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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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471
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für den Weizen geeignet wäre, der nur 4 Korn Ertrag voin Bo-den stiebt, zum Anbau dcS Weizens nicht geeignet ist, selbst beireichlicher Düngung, und daß man unter allen Umständen in einemsolchen in Berücksichtigung der gcsammten Wirthschaftöverhältnissevom Roggcnbau stets mehr Vortheil haben werde.

Nach der Erfahrung, daß gemischte Saaten untereinander oftbester gedeihen, als wenn sie für sich gesäet werden, hat Weizenund Roggen, im Gemenge gesäet, einen höhern Körncrertrag gege-ben, als wenn eine dieser Saaten für sich allein gemacht wordenwäre. Ganz besonders hat der Weizen in dieser Gemengesaat eineVollkommenheit in einem ihm so nicht entsprechenden Boden erlangt,wie sie durch andere Kulturmittel nicht zu erreichen war, wenn erfür sich allein gesäet wurde. Im südlicheren Deutschland hat sichdiese Gemengesaat vortheilhafter gezeigt, als im nördlichern, indemhier der Weizen oft im Frühjahre sehr spät zu treiben anfängtund der Roggen einen solchen Vorsprung erlangt, daß er bereitszur Reife kommt, während der Weizen noch grün ist. Doch kannman auch hier in der Mehrzahl auf einen günstigen Erfolg rech-nen, wenn man eine späte Roggenart und eine frühe Art des Weizenswählt, zumal eS dem Weizen in Absicht auf die Güte der Körnerzu Mehl zuträglich ist, vor vollendeter Reife gemähet zu werden.Wo der Weizen hoch im Preise steht, ist immer eine solche Gemen-gesaat nicht unempfchlenswerth, indem man dabei, da der Weizennur dünn unter den Roggen gemischt werden darf, nur den Saa-mcn riskirt, den Betrag dafür aber doch auch wenigstens zum Theildurch einen um so stärker» Strohertrag, als wenn der Roggen fürsich allein gestanden hätte, erstattet erhält.

Die Düngung betreffend, so ist, da der Weizen für die edelsteGctreidcfrucht gilt, der Grundsatz vorherrschend, die Kraft des fri-schen Mistes ihm vorzugsweise zuzuwenden, um theils sein Gedei-hen zu befördern, theils einen um so höheren Ertrag zu erzielen.Wenn der Boden an und für sich nicht sehr humusreich und durchwiederholt stete Düngung kräftig ist, so muß allerdings das Ge-rathen des Weizens durch Düngung unterstützt werden; doch kommtin einem sehr humusreichen und besonders lästigen Boden der Wei-zen auch ohne frische Düngung gut fort, ja man kann sogar durchdiese mehr schaden als nützen, indem sich der Weizen lagert oderdurch Krankheiten leidet. In einem solchen Boden ist es ange-messener, die Geile des frischen Mistes für andere Gewächse zu be-nutzen, welche sie vertragen. Die Stärke der Düngung zum Wei-sen muß in einem bestimmten Verhältnisse zum Reichthum des Bo-dens und dessen Bindigkeit stehen. Man nimmt gewöhnlich an,daß die Düngung zum Weizen um 4 stärker sein müsse, als zumRoggen. Frischer, noch nicht zergangener Mist, ist dem Weizen nichtzuträglich, und wenn man kurz vor der Saat düngt, so ist eS an-gemessen, nur gehörig zergangenen Mist zu wählen. ES kommtaber auch darauf an, daß der Mist gehörig mit dem Boden ge-mengt sei, besonders wenn er bindiger ist, und man muß ihn daher