Flacht oder Sein.
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aber die Saamen mit dem Leinsaamen auSgeiaet, weshalb bei ge«kaustem Saamen die Reinigung über feine Siebe unerläßlich ist.Die andern Unkräuter, unter denen auch der Leindotter, wenn er ingroßer Menge vorhanden ist, den Flachs oft gänzlich unterdrückt,können durch eine gute Bearbeitung des Ackers, durch reinen Saa-men und vorzüglich durch gutes, sorgfältiges Ausjäten, entfernt gehaltenwerden. Das Jäten ist überhaupt eine der wichtigsten und kostspic.liasten Arbeiten beim Flachsbau. Der Zeitpunkt desselben tritt ge-wöhnlich dann ein, wenn die Pflanzen 2 bis 4 Zoll hoch sind. Istder Flachs bis zu dieser Höbe dicht geschloffen aufgewachsen, so un-terdrückt er die schwächeren Unkräuter, und man hat nur die stark»stenglichen auszuziehen In einem verunkrauteten Boden muß daSJäten so oft wiederholt werden, als das Unkraut überhand nimmt,und dennoch wird man bei der größten Sorgfalt nicht im Standesein, es genügend zu vertilgen. Will man das Jäten nur einmalvornehmen, so müssen die Leinpflanzen 4 bis 5 Zoll hoch sein, eheman daran geht, weil sonst das Unkraut doch leicht wieder durch-schießt. Die Arbeiter müssen beim Jäten gegen den Wind sitzen, da-mit die niedergebogenen Pflanzen sich leichter wieder aufrichten; siedürfen sich nicht hin und her bewegen oder rückwärts rutschen, son-dern müssen, wenn sie mit der rechten Hand jäten, sich auf die linkeSeite setzen, mit der linken Hand sich stützen und vorsichtig vor-wärts rutschen. Sie müssen gleichmäßig angestellt werden und fort-arbeiten, damit nicht an einzelnen Stellen das Unkraut stehen bleibt.In den Niederlanden bedient man sich sogar langer Bänke, auf wel»chen die Arbeiter liegend das Jäten verrichten. Die Arbeiter dürfenkeine Stiefeln oder Schuhe anbaben, weil sonst der Flachs durchden Tritt geknickt wird und nur langsam, einen Knoten bildend,wieder aufwächst. Wenn sich das Unkraut in einigermaaßen be-trächtlicher Menge zeigt, so haben 10 Personen einen ganzen Tagvollkommen zu thun, einen magdeb. Morgen Flachs zu jäten. EineKrankheit, welche den Flachs nicht selten sehr beeinträchtigt, ist das soge-nannte Zusammenlaufen, welches man besonders im Gebirge findet.Der Flachs wird nämlich hierbei zu einer Zeit, wenn er schon ziem-lich herangewachsen ist, plötzlich in seinem Wachsthum gestört, ervertrocknet ganz an den Spitzen oder wächst nur schwächlich fort.Diese Krankheit scheint durch die Witterung, wenn nämlich dieTage sehr warm und die Nackte sehr kühl sind, also durch einensehr schnellen Temperaturwechsel, herbeigeführt zu werden. Eine andereKrankheit, die aber glücklicherweise nur selten vorkommt, ist der Lein-brand, wobei die Blätter und Stengel vor der Reife gelbe Punkteund Flecken bekommen, in welchem Falle nur sehr schnelles Ausreißender kranken Pflanzen die übrigen vor Ansteckung retten kann. — Beidick gesäeten Leinsaamen wachsen die Stengel des Flachses in gutemBoden zwar um so höher, aber sie werden auch um soMnner, und einsolcher Flachs lagert sich leicht. Um dem dadurch entstehenden be-trächtlichen Schaden vorzubeugen, empfiehlt man das soaenanntc Län-dern. Dieses Ländern des Flachses vermehrt zwar allerdings die
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