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Die Landwirthschaft.
Laub getrocknet und aufbewahrt, die jungen getrockneten Zweige als Schaffutter ingeschätzt. Vor Allen gibt Columella eine tüchtige Wiesenbaulehre. Br
Daß die Römer den medischen Klee (Luzerne) bauten, ist bekannt, nicht Thminder auch waren einige südliche Melilotus - Arten in Kultur (keineswegs aber k u
Rothklee!) und die NoclieuZo orboroa der Grieche». Auch Bokshornklee, Weiß- No<
rüben und Steckrüben wurden gebaut und selbst der Boden zu letzteren sehr gre
sorgfältig vorbereitet; doch scheinen alle diese Futterpflanzen viel weniger vonBedeutung für sie gewesen zu sein, als bei anderen Völkern des Alterthums. psb
Um so mehr aber liebten sie den Anbau von Mengfutter (Oe^inum -— -äxö?) lau
und zwar Wicken, Saubohnen rc. mit Haber oder Gerste, bald auch bloß ein sstä
Cereal allein zum Grünfuttcr (insbesondere dann larimAo.) Dennoch entsprach ^ch
diesen Mitteln nicht der Erfolg und es ist wenig hervorstechendes Edles in der Sc
Wiebruckt der Römer zn bemerken. So schwer ist es, auch bei guten Hilfsmit- ^
teln und großer Sorgfalt diesen Zweig landwirthschaftlicher Betriebsamkeit zurhöhern Vervollkommnung zu bringen! Wohl auch trug der Mangel an natur- jch
wissenschaftlicher Forschung überhaupt und in Bezug auf Anatomie und Phyfio-logie des Thierkörpers insbesondere viel dazu bei, diese eifrigen und bemitteltenLaudwirthe, — deren Nevenüen aus dem ganzen damals bekannten Erdkreise Mflössen, — in Bezug auf die wahren Zücht^ungsgriüidsätze und beste Behand-lung bei Aufzucht und Nachzucht zu blenden. Das weibliche Thier vor Allem Ei>bei der Nachzucht zu berücksichtigen, sagt Virgil, aber Columella ist ihm eutge- hsr
gen. Daß sie noch in (pätefter Zeit ihre Hirtenfeste (Lnovotuurilion) feierten, Eviele Geschlechter selbst den Namen davon trugen, wie denn das Geld selbst lag(— weil Vieh älteste Tauschwaare war) deutet nur aus die bei allen Völkern dasvorkommenden Erscheinungen, die mit dem Uebergange aus dem Nomadenleben schc
zum ständigen Grundbesitz verbunden sind. Indessen auch über Viehzucht stellten Ae!
ihre Autoren, zumal der unübertreffliche Columella, sehr schöne Grundsätze auf.
Aus Epirus bezogen sie die edelsten Rinder, auch Gallien habe schöne, Dr
vor den ligurischen wird gewarnt. Ochsen waren nebst Eseln und Maulthiereu 15!
vorzüglichste Zugthiere. Sie durch Rücken und Brust (also mit Kummet!) zie-
hen zu lassen, nicht mit Jochen — räth Columella. Die Ochsen gut zu behan- 5Pdein, räth Kato vor Allem an. Gute Ochsen haben weit auseinander stehende 'phHörner, breite Stirn, weite Nasenlöcher, breite Brust und dicke Wamme, das EHaar sei kurz und dick, die Haut weich, der Leib lang und tief, die Farbe roth
oder dunkelbraun. Die schönsten Esel hatte Kampamen und die Maulthiere "rj
wurden sehr geschätzt. Schafe aus Apulicn stellt 'Plinins allen andern vor.
Sehr geschätzt und mehr als bei allen Völkern des klassischen Alterthums — W
wird bei den Römern, welche selbst eine angesehene Familie mit dem Beinamen M
SerolA zählten, das Schwein. „Wer baut denn ein Landstück bei uns und hält dekeine Schweine?"
Das Pferd ward nicht zum Ackerbau verwendet, wohl aber von manchen ^önLandwirthen gezüchtet. Sehr wenig Bemerkenswerthes enthalten darüber römische venAutoren. '"ch
„Sachkenntnis Ausgebenkönnen und Lust zum Handeln" seien die Grund-Pfeiler landwirthschaftlicher Betriebsamkeit, sagt Columella. Seit den gemüth- höülichen Lehren, die Hesiod über den Betrieb im Allgemeinen gab, war nichts habDerartiges mehr in wissenschaftlicherem Gewände erschienen bis auf Varro's undColumella's Zeit. Auch schon Kato hatte gelehrt, wie ein Landgut zu schätzen 'an
nach Lage, Boden und Wasser, nach der Nähe von Märkten und schiffbaren E)
Flüssen, Fülle von Arbeitskräften, guten Wegen, Zustand der Baulichkeiten,nach Schiff und Geschirr, vor Allem auch nach richtiger Vertheilung des Landes