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Wein, Weinrebe.
nicht gehörige Abhaltung der Luft bei schlecht schließendem Spundeder Fässer oder vernachlässigtem Auffüllen. Man sagt von einemmit Kahn belegten Weine, er sei angelaufen oder beschlagen.Der Kahn zeigt sich gemeiniglich zuerst am feuchten Spundlocheund auf der Oberfläche des WcinS, wenn das Faß nicht vollge-füllt ist. Er vermehrt sich schnell, indem er auS einem feinenHäutchen zu einer dicken Haut wird, welche die Flüssigkeit be-deckt, dann in daö Innere dcö Wcincö hinabsinkt und die saureWährung verursacht, die sich durch die trübe Farbe und das Zückenim Geschmack des WcinS kund giebt. Dieser Kan wird durch re-gelmäßiges Auffüllen, sorgfältiges Reinhaltcn und Reinigen derSpunde, der Spundlöcher und ihrer nächsten innern Umgebung undbei Fässern, aus denen Wein gcschänkt wird, durch tägliches Ein-schlaggebcn verhindert. Bei nicht regelmäßig aufgefüllten Fässernist der Kahn auf folgende Weise zu verhüten. Man hängt einen2 bis 3 Zoll breiten Streifen reiner Lcinewand durch die Spund-öffnung bis unter die Oberfläche des Weins ein, schlägt ihn überder Oeffnung zurück und befestigt ihn mit dem ebenfalls mit rei-ner Leinewand umwickelten Spunde. Ein sicheres Mittel, ihn beiangezapften Fässern zu verhüten, soll auch sein, ein paar Löffel vollBaumöl in das Faß zu schütten, welches eine luftabhaltende Deckebildet. Man muß aber dann auf den letzten Wein im Fasse ver-zichten. 3 oder 4 Pfirsichblätter durch das Spundloch in das Faßgehangen, oder ein frisch gelegtes noch warmes Ei durch daö Spund-loch in den Wein gegeben, sollen ebenfalls den Kahn verhüten.Das Schwefeln angezapfter Fässer soll sich auch dadurch ersetzenlassen, daß man in dem Luftraume über dem Weine ein StückMccrrettig hängt und dies zuweilen erneuert. Wenn sich der Kahnam Spunde, am Spundloch«: und an den nahen innern Wänden derSpunddaubcn gebildet hat, so wird er mit der Beilbürste und durchreine Abwischlappen vertilgt. Schwimmt er schon auf der Ober-fläche des WeinS, so wird der Nachfüllwein vermittelst einer Röhreunterhalb desselben in daö Faß eingelassen und so angefüllt, daßder Schimmel zum Spundloche herauöstcigt, hier abgeblasen undabgesondert werden kann. Indem man hierbei von außen einige-mal an die Bodendauben klopft, wird auch der Kahn, der sich mehrvom Spundloch«: entfernt hatte, dahin gesendet, um aus dem Fasseherauszukommen. Wenn aber bei einem nicht mehr vollen Fasseder Kahn selbst znm Spundloch«: hcrauözusteigen vermag, so kann erzuweilen mit einem Stocke, welcher zum Spundloche hinein in denKahn gesteckt wird, vollständig herausgehoben werden. Ist aber.der Kahn bereits mit den obern Wcinschichten gemischt, dann sollder Wein vorsichtig am Zapfcnloche abgezogen werden, damit derSchimmel in daS Lager hinabsinke und in demselben zurückgehaltenwerde. Damit der Kahn nicht mit durchgehe, muß der Hahn mitGaze umbundcn werden. Im klebrigen verfährt man mit demWeine wie beim Sauerwerden.
Zu große Leichtigkeit (Schwäche) des Weins kommt
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