Wein, Weinrebe.
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4. Verbesserung der Weine,s) Die Verbesserung des Weins durch Frost, indemman namentlich geringere Weine gefrieren läßt, ist ein fehlschlagen-des Mittel. Auch kann man dadurch einen Wein erzeugen, der zurVerbesserung anderer sehr wirksam und geeignet ist. Indessen wirdman doch nicht leicht Vortheil von Anwendung dieses Verfahrenshaben, weil der große Verlust an Quantität, den man durch Hcr-ausfricren der wässerigen Theile erleidet, dasselbe nicht ökonomischvorthcilhaft macht. Der Wein wird hierzu in reinen Zubern oder inFässern, (welche letztere, wegen Gefahr des Zerspringend, nicht ganzvollgefüllt werden dürfen) einer Kälte von 8 bis 10 Grad R. aus-gesetzt. Je nachdem man nun den Wein stärker oder schwächerhaben will, läßt man ihn mehr oder weniger cinfrieren und zapftden übrig gebliebenen, durch Herausfricren der wässerigen Theilenun sehr geistigen Wein ab. Man muß dabei kein Eis mitlaufenlasten, indem dies aufgcthaut einen unangenehmen Geschmack zu-rückläßt. Für rothe Weine ist dies Verfahren weniger geeignet, alsfür weiße. —
K) Den Geschmack der deutschen Landweine soll manin wenigen Tagen dadurch verbessern und sie den französischenleichten Weinen ähnlich machen können, daß man sie mit gutausgelaugter und durch Glühen unter dem Zutritt der Luft halb-verbrannter Knochenkohle in Berührung setzt. — Junge, geistreicheWeine nehmen den Charakter eines hohen Alters an, wennman sie mit ein wenig Sancrstoffäthcr vermischt, oder in mit Bla-sen verbundenen weiten Gefäßen durch Verdampfen entwässert. Setztman dem Wein hierbei etwas Platin mehr zu, so folgt diese Ver-änderung noch schneller. Sehr geistreichen Weinen soll man auf folgendeWeise sehr schnell den Geschmack sehr alter Weine geben können. Manfüllt die Bouteille bis auf ein Glas leeren Inhalt, verstopft sieund stellt sie inS Wasscrbad, das man auf 60 Grad R., aber nichthöher, erhitzt, läßt sie so 2 Stunden stehen (oder stellt sie so langein einen mäßig erwärmten Backofen) nimmt sie heraus und fülltsie vollends auf, worauf man sie wohl verstopft. —
c) Um dem Weine einen angenehmen Parfüm zu er-theilen, sammelt man sorgsam und vorsichtig die Wcinblüthcn,was dcS Morgens, wenn der Thau gefallen ist, so bewerkstelligtwird, daß man mit einem kleinen Stäbe schwach an den Wcinstockschlägt, wo dann die aufgeblüheten Blüthen in einen darunter ge-haltenen Korb auf eingelegtes Papier fallen. Man trocknet sie imSchatten, pulvert sie und bewahrt sie an einem nicht zu feuchtenOrte aus. Bei der Weinlese thut man eine gewisse Quantität die-ser pulverisirten Blüthen in ein zugebundenes Säckchen, daS manin ein Faß hängt, worin der Wein gährt. Noch besser werdendie getrockneten Blüthen mit Branntwein ausgezogen und die er-haltene Tinktur in die Fässer gethan. —
ä) Um rothe Weine zu entfärben, wirft man gestoßeneKohle durch das Spundloch in das Faß, rüttelt cS tüchtig hin und