Hafer.
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ist der des Strohes. In feuchten Jahren wachst dieses lang aus, introcknen bleibt es kurz. Man bat sich bemüht, ein bestimmtes Ver-hältniß des Strohertrags dem Gewichte nach zum Ertrage der Kör-ner zu ermitteln, man hat aber durchaus keinen sichern Anhaltepunkterlangt, indem oft bei einem ganz kurzen Hafer der Körnercrtragungewöhnlich hoch ist, dagegen bei einem lang ausgewachsenen unge-wöhnlich niedrig ist, der Hafer oft ungewöhnlich schwer, oft aber auchungewöhnlich leicht wird, endlich aber auch die verschiedenen ArtendeS Hafers zwischen Stroh- und Körnercrtrag ein ganz außergewöhn-liches Verhältniß geben. 800 Pfund Strohertrag von dem Morgenist ein geringer, 1600 Pfund ein mittlerer und 2000 Pfund einhoher; man crndtet aber auch über 8000 Pfund Stroh vom Mor-gen. Als ungefähren Anhaltepunkt wird man annehmen dürfen, daß1 berliner Scheffel Haferdrusch 100 Pfund Stroh liefert. Was dieNahrungsfähigkeir der Körner anlangt, so enthält der Hafer sowohldem Gewicht, als dem Volumen nach. in einer gleichen Quantitätweniger Nahrungstheile als andere Getrcidearten, weil er die stärksteHülse hat. Man nimmt an, daß sich die Nahrungsfähigkeit desHafers dem Gewichte nach zum Roggen verhalte wie 58 zu 70;doch ist dies Verhältniß zu gering, und man kann auf den berlinerScheffel Hafer, zu 50 Pfund Gewicht, 30 Pfund nahrhafte Theileannehmen. In der Grundmischung ist der Hafer den andern Ke-treidearten ziemlich ähnlich. Was die Nahrhaftigkeit des Hakerstro-hcs anbetrifft, so sind im Durchschnitt 400 Pfv. davon dem Wertheeines berliner Scheffel Roggens gleich zu schätzen. Wenn man an-nimmt, daß die Gerste den Boden zu 25 Procent auslaugt, so kannman dem Hafer, wenn er von einer gleichen Fläche an Körnercrtragdem Gewichte nach eben so viel giebt, als jene, nur 20 Procent zu-schreiben. In bevölkerten Gegenden, in der Nähe von großen Städten,so wie da, wo ein ansehnlicher Fabrikbetrieb stattfindet, ist der Markt-preis des Hafers nicht selten im Verhältniß höher, als der des Rog-gens, in andern Gegenden ist derselbe aber gewöhnlich verba'ltnißmäßigetwas niedriger als der Noggenprcis. Ob sich dieser hohe Haferpreisin der Folge erhalten wird, ist jetzt nicht zu bestimmen, und wahr-scheinlich dürfte die immer allgemeiner werdende und sich immer mehrbewährende Fütterung der Pferde mit Wurzelgewächsen, vornämlichmit Kartoffeln, so wie die vermehrte Anspannung der Kühe zurAckerarbeit, so wie endlich auch die Vermehrung der Eisenbahnendarauf einwirken. In England jedoch haben die vermehrten Eisen-bahnen keinen Einfluß auf Verminderung der Preise des Hafers qe-babt, was sich am Ende auch bei uns bestätigen dürfte, wenn diePopulation so schnell fortwächst als bisher. Und wenn auch gleichbei der Kartoffelfütterung der Pferde allerdings beträchtlich an Landzur Erzeugung des Futters für die Arbeitsthiere erspart, und beimAnspannen mit Kühen der Hafer gänzlich entbehrlich wird, so wirddoch, da der Hackfruchtbau eine bedeutende Ausdehnung erhalten muß,nicht immer das Land für den Hafer erhalten, worauf er bisherkultivirt worden, so wie auch eine Zugkuh, wenn solche in der