Fenchel. — Gartenkresse.
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Die Leinkuchen sind, trotz dem, daß selbst Professor vr. Hert-wig es bestreiket, ein herrliches diätetisches Mittel für Pferde; Pferde,welche immer Leinkuchen in Wasser gelöst als Tränke erhalten, blei-ben vor vielen Krankheiten, namentlich catharrbalischen, geschützt,haben ein gutes Ansehen und haaren leicht ab. Bei schwacher, trä-ger Verdauung, bei Vcrschleimung und Würmern ist allerdings dieFütterung der Leinkuchen stets nachteilig. — Eben so wenig isteine zu reichliche Fütterung derselben bei Kühen zu empfehlen, weilsie den Geschmack der Milch verschlechtern.
Aer Fenchel, ^»riiiuin
Gehört in dieselbe Ordnung und Klasse und zu demselben Ge.schlechte wie der Dill. Er ist ein Doldengewächs, hat einen auf-rcchtstehenden gereiften, ästigen, 4 — 6 Fuß hohen Stengel, vielfachzusammengesetzte, haarförmige Blätter und gelbe Blumen. Er wächstim südlichen Europa wild. — Der Fenchel verlangt einen tiefen,humosen Boden. Man säet den Saamen (der billig nicht älter alsein Jahr sein sollte) im April vorerst auf ein gutes Gartenbeet.Wenn die Pflanzen 3 — 4 Zoll hoch sind, versetzt man sie aufFußlänge und 4 Fuß in die Quere. Später hackt und häufelt mandie Fenchelplantage nach Bedürfniß. Trockne und strenge Fröste wir»kcn nachteilig auf dieselbe. Hat man den Fenchel glücklich durchden Winter gebracht, wozu namentlich auch das Abschneiden der nochnicht ganz abgestorbenen Stengel im Herbste beiträgt, so hackt manim Frühjahre die Erde zwischen den Pflanzen wieder auf und häu»feit sie etwas an. Im zweiten und dritten Jahre tragen diese denmeisten Saamen. Nach Maaßgabe des Zureifens schneidet man nachund nach die reifsten Dolden ab und hängt sie an einem lustigenOrte in die Sonne, damit sie völlig trocken werden, wo man dannden Saamen abreibt. Läßt man den Fenchel länger als drei Jahreauf einer Stelle stehen, so artet er leicht aus. Man kann denSaamen auch gleich dahin säen, wo die Pflanzen stehen bleiben solllen; dann streut man ihn aber am besten in Furchen aus, und ziehtspäter die jungen Pflanzen da, wo sie zu dickt stehen, aus. Die Keim-fähigkeit des Saamens dauert 4 — 5 Jahre; auf gehet er nach16 Tagen. — Gewicht eines Scheffels ist: 44 Pfund. Saatbcdarfpro Morgen in Hohenhcim ist 12 Pfd. Ertrag: der Fenchel behältdas Land in der Regel 3 Jahre inne, und lieferte im Jahre 1835in Hvhenheim pro Morgen 912 Pfd. Saamen, 9600 Pfd. Stengel.Der Centncr kostete 16 Fl. 30 Tr.
In seinen medicinischen Wirkungen ist der Fenchelsaamen fastgleich den Anissaamen; waS dort gesagt, gilt auch hier. Das Fen-chelkraut und die Fenchclwurzel soll die Milchsccretion vermehren.
Gehört in die Iste Ordnung der 15ten Klasse. Gattungskenn-zeichen: Ein herzförmiges, an der Sv'tze cinge'chnittcnes, vielsaamigeSbchötchen, dessen Schaalcn nachenförmig und der Scheikcwans