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Aspe, Espe, Zitterpappel. — Becherblume.
Aspe, Espe, Zitterpappel. r>op»r>»-> er«»»,»!».
Gehört in die 7te Ordnung der 22sten Klasse. Gattungskenn-zeichen: die männlichen Blüthcnkätzchen haben einen zerschlitzten Kelch,eine schiefe, glattrandrige und zusammengeschobene Krone; die weib-lichen, vier Narben. Die Kapsel ist zweifächrig und enthält vieleneirunden, wolligen Saamen.
Die Aspe hat rundliche, starkgezahnte Blätter, deren obere Seitehellgrün, die untere weißlich ist. Sie stehen auf langen, schwachenStielen und zittern daher bei dem geringsten Lüftchen. Die Rindeist von dunkelgrüner Farbe.
Das specifische Gewicht des Aspenholzes ist nach Hartig 0,755vom frischen und 0,425 vom dürren Holze.
Die Heizkraft nach demselben: vom Stammholz 630,
» Stangenholz 717.
Gewiß ist die Aspe kein so verwerfbares Baumaterial, als wo-für Manche sie ausgeben. Ihres schnellen Wuchses wegen, und weilsie nicht so häufig wie die Weide hohl gefunden wird, ist sie dieserzur Verfertigung von hölzernem Hausgeräthe und Schindeln vorzu-ziehen. Letztere sind besonders mit Vortheil auS den größern Espenzu machen, und viel dauerhafter als die Nadelholzschindeln, wennman sie längere Zeit in der Presse zur Abtrocknung behält, ehe mansie auf die Dächer schlägt, sie übrigens nie länger als zwei Fußund nur schmal ausarbeitet. Die Holländer benutzen die Aspe gernund häufig als Allcebaum in den Landstraßen, wozu er indessen nichttaugt, da seine Wurzeln dem cultivirten Boden sehr weit nachgehen.Die Kohle der Aspe dient, wie vom Faulbaum sMiamnng kran-guls) zum Pulvermachen, die Rinde aber ist sowohl den Nothger-bern als auch zur Bereitung der Fackeln tauglich. Ziegel, die mitfrischgehauenem Aspenholze gebrannt werden, erhalten eine bläulicheGlasur und schieferartiges Ansehen, werden zugleich dadurch auchfester und dauerhafter.
Die Aspe ist mithin ein nutzbarer Waldbaum, wächst leicht undbedarf, einmal angepflanzt, gar keiner Pflege; man pflaint ihn ambesten durch Stecklinge fort, wie bei der Acacie gelehrt. Ein frischerSandboden ist der, welcher für diesen Baum am meisten paßt.
Das lufttrockene Laub der Aspe wird von Schafen gern gefressenund steht, seiner Güte und seinem Futterwerthe nach, dem Cichcn-baum gleich.
Becherblume, gemeine welsche Pimpinelle.
Gehört in die 8te Ordnung der 21sten Klasse. Gattungskenn«zeichen: Beide Geschlechter baben einen vierblättrigen Kelch und eineviermal getheilte Krone. In der männlichen Blüthe befinden sich30 bis 40 Staubfäden; in der weiblichen 2 Staubwege mit pin-selförmigen Narben. Die Frucht ist eine Steinfrucht.
Die Pflanze findet sich auf Anhöhen und trockenen Wiesen, dieWurzcl dauert mehrere Jahre und treibt viele Blätter, welche im