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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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451
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Wc!n, Weinrebe.

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besonders bei älteren Weinen vor, wenn sie anö weichen, geistlosenTraubcnsorten ohne Zusatz von härteren bereitet sind. Die besteAbhülfe gewährt die Mischung mit einem neuern und geistreichemWeine. Auch dadurch läßt sich ein solcher Wein etwas verbessern,daß man ihn in ein mit recht starkem, reinen Weingeist tüchtig aus-gebranntes Faß bringt. Droht bei zu großer Schwäche dem WeineVerdcrbniß, so hilft nur Zusatz von Weingeist, wonach der Weineine Zeit lang liegen muß, bis er den dadurch entstehenden Brannt-weingeschmack verloren hat. Indessen ist dies Mittel nur in derNoth anzuwenden, indem der Weingeist sich nie recht mit dem fer-tigen Weine vermischt und dieser dann Kopfschmerz verursacht.

Säure deS Weins. Trägt ein schlechter Jahrgang dieSchuld von der sauren Beschaffenheit des Weins, so läßt sich anihm noch als Most durch Zusatz von Zucker oder Weingeist einegroße Verbesserung bewirken, wobei jedoch in Frage kommt, ob siedie Kosten lohnt. Durch Zusatz von bessern Weinen können na-türlich geringe saure sehr gewinnen. Eine Entsäurung mit Kreideoder kohlensaurem Kali kann nur in dem Falle räthlich sein, wennjunger Wein bei vielem Geiste eine vorherrschende Säure enthält,welche man vermindert wünscht, um ihn schneller zur Consumtiontauglich zu machen. Soll schon älterer Wein von geringen Jahrgän-gen, der viel Säure enthält, zur Consumtion geschickt gemacht wer-den, so kann man folgendes Mittel anwenden. Man nimmt eineStütze dieses WeinS und mischt in ganz kleinen Portionen inTheilen Wasser ausgelostes kohlensaures Kali so lange hinzu, bisman den Wein für nicht mehr zu sauer für seinen Zweck hält;während dem Zugießen muß der Wein tüchtig umgerührt wer-den. Bei dem Zusetzen deS Kali hat man sich schon bei derersten Stütze die Quantität gemerkt, welche in dieselbe nöthigist. Der so entsäuerte Wein wird in das dazu bestimmte Fastgethan, die Stütze von Neuem mit dem sauren Wein gefüllt,das Kali zugesetzt und so fortgefahren, bis die ganze Wcinguantilätso behandelt ist. Da jedoch der Wein hierdurch nicht starker anWeingeist wird, so muß er schnell verbraucht werden, da er sonstleichter verderben könnte, als wenn die Weinsäure frei gebliebenwäre. Man muß sich übrigens vor einem zu starken Zusatz vonKali sehr hüten, indem der Wein hierdurch einen garstigen Ge-schmack erhält und alsdann auf die Gesundheit nachtheilig wirkt.Außerdem kann sich aber auch Säure im Weine (Essigsäure) ausverschiedenen Ursachen bilden, in welchem Falle in der Regel erstder Kahn vorausgeht. Eine anfangende Säure deö Weins nenntStich. Rother Wein hat viel mcbr Neigung zum Sauerwerden,als weißer, ferner schwacher, geistloser, schleimiger Wein viel mehrals gesunder, geistiger.

Als die Hauptursachcn deS Sauerwerdens sind zu betrachten:Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit der Küfer, wenn sie Fässer neh-men, welche durch irgend eine Ursache Säure angezogen haben,und welche nicht gehörig auSgcsüßt wurden. Ferner langes Ste-