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Die Landwirthschaft.
Wenn wir Thaer den hervorragendsten Landwirth des anfangenden 19.Jahrhunderts, ja den Reformator und Gründer der neuern Landwirthschasts-lehre genannt haben, so ist wohl billig, den Nachweis zu geben, zunächstdurch besondere Aufführung des Neuen in seiner Lehre, Mit Recht sagt erselbst in seinem Hauptwerke, das ihm für alle Folge die Basts blieb — dieEinleitung zur englischen Landwirthschaft — daß bis aus seine Tage alle Land-wirthschaftslehre nur eigentlich provinziell gewesen sei; — er bestrebte sich, ihrallgemeine Gcltu'ng zu geben eben durch das Substrat des Rationellen.Dennoch aber ist auch seine Landwirthschaftslehre noch sehr geographisch be-schränkt und paßt großent Heils immerhin auch nur für Mitteleuropa, wiedieß eben das Klima vornehmlich bedingt hat.
Erfahrung zunächst ist ihm die Grundlage landwirthschaftlichen For-schens und mit Recht tadelt er das speculative Verfahren, Streitfragen u priorizu lösen, die lediglich zum sichern Entscheid das Experiment brauchen, nochmehr den Mangel jeglicher Berechnung des Reinertrags. Bekanntlich geriethThaer bald hinter die Werke englischer Schriftsteller, die gerade in der letztenHälfte des 18. Jahrhunderts — in achtziger und neunziger Jahren insbeson-dere — zur hohen Vollendung gekommen waren. — In England nämlich hatteder reiche, grundbesitzende Adel, freie Regicrungsform, treffliche Gesetze, blühenderHandel und Industrie, einen sehr hohen Stand in der Entwickelung der Land-wirthschaftslehre — theoretisch und praktisch — erreicht, wie wir dieß in denunten folgenden Reflexionen genauer entwickeln werden. Dennoch überschätzteThaer, der die englische Landwirthschaft so musterhaft beschrieb und empfahl,ohne selbst noch in England gewesen zu sein, britische Vorzüge nicht, wasseine Nachbeter oft gänzlich außer Acht ließen, und gibt sehr wohl zu erkennen,wie die hohe Vollendung landwirthschaftlichen Strebens und Betriebes nurEigenthum einzelner Männer und Gesellschaften, zumal des von ihm so hochgerühmten boarä ok o^rleulturs, seien, nichtsweniger aber im Lande allgemeinverbreitet. Er selbst sorgte auch für gute Ucbersetzungen englischer Werke.
Eine gute Schilderung landwirthschaftlicher Verfassung und Besitzverhält-nisse zwischen Pacht und Grundbesitzer geht einer Auseinandersetzung der histo-rischen Verhältnisse der Entwickelung der Landwirthschaft als Wissenschaft inEngland voraus (siehe oben.)
Hier bleibt er, gleich dem spätern Schmerz, bei A. Avung, demdamaligen Koryphäen europäischer Landwirthschaft, länger stehen und rühmtvorzüglich die Menge von Versuchen, welche dieser weitgereiste Schriftsteller inseinem ersten wichtigen Werke u oom-so ot experimental uArieuIturo 1770 auf-gezählt hat. Nicht minder kommen die Normals ÄArioutturs und das ältereLluseum rustioum zur lobenden Anerkennung.
Die neuere Zeit wird schon zum Theil schwer begreifen, warum Thaerauf die Abtheilung der Grundstücke und ihre Umfriedung — Koppeln — soviel noch zu Anfang unseres Jahrhunderts halt, wie denn noch jetzt in Eng-land selbst eine Verkoppelung der Grundstücke mit Hecken und Zäunen für sehrwesentlich und wichtig gehalten wird. Allein wenn man sich erinnert, daßThaer in einer Zeit schrieb, wo allgemein Waidetrieb noch mit den Rechtender Vorzeit, die wir in der geschichtlichen Einleitung genauer erörterten, be-stand, Stallfütterung noch im Entstehen war und Waideservitute florirten, daßendlich in England Waidetrieb und Fütterung des Viehes aus dem Felde nochsehr häufig ist, so wird man leicht begreifen können, wie man Etwas für sowesentlich halten konnte, was durch die Gesetze neuerer Zeit in Deutschlandziemlich überflüssig geworden ist.
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