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Weizen.
zu ihm verwendeten Düngung ab. Je bindiger der Boden ist, umso angemessener ist eine stärkere Düngung. Der Mist wird vorWinter aufgefahren und ist der Boden mehr leicht, so wird dasoberflächliche Liegenlassen desselben über Winter angerathcn. Ob-schon der Pferde- und Schafmist feinhülsigere Saamen erzeugt alsder Rindsmist, so ist doch der Unterschied beim Sommerweizen we-niger bemcrklich als beim Wintcrweizcn. Die mineralische Düngungsagt dem Sommerweizen sehr gut zu. —
Der Sommerweizen findet seinen Platz nicht selten nach be-hackten Früchten neben der großen Gerste, und ist der Boden nichtzu trocken, von Natur reich und ist zu jenen Gewächsen stark ge-nug gedüngt worden, so geräth er recht gut und er kann oft einenbeträchtlich großem Ertrag geben, als die große Gerste, obschondie meisten Landwirthe die letztere, wegen der wenigem Gefahr desMißralhens, vorziehen, es müßte denn gerade Mangel an Winter-weizen in einer Gegend dem Sommerweizen einen hohem Werthverleihen. Indessen kann es im kundigen Boden allerdings gera-then sein, den Sommerweizen nach behackten Früchten folgen zulassen, da er hier bäufig sicherer geräth als die Gerste; um dannaber einen angemessenen Ertrag zu erhalten, bleibt es immer gera-then, nach diesen Früchten noch eine schwache Düngung zu geben,was allerdings einen beträchtlichen Aufwand von Mist erfordert.Mail läßt daher, um einen so beträchtlichen Düngeraufwand zuvermeiden, in den meisten Fällen den Sommerweizen lieber nach ei-ner Winterfrucht folgen, nach welcher ohnedies hätte gedüngt wer-den müssen. Ein sehr guter Borgängcr des Sommerweizens istder Klee. Wenn dieser im vorhergehenden Jahre länger zu Futteroder Weide benutzt werden mußte, als daß er noch zu Winterweizenhätte zubereitet werden können, so kann man, wenn man das Klee-feld übcrdüngt, den Klee noch etwas heranwachsen läßt und dannnoch vor Winter die Klccstoppcl umbricht, allerdings mit Wahr-scheinlichkeit auf einen guten Ertrag des Sommerweizens rechnen.Auf Winterwcizcn läßt man den Sommerweizen nicht gern folgen,und noch weniger nach Gerste, selbst wenn frisch gedüngt wird. —Der Sommerweizen verlangt als schnellwüchsige Pflanze nicht nureinen gut zubereiteten und von Unkraut gereinigten Boden, sondernderselbe muß auch längere Zeit der Luft ausgesetzt gewesen sein,damit die sich im Boden befindenden NahrungSthcile aufgeschlossensind. Die Bestellung erfolgt gewöhnlich drcifurchig, wenn nicht etwavorher behackte Früchte auf dem Felde gestanden. Die Bearbeitungdarf nicht tief erfolgen; ein Hauptcrforderniß derselben ist aber, daßsie in gehöriger Zeit vor der Saat vollendet sei, weil es der Som^merwcizcn ebenfalls liebt, in eine gehörig gesetzte Saatfurche ge-säet zu werden. — Ein durchaus vollständiger Saame ist bcünSommerweizen ein um so unumgänglicheres Bedürfniß seines Gc-rathcns, weil jede Kränklichkeit oder Schwäche der Pflanzen, welcheauS unvollkommenen Saamen entstanden, ihn im Wachsthumsehr zurücksetzt und die Veranlassung eines geringen Ertrages ist-