Weizen.
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Weizens noch unter manchen Verhältnissen lohnend machen kann,indem er dann vielleicht einen um so höheren Preis behauptet, sonimmt man doch an, daß dies eben nur unter besondern Verhält-nissen stattfinden könne, und daß in Bezug auf die gesamnitenWirthschaftsvcrhältnisse man einen größer» Nutzen haben werde,andere Früchte zu bauen. Der Weizen erschöpft den Boden nicht alleinin eben dem Verhältnisse, als er mehr Nahrungsgchalt als andereGetrcideartcn enthält, sondern er giebt auch im Verhältnisse zu sei-nen Kulturkosten und des benöthigten Düngeraufwandeö, wenn derBoden niebt sehr humusreich ist, verhältnißmäßig weit weniger Dün-germatcrial durch sein Stroh, welches, wenn eS nicht dünnhalmigist, als Futter nicht besonders geschätzt wirb, wegen seiner Weich-heit aber selbst als Streustroh weniger in Achtung steht, indem esim Misthaufen eine weit geringere Gewichtzunahme annimmt, alsWinterroggcn- und selbst Haferstroh. Der Weizen verlangt mehrals andere Früchte einen außerhalb der Felder erzeugten Dünger-zuschuß, oder eine WirthschaftScinrichtnng, die sich nach seinem An-bau richten muß, und es ist hierbei hauptsächlich in Betracht zuziehen, ob er als ein besonders zum überseeischen Absätze geeigneterArtikel den Vorzug vor andern Früchten verdient. —
Sommerweizen. Auch hier kommen die verschiedenen Ar-ten in der Kultur im Wesentlichen übcrcin. Die Saamcn desSommerweizens werden unansehnlicher, kleiner, zum Theil dickscha-liger und weniger mehlreich, doch übertreffen manche Arten geradehierin den Winterweizcn, so wie ihr Mehl in mancher Hinsicht hö-her geschätzt wird. Der Preis des Sommerweizens ist gewöhnlichniedriger, als der des Winterweizens, doch oft auch mit diesemgleich. Dem Brande unterliegt er sehr oft, so wie ihm auch man-cherlei Insekten einen nicht unbeträchtlichen Schaden zufügen, sohaß er im Ganzen als eine sehr unsichere Frucht betrachtet wird,jedoch in einer Gegend mehr als in einer andern. — Der Som-merweizen kommt auch in einem losern Boden fort, verträgt jedochauch den mehr kundigen. Er verlangt einen besonders kräftigenBoden, da er seine Vegetation in einem kurzen Zeitraume vollendet,und ein mäßig feuchtes Klima sagt ihm besonders zu, während erda nicht gut fortkommt, wo es sehr trocken ist. Er paßt daherrecht gut für Gebirgsgegenden, wo das Fortkommen des Winter-weizens deshalb gefährdet ist, weil zu befürchten steht, daß er nichtalle Jahre reif wird. Ein Boden, in welchem die große zweizeiligeberste ein vorzügliches Gedeihen findet, ist auch dem Sommerweizenbesonders zusagend. Der Boden muß möglichst rein von Unkrautsein, eine tiefere Ackerkrume ist zwar wünschenswert!), doch nichtunbedingt nöthig, indem der Sommerweizen auch in einem stach-grundigeren Boden gut fortkommt, nur ist er hier bei einer sehrgünstigen Vegetationsperiode dem Lagern unterworfen. —
Unter den Sommergetrcidearten verträgt der Sommerweizenrncht nur die frische Düngung am ehesten, sondern es hängt auch,venn der Boden nicht besonders kraftvoll ist, sein Ertrag von der