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Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
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477
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Weizen.

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letzten Hälfte des August. Hut daS gut umgebrochene Kleeland4 5 Wochen gelegen, so wird dasselbe vom Regen Feuchtigkeitcingcsogcn haben und die Kleewurzcln werden durch ihre Fäulnis?um so besser zur Düngung für den Weizen werden. Ein scharfesEineggen der Saat, besser aber daö Unterbringen mit dem Erftir-pator, genügt nach dem cinfahrigen Umbrüche. Um das Um-pflügen des Klceackcrs bei der cinfahrigen Bestellung gehörig zuvollführen, so daß da, wo der Kamm des Beetes zusammengefahrenwird, kein roher Balken bleibt, ist folgendes Verfahren zu empfeh-len. Einige Wochen vor dem Umpflügen der Klecstoppcl läßt manden geschicktesten Pflügcr in jeder Beetsurchc der Kleestoppel einmalganz flach hin und her pflügen, so daß beide Furchen auseinanderauf die Beetränder geworfen werden. Sobald nun später daSwirkliche Umpflügen der Klecstoppel vor sich geht, sind die aus denBeetfurchen gepflügten Klecstöcke vertrocknet, und sie werden nunwieder in die Furchen gepflügt wobei der Pflug aber tiefer gehenmuß, so daß er zugleich auch die darunter liegende Stoppel mit um-bricht. Man kann auch mit einem gut ausstreichenden Haken da,wo der Kamm des Beetes kommen soll, eine Furche vor dem AuS-bruche auspflügen, wodurch man denselben Zweck durch ein einma-liges Hinfahren erreicht, während man mit dem Pfluge hin- undherfahren muß. Beim einfahrigen Umbrüche ist zu beachten, daßnicht zu seicht gepflügt werde, so daß bei dem nachherigcn Eineg-gen deS Weizens die untergepflügte Kleenarbe nicht von der Eggeberührt und nicht auf die Oberfläche gebracht wird. In einemnicht sehr bindrgen Boden ist es angemessen, nach dem Umbrüchedes Klees zu walzen, weil sonst der untergebrachte Klee wenigerleicht fault und die obere Bodcnkrume für den Weizen zu lockerbleibt, besonders dann, wenn man den Klee vor dem UmpflügenNoch hat beträchtlich heranwachsen laßxn, oder wenn man Mistaufgefahren hat. Wenn man den Kleeacker, oder überhaupt einenvcrras'tcn und vcrqueckten Boden auf eine Furebe nicht hinlänglichbestellt hält, so wird das in Belgien übliche Zwcifurchcn empfohlen.Es geht ein Pflug voran, welcher die Klccnarbe zu einer Dickevon 6 Centimetcr schalt und sie in die geöffnet« Furche fallen läßt,darauf streicht der zweite Pflug den Streifen vollends bis zu einerTiefe von 12 Centimenter aus. Dadurch wird die Furche 18 Cen-timetcr tief, insofern cS nämlich der Boden erlaubt. Nach allenbehackten Früchten ist nur eine cinfährige Bestellung nöthig, weilnach ihnen der Boden genugsam aufgeschlossen und rein von Un-kraut ist. Oft ist sogar der Boden zu locker nach ihnen, und indem Falle ist wiederholtes Walzen anzurathen, oder die Saat deSWeizens unterzupflügen. Nach Hafer wird eine dreifurchige Be-stellung um so nöthiger sein, als derselbe gewöhnlich kein besondersgut zubereitetes Land erhält und sich auch der Boden unter ihmfest zusammenschließt. Folgt der Weizen auf sich selbst, so wirdgewöhnlich, da das Land zur ersten Saat gut bestellt wird, nureure zweifurchige Bestellung gegeben. Nur in demselben Falle, wenn