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Flachs oder Lein.
der Flachs — > — — — — —» 1 Fl. 30 Tr.
Flachsspumerlohn k 5 Zkr. pro Schneller 2 „ — „
Weberlohn k 6 Tr. pro Elle — — 1 „ 36 „
Bleicherlohn » 3 Tr. pro Elle —-„ 18 „
5 Fl. 24 Xr.,
wobei sich also die Elle berechnete auf 54 Tr.; Sachverständige taxir-ten deren Werth aber zu 1 Fl. 12 Tr.
Wo mehr auf Saamen gebaut wird, kann sich der Saamen beigutem Ertrag auf 3 Scheffel stellen. (Breunlin's Flachsbau S. 83.)
Bestandtheile des trocknen Saamens (nach Leo Meier.)11,265 felteS Del,
0,146 Wachs,
2,488 harziger Farbestoff,
0,926 dem Gerbestoff nahe verwandter gelber Farbestoff,
0,991 desgleichen mit verschiedenen Salzen,
6,154 Gummi und Kalkerde,
2,932 Kleber,
2,782 Eiweiß,
44,382 Emulsin und Hülsen,
10,884 süßer Extraktivstoff mit apfelsauren Salzen,
15,120 Pflanzenschein mit feiner Essigsäure, essigsaurem Kali, phos-phorsaurcr Magnesia, phosphorsaurem Kalk, schwefelsauremund salzsaurem Kali,
1,480 Stärkemehl mit salzsaurem und schwefelsaurer Kalk- undKieselerde.
in 100 Theilen.
Oelgehalt des Leinsaamens.
Nach Versuchen in Hohenkcim (Würtemb. landw. Correspondenz-blatt, 1834, 1. Bd., S. 189) 27 p. Et. Oel und 27 p. Ct. Kuchen.
Gewöhnlich wird das Leinöl als Brennöl und zu Firnissen undOelfarben benutzt, wozu eS sich durch seine trocknende Eigenschaft gutbrauchen läßt. Das Del ist goldgelb, von eigenthümlichem Geruchund Geschmack, leicht trocknend, bei 12° R. von 0,9347 spe-cifischem Gewicht dünnflüssig, bei -j- 12° R. 9,7 mal, bei -j- 6°R. 16,5 mal dickflüssiger als Wasser, es verdickt sich bei —13° R.merklich, wird mit zunehmender Kälte etwas blaß und trübe understarrt bei -— 22° R. zu einer festen gelben Masse. In der Brenn-barkeit steht es etwas unter der mittleren Güte; es setzt ziemlichviel Ruß ab; sowohl in dochtlosen als gewöhnlichen Lampen brenntes langsamer als Kohlraps, Hanföl und die übrigen leicht brennen-den Oele, brennt jedoch schneller als Mohnöl und die §7ele, vonWeintrauben, Taback und Senfartcn (Schübler in Erdmanns Iourn.)
Futterwerth. 100 Pfd. Miesenheu sind gleich je 150 Pfd.Leinsaamenspreu und 45 Pfd. Leinkuchenmehl.
Da das Leinöl schnell ranzig wird, deshalb auch gewöhnlich imranzigen Zustande vorkommt, so wird es in der Thierheilkunde alsLaxirmittel gleich dem Fischthrane angewendet.