Apfelbaum.
s
mit schlechterem Boden vorlieb; es giebt zwei bei uns wild wach-sende Aepfelbä'ume, den Holzapfel und den Johannisä'pfel; erstererist sauer, letzterer süß; der saure eignet sich zur Erzielung von Mit-telhochstämmen, der süße zum Zwcrgobste.
Es giebt sehr viele Sorten von veredelten Aepfeln, welche desNutzens und Vergnügens wegen gezogen werden, hier mögen nurnachstehende, welche die vorzüglicheren und gewöhnlich gcbauclen Sor-ten sind, genannt werden.
Aechte graue Renette, sehr angenehm, enthält viel Stärkemebl.Englische Spital-Renette, sehr angenehm. Englische Winter-Gold-Peping, oder König der Peping, desgl. Muskat-Renette desgl. New«Vorker Renette, fein und angenehm. Graue portugiesische Renette.Cider-Acpfel aus der Normandie, dicker, geleeartiger Saft, schmecktwie gebratene Aepfel. Normandiescke Wein-Renette, etwas wenigerdicker Saft. Callwillartiger Winter-Roscnäpfel, angenehm. Gestreif-ter Peping desgl. Pommeranzen-Aepfel desgl. Walliser Leminen'Peping, sehr angenehm. Wein-Aepfel, angenehm, von schönem Ge-rüche. Gold-Peping, angenehm säuerlich. Weiße antillische Winter-Renette desgl. Große englische Renette, angenehm. Rothe Bastard-Renette, angenehm süß. Gold-Renette, angenehm, etwas beißend.Großer rheinischer Bohnenapfel, angenehm wachsartig« Der Bors-dvrfcr, sehr angenehm. Rothe Stettiner, angenehm süß, u. s. w.
Die Aepfel werden entweder frisch aufbewahrt, oder getrocknet,oder zu Cider verarbeitet.
Das Aufbewahren der Aepfel geschieht mit größeren Mengen ambesten in größeren Haufen; man bringt auf die Erde eine Lage Laub-streu, dann eine Lage Aepfel u. s. f., bedeckt den oben spitz zulau-fenden Haufen mit Erde und im Winter mit Streu; angeschlageneoder madige Aepfel dürfen nicht mit eingemiethet werden. KleineQuantitäten guter Tafeläpfcl kann man auf ähnliche Art in einerTonne verpacken, diese in die Erde vergraben oder in einen Bornversenken. Das Trocknen der Aepfel geschieht, indem man dieselbenin mehrere Theile schneidet, die bessern Sorten auch wohl schält unddas Kerngehäuse entfernt und sie so auf Horden in Oefen zum Trock-nen aufstellt. Recht gut läßt sich dies auch auf gewöhnlichen Malz-darren werkstcllig machen.
Die Bereitung des Cider geschieht auf dieselbe Art, wie solchebeim Weinstocke ausführlicher geschildert. Die Vorarbeiten sind:Schälen der Aepfel, welches aber nicht nöthig, daS Zerstampfen,Pressen und theilwcise Einkochen des Saftes.
Die Rinde der wilden Aepfelbä'ume wird zum Gelbfärben gebraucht,wit den Blättern färben die Landleute roth, mit Zusatz von Dostenkraut.
Das Holz des wilden Apfelbaumes übertrifft in seiner Heiz-kraft die Acacie, wird aber, wie diese, mehr als Nutz- wie alsFeuerholz benutzt.
Die Raupen des Baumweißlingcs, die Ringelraupe, die Scbwamm-Und die blauköpsige Raupe, so wie mehrere Arten von Rüsselkäfernu«d Blattläusen, thun diesen Bäumen vielen Schaden.