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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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Weizen/

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hohen Grade von wirklicher Schwäche verbunden ist. Seiner stär-j kenden Wirkung wegen verdient er in den meisten Fällen den Vor-zug vor dem Weingeist. Die Gabe kann für Pferde und Rinder4 bis 1 Pfund, für Schafe 3 bis 6 Unzen, für Schweine 1 bis3 Unzen und für Hunde 4 bis 2 Unzen sein, richtet sich aber injedem Falle nach den gegebenen allgemeinen Andeutungen.

Aeußerlich kann der Wein bei den verschiedensten Krankheitenangewendet werden. Am zweckmäßigsten sind hierzu die sauren undrothen Weine, die man zum Waschen und zu Umschlägen, kalt oderwarm und zuweilen in Verbindung mit aromatischen Kräutern, mitKampher, mit Kochsalz, mit adstringirenden und andern Mitteln benutzt.

Die Wcintrcstern (vrnsces) oder die ausgepreßten Hülsenund Stiele der Weinbeeren und Trauben und die Wcinhefen,das Wcinlagcr (b'aeces vini s. irrster vini) oder der nach demersten Abziehen des WeineS zurückbleibende Bodensatz, enthalten beideGcrbcstoff und Kohlensäure, besonders letzterer im frischen Zustande sehrreichlich. Sie wirken daher zusammenziehend, erregend und fäul-nißwidrig und können zu Umschlägen und Bähungen gegen asthe-nische, torpide Entzündungen, gegen Quetschungen, vorzüglich abergegen brandige, unreine und stinkende Geschwüre angewendet werden.

Dies ist die edelste unter den einheimischen Getreidearten, de-ren Saamcn das wcißeste, feinste und köstlichste Mehl liefert. DieseGattung steht in derselben Ordnung und Klasse, wie der Roggenund hat folgende Kennzeichen: Der zweispelzige Kelch sitzt einzelnund enthält 3 stumpfe Blümchen; die eine Spelze ist bauchig undzugespitzt, die andere glatt. Man theilt die Arten in 2 Familien,in jährige und in ausdauernde. Zu den letztem gehört das ge-meine Unkraut, die Quecke; zu der ersteren unsere kultivirtcn Wei-zenarten.

Man kann also auch hier wieder sagen: Ertrcme berühren sich!

Durch die Kultur sind mannigfaltige Spielarten des Weizensentstanden, welche sich in derselben nur dadurch unterscheiden, daßdie eine Fruchtart Winter-, die andere Sommerfrucht ist, und daßdie sogenannten ausländischen Arten durchschnittlich größere Anfor-derungen an den Boden machen, als die gemeinen Arten.

Die Dauer der Keimfähigkeit deS SaamenS erstreckt sich auf2 3 Zahr; Aufgehen desselben nach 8 Tagen.

Gewicht des Saamens.

Driricuru vnlAsrs, gemeiner Weizen, wiegt:

Weißer, gemeiner Bartweizen, gemeiner Weizen mit grünem Kerne,Winterfrucht, 87 Pfd.,

weißer, sammetartiger, gemeiner Bartweizcn, Grannenwcizen, 92 Pfd.,i rorher, gemeiner Bartweizen, Grannenwcizen, 89 Pfd.,

, ! rother, sammetartiger, gemeiner Bartwcizen und rother, sammctar-tigcr Grannenweizcn 90 Pfd.,brauner, gemeiner Bartweizcn, Fuchöwcizen, 90 Pfd.,

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