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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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Anis.

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gehen deS SaamenS in 4 biö 5 Wochen, Blüthe und Zeitigung wiebeim Roggen.

Da der Anis, seines langsamen Keimens wegen, so zeitig gesäetwerden muß, so ist es rathsam, das Land schon im Herbste zu seinerAufnahme fertig zu pflügen, oder, da er einen tiefgelockerten Bodenverlangt, noch besser, zu graben. Zum Saamen wählt man die größ-ten und schwersten Körner; am besten dreijährige, die zwar langsameraufgehen, aber die Verheerung der AniSmotte, deren Eier in dieserZeit absterben, nicht besorgen lassen. Zur Beschleunigung des Kei-mens kann man den Anissaamen einige Tage vor der Aussaat inweichem Wasser einquellen. Sobald sich Unkraut zeigt, muß bei trok-kenem Wetter, auch wenn der Saamen noch nicht aufgegangen, vor-sichtig gejätet werden. Bei breitwürsiger Saat säet man pro Morgengewöhnlich 7 9 Pfd., und da der Anis oft mißräth, oft Möhrenunter ihn. DaS Jäten mittelst einer kleinen Hacke ist zu wiederho-len, wenn der Anis 1 Fuß hoch ist. In der ersten Zeit leidet derAnis sehr vom Froste, später schadet er ihm nicht mehr. Fangendie Stengel an gelb zu werden, so ziehet man den Anis aus undbehandelt den sofort gedroschenen Saamen auf dem Boden fleißig mitder Schaufel. Im Durchschnitte erndtet man von einem MagdeburgerMorgen 6 bis 7 Centner. Der Preis stellt sich gewöhnlich circa8 Rtlr., auch wird die Spreu zur Oclbereitung benutzt und proPfund mit 12 Pf. bis 18 Pf. bezahlt.

100 Theile des SaamenS (nach Brandes und Reimann) bestehen:

Flüchtiges Del

3,000.

Stearin mit Ehkoroxhyll

0,125.

Harz mit Spuren von apfelsaurem Kalk mit Kali

0,175. '

Halbharz

0,400.

Ertractive Materie

2,500.

Phytheumakolla

7,550.

Schleimzucker und Apfelsäure

-

0,650.

Gummoin

2,900.

Gummi mit apfelsaurem, phoSphorfaurem und schwcfel-

saurem Kalke

6,500.

Anis-Ulmin

8,600.

Erlractivstoff

0,500.

Pflanzenfaser ,

32,650.

Saures apfelsaures Kali

1,000.

Saurer apfelsaurer Kalk

0,125.

Phosphorsaurcr Kalk

1,350.

Unorganische Salze mit Kieselerde und Eisenoxyd

3,550.

Wasser

23,000.

Der Anis leidet von 2 Feinden, 1) der AniSmotte, welche auseiner die Blüthen und Stengel einspinnenden Made entsteht, und 2)an der Rothfäule, welche in Rothwerden und Faulen der Körnerbesteht, letztere Krankheit wird durch die Witterung veranlaßt undmuß man bei ihrem Erscheinen mit der Erndte eilen, wenn mannoch etwas erretten will.