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Zweiter Band.
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Zwirn

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Zwölfter

Bautzen, Löbau, Sebnitz, ferner im Gothaischen,im Eisenachischen, an mehreren Orten der preußi-schen Rheinprovinz, von Kurhessen, Westphalen rc.

Zwirn heißt im Allgemeinen jeder aus zwei odermehr zusammengedrehten Garnfäden bestehende Fa-den, doch versteht man darunter hauptsächlich denaus Leinen- oder Hanfgarn bestehenden, der zumNähen, Sticken, Stricken, Spitzenklöppeln rc. ge-braucht wird, und nennt den wollenen und baum-wollenen Zwirn gewöhnlich Strickgarn, den sei-denen Nähseide. Uebrigens wird jetzt auch ge-zwirntes Leinen- und Baumwollengarn zu verschie-denen Geweben verarbeitet. Der leinene Zwirnwird jetzt häufig aus englischem Maschinengarnverfertigt, wodurch er sich im Ansehen und in derGleichheit der Stärke sehr verbessert hat. Der meisteZwirn, besonders zum gewöhnlichen Nähen ist zwei-drähtig, doch wird er auch häufig 3 —6drähtig ver-fertigt; übrigens gibt es außer dem weißen auchgrauen von ungebleichtem Garn und verschiedentlichgefärbten. Der holländische Zwirn, welcher ausenglischem und belgischem Maschinengarn verfertigtwird, zeichnet sich besonders durch Feinheit, Gleich-heit und vortrefiliche Bleiche aus. Er wird vor-züglich ^jn Harlem fabrizirt, aber jetzt bei weitemnicht mehr in so großer Menge wie früher. Vielfeiner Zwirn kommt aus Belgien, wo er in der Ge-gend von Mecheln, Antwerpen, Gent, Courtray rc.verfertigt und besonders zu feinen Spitzen verarbeitetwird, und dazu bezieht man ihn auch in Sachsen u. a.Ländern. In Frankreich wird in den Departements,welche Leinenweberei betreiben, auch viel Zwirnverfertigt. Die feinsten Sorten zu Spitzen heißenli'il ä. la religieuse und Sangles blancs, der feinstevretagner Zwirn wird Extrait genannt und Filretors ist gefärbter Zwirn aus dieser Gegend. In;England wird sehr viel Zwirn, sowohl von Leinen-es von Hanfgarn, von ausgezeichneter Schönheit!und Feinheit, zum Theil auf großen, sehr künstlich IZusammengesetzten Maschinen verfertigt, vorzüglichln Schottland in Leith, Paisley, Aberdeen, Dundee,und in Dublin in Irland, überhaupt wo die Flachs-und Hanfmaschinenspinnerei betrieben wird. Derfeine mehrdrähtige Leinen- und Hanfzwirn kommtauf kleine Holzrollen gewunden, nach Nummern von10 bis 200 und darüber, immer von 10 zu 10 steigend.>>u Deutschland wird der meiste leinene NähzwirnM Böhmen, besonders im leitmeritzer Kreise, und inder Gegend von Laubegast und Lockwitz bei Dresden,Ftzt meist ebenfalls aus Maschinengarn, doch auch

aus Handgespinnst verfertigt, sowohl weiß, als grauund gefärbt und von sehr guter Qualität; außerdemauch in der Gegend von Friedrichsrode und Ohrdruffim Gothaischen, in Westphalen, Hannover, Kur-hessen rc. — Strickgarn von Wolle und Baum-wolle wird an sehr vielen Orten im sächsischen Erz-gebirge, in Böhmen u. a. Ländern,, wo es Spinue-. reien gibt, verfertigt, sowohl zwei- als mehrdrähtig,, weiß und gefärbt, auch oft melirt, d.h. 2 oder 3 Fädenvon verschiedener Farbe zusammengedreht oder auchin Absätzen mit zwei verschiedenen Farben gefärbt.Besonders die wollenen Strick- und Stickgarne wer-den in sehr verschiedenen Arten und in allen Farben-nuancen verfertigt und die Fabrikation derselben istnamentlich in Berlin bedeutend. Sehr viel seinerbaumwollener Zwirn zum Nähen und Sticken kommtjetzt aus England und hat, da man das. Baum-wollengarn sehr fest und glatt zu spinnen versteht,den leinenen Zwirn zu manchen Arbeiten fast ver-drängt. Er ist besonders 3- und 6drähtig; der ersterewird in Gebinden, der letztere auf Röllchen versendetund bei beiden gehen die Nummern bis zu 200.Zweidrähtiger ungebleichter und gefärbter Zwirndieser Art wird besonders in der Gegend von Chemnitz,Hohenstein rc. in Sachsen zu den feinen gewirkten,sogenannten Zwirnhandschuhen verarbeitet. — UeberNähseide s. Seide.

Zwirnband , s. L e i n e n b a n d.

Zwirnknöpfe, kleine flache oder erhabene und oftverschiedentlich gemusterte Knöpfe, die hauptsächlichan Hemden und Unterkleider, die erhabenen auch anDamenchemisetts rc. genäht werden. Sie bestehenaus einem messingenen oder bleiernen Ringe, dermit Baumwollenzwirn übersponnen ist. Man ver-fertigt sie in Barmen, Elberfeld, Gotha, Ohrdruffund an mehreren anderen Orten.

Zwischenhandel, auch Transitohandel nenntman diejenige Art des Handels, durch welchen Waarenaus fremden Ländern bezogen werden, um sie wiedernach anderen Ländern abzusetzen.

ZwischenplaH, s. Mittelplatz.

Zwischgold, s. Blattgold.

Zwölfer, 1) die 12-Grotstücke in Oldenburg;

2) die 12-Schillingstücke in Mecklenburg-Schwerin;

3) die 12-Kreuzerstücke des früheren rhein. Münz-fußes.

Zwölfter, 1)sin Lübeck eine Anzahl von 12 StückBrettern oder Dichten; 2) in Stralsund im Fisch-handel eine gleiche Anzahl.

*• Sott’« Unlt>.«8fjlcon. II.

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