeln, röhrenförmig und oft mehrfachübereinander gerollt, doch sind auch zuweilen 2 ineinander gesteckt, sie sind in Bündel von ca. 17,FußLänge und 2—3 Pfund Gewicht gepackt, die mitRohr gebunden sind und im Innern gewöhnlich vielBruchstücke enthalten. Sie enthält ätherischesOel, Harz, Gummi, Extractivstofs, Gerbstoff undPflanzenschleim. Sie wird ebenfalls wie der Zimmtgebraucht. Außer der ächten chinesischen undcochinchinesischen Zimmtcassia kommen auch nocheinige geringere Sorten vor, namentlich: ausC a y e n n e und aus Brasilien, beide etwas hellervon Farbe und von schwächerem Geruch und Ge-schmack, und aus L-nmatra, dunkler und von an-genehmem Zimmtgeschmack, wahrscheinlich voMglänzenden Zimmtlorbeerbaume, Ciuuamomum uiti-rlum, kommend. DerCayennezimmt kommt auch ausMexiko, wo man M o r u m a z i m m t, als die bessere,und Copa tanza als die geringere Sorte unter-scheidet. — Unter dem Namen Cassia begreift manauch noch die folgenden ähnlichen Rinden, welcheauch mit der eigentlichen Zimmtcassia zuweilen ver-wechselt werden: Holzcassia, holzige Cas-sienrinde, malabarischer oder englischerZimmt, Cassia 1 i g n c a, von den Zweigen desmalabarischen Zimmtbaumes, Laurus Cas-sia, der auf Malabar und auf mehreren anderenostindischen Inseln wächst. Sie ist in der Regelnicht in Bündel gebunden, 72— 3 A Linie dick, dun-kelbraun oder braunroth von Farbe und auf dendicken Stücken sitzt zuweilen noch die graugrünlicheOberhaut; der Bruch ist glatt, sie zerspringt beimBrechen in mehrere kurze Stücke, hat einen schwa-chen zimmtartigen Geruch und Geschmack und liefetbei der Destillation kein Oel. Uebrigens kommt sievon sehr verschiedener Qualität vor und es wirdauch nicht selten Zimmtcassia, aus welcher das Oelausgezogen ist, dafür ausgegeben. — Mutter-zimmt, Cortex Malabathri, zuweilen auch Cassialiguea genannt, als dessen Mutterpflanze zwei ver-schiedene Bäume angegeben werden, nämlich Cinna-raomnm Tamala in Bengalen und C. albiflorum tflNepal. Die Stücken!sind 72—172 Linien dick, ohn-gefähr 172 Fuß lang, halb oder ganz gerollt mwzimmtbraun oder auch schmntzigviolett von Farbe,der Geruch ist schwach zimmtartig, wird aber belMStoßen stärker, und der Geschmack ist erst süßüw,dann zimmtartig und zuletzt etwas psefserartig. ^kommt jetzt nur selten vor. ,
Zimmteassiabl, Cassiaöl oder chinesiches
Zimmtöl, Oleum Cassiac cinnamomca e ’und Zim IN tblüthenöl, 01. Flor um C a3 'siae, sind fast ganz übereinstimmend, und im Haj7del kommt auch in der Regel nur das letztere uutebeiden Benennungen vor. Es ist bräunlichgelb voFarbe, sinkt im Wasser unter, da sein spez. ® el tl,o 7 i ist, riecht wie Zimmtblüthen und hat einscharfen, brennenden Geschmack. Es kommt auChina über England in bleiernen Flaschen vca. 16 Pfd. Inhalt. (S. übrigens Zimmtöl.)