Band 
Dritter Band.
Seite
3
JPEG-Download
 

3

macht; die Theorieen haben sich gemehrt; allein diepraktische Wissenschaft hat in der That noch wenig da,bey gewonnen. Unterdessen scheint man darüber einigzu seyn, daß zur Aufstellung richtiger ElementargeseHefür den Ackerbau eine umständliche, genaue und klar«Beschreibung der Natur des Bodens von jedem De,partemcute, jedem Distrikte, und beynahe jedem Dor,fe, so auch der Culturart jeder Gegend, der Sitten,Eigenschaften und Kräfte ihrer Bewohner, und end,lich des Einflusses ihres Klima's erfordert werde. Zudiesem großen Endzwecke einen kleinen Beytrag zu lie,fern, ist mein Vorhaben.

' Meine Beschreibung wird sich auf die Beobach,tungen genauer Sachkenner gründen, daher wird daSBild, das ich dem Leser vorhalten werbe, nicht dasIdeal von dem seyn, was man thun soll, -sondern vondem, waö man wirklich in dem Theile des Departe,mcnts von Norden, den man bisher mit dem Namender Castellaney von Lilie bezeichnet hat *), thut. Diese

A 2 ge,

*) Möchten nur alle französische Schriftsteller, welche überdie Landwirtschaft schreiben, dieses beherzigen, den Tondes Diktators fahren lassen, und aufhören, das Publi-kum mit Phantasieen und Gesetzen zu überschwemmen,die doch kein erfahrner Landwirch weder annimmt, nochausführt; möchten sie dem unbcredten Landmanne aucheinmal das Wort lassen, sich die Mühe nehmen, überdas von ihm Gesagte nachzudenken, und demnächst erstihre Wissenschaft darüber sprechen lassen: so würden Pra-xis und Theorie nicht wenig bey dieser Bescheidenheit ge,winnen.