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Gräser.
Ueber die Gräser besitzen wir hauptsächlich nur vorgehende Ta-belle von Sinclair, welche von Schüblcr geordnet, hier sehr vervoll-ständigt wiedergegeben worden.
Schüblcr bemerkt dazu: »die Angaben der Ergiebigkeit mehrererdieser Grasartcn könnten zu groß erscheinen, wenn man damit denErtrag auf gewöhnlichen Wiesen vergleicht. Es ist jedoch zu berück-sichtigen, daß die Aussaat und Einsammlung dieser Grasarten mitaller Sorgfalt auf, dem Gedeihen derselben günstigen, Bodenartenvorgenommen worden, und aus dem Ertrage der dazu benutzten klei-nen Flächen, der auf ganze Morgen erst berechnet wurde.« — Fer-ner sagt Schüblcr: »der von ihm gefundene Durchschnitt von 38Procent der grünen, frischen Gräser im blühenden Zustande, und von40,1 Procent im saamenreifen gemäht, auf 100 Theile des frischgemäheten, sei ihm zu groß erschienen, indem man bei gewöhnlichenWiesen oft nur 20 — 25 Procent trockenes Heu auf 100 Theiledes Grünen annimmt.« Schübler führte jedoch eine nähere Unter-suchung von Grasarten seiner Gegend auf dasselbe Resultat. Diesdürfte vorzüglich zu suchen sein in den Wiesenunkräutern, Kleeartenund breitblättrigen Pflanzen, womit unser Wiesenheu im Großengewöhnlich gemischt ist und die oft nur 15 — 20 Procent trockenesHeu geben, als nicht selten 80 — 85 Procent wässrige Bestand-theile enthaltend. Die Ergiebigkeit und Nahrhaftigkeit der einzelnenGräser zeigte sich oft sehr verschieden, je nachdem sie während derBlüthe oder im saamenreifen Zustande gemäht wurden. Mehrereder Gräser wurden daher in dieser Beziehung einer doppelten Unter-suchung unterworfen. Eben so geschah dieses bei mehreren im Oehmd-zustande, wenn sie zum zweiten Mal gemäht wurden.*)
Saatbedarf für 1 Großherz. Hessischen Morgen.**)
s) Für trocken gelegene Wiesen, welche, um gut zu bleiben,manchmal gedüngt werden müssen:
französisches Naygras 1
Pfund,
englisches „
1
Honiggras — —
»
L
„
Ruchgras — —
r
weicher Hafer —
i
gelblicher Hafer —
i
Wiesenrispengras
i
Knaulgras — —
i
Italien. Raugras
i
Wiesenklee — —
2
10 Pfund.
-) WürtcmbcrgschcS landw. Korrespondcnzbtatt, 6. Bd., S. >3l.
") Pabst, in der Anleitung über den Werth der vorzüglichsten Wiesen- undWcidcnpflanzcn von Schnittspahn, S. 1.