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Apfelbaum.
D«r Anitsaamrn bewirkt bei seiner Anwendung auf Thiere Ber.Mehrung des Appetites, durch bessere Verdauung; durch Abtreibungder Blähungen, vorzüglich aber durch flüssigere Absonderung und leich-teren Auswurfes deS Schleimes an der Schleimhaut der Respira-tionsorgane, weshalb der Anis auch einen Ruf als sogenanntes Brust-mittel hat, ein Bestandtheil der mehrsten Drüsenpulver ist und vor-züglich bei der in Genesung übergehenden Lungenentzündung nützlich.
Apfelbaum.
Er steht in der 4ten Ordnung der 12ten Klasse.
Unter unseren einheimischen Baumfrüchten ist der Apfel wegenseiner Dauerhaftigkeit und Brauchbarkeit in der Wirthschaft die vor-züglichste Frucht. Der Baum selbst läßt sich auch leichter erziehenund trägt früher als der Birnbaum, mit dem er übrigens die Gat-tungskennzeichen gemein hat, nämlich einen fünfspaltigen Kelch, einesünfblättrige Krone und eine Frucht mit einem fünffachen Saamcn-behältniß. Er unterscheidet sich aber von demselben durch den sperr-haften Wuchs der Krone, durch die etwas rauheren, länglicherenBlätter und durch die weniger saftreichen Früchte. Auch sind dieAepfel gewöhnlich in der Gegend des Blüthauges, die Birnen in derGegend deS Stieles zusammengedrückt. Eigentliche Artmerkmale sind:Sägeartig gezähnte Blätter, stiellose Schirmblüthe, glatte Stengel,die Nägel der Blumenblätter kürzer als der Kelch.
Die Dauer der Keimfähigkeit des SaamenS ist 2 bis 3 Jahr,er gehet auf bei der Herbstsaat nach 6 Monaten. Die Aussaat derKerne veredelter Aepfel nimmt man am besten im Herbste vor, weil dieFrühjahrsaussaat bisweilen mißlingt und der Saame nur theilweiseoder gar nicht aufkeimt. Der Keimkraft des SaamenS kann mandadurch zu Hülfe kommen, daß man diesen 24 Stunden in Wasserlegt, worin etwas Salpeter aufgelöst worden ist; auf 1 Quart Was-ser ist ein Loth Salpeter hinreichend; oder daß man die Kerne meh.rere Stunden in guter Milch einweicht; das Einweichen in bloßesWasser, welches den die Kerne umgebenden Schleim auflöst, befördertdas Aufkeimen sehr. Die dauerhaftesten Stämme zieht man auSdem Kerne der Holzapfel und veredelt diese, wie dies bei allen ausden Kernen gezogenen Stämmen geschehen muß, durch das Pfropfenin die Rinde (Pelze). Die Fortpflanzung guter Aepfelsorten mußdurch die Zweige geschehen, welche mit dem Schnitte in eine indie Erde zu legende Kartoffel gesteckt werden, so daß ein paarZoll deS Zweiges über die Erde hcrauSragen. Die Kartoffel er«nährt den Zweig, bis er Wurzel geschlagen hat, er vergrößert sichschnell, bedarf keiner Pfröpfling und wird in der Regel ein schönerBaum mit trefflichen Früchten. Uebrigens gedeihet der Apfclbaumbei rechter Behandlung unter den verschiedensten Formen, die manihm geben will; er verlangt einen guten, schwarzen, etwas lehmigen,rrur nicht zu feuchten Boden, wenn er nur nicht sandig oder naß imUntergründe ist; feuchten Tlzonbodcn, mächtige Kalklagcr oder ganzdürre« Sand verträgt er nicht. Wilde Stämme nehmen hingegen