Neueste Geschichte.
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W Tharand,
^e» hohe Stellung unter den landwirthschaftlichen Lehranstalten Deutschlands
seit der Wirkung Schweitzer's allgemein bekannt ist, — wo aber doch immerdas forstliche Interesse bedeutend im Vordergründe blieb — ebenso wie inHohenheim im Hintergründe — von dieser geschätzten Anstalt sind uns bis zurZeit keine genaueren Nachrichten außer den folgenden bekannt geworden.
. .. Der unvergeßliche Cotta gründete 1811 zu Zillbach eine Privat-Forst-^ lehranstalt, die 1816 mit ihrem Stifter zugleich nach Tharand versetzt
wurde. Erst 1829 verband man damit eine landwirthschaftliche Lehranstalt,
^ allein es scheint, als hätte niemals die Landwirthschaft dort nur gleiches An-M sehen, geschweige erst die höhere Bevorzugung, die ihr entschieden gebührt,
erreichen können, und noch bis auf die neuere Zeit ward über stiefmütterliche
^ Behandlung des landwirthschaftlichen Lehrantheiles geklagt. Es hat sich Feu->os dalstolz mit büreaukratischer Blasirtheit bei gar vielen Forstleuten noch aus den^ Zeiten des freigelassenen Wild- und Waldhüters erhalten und ragt leider nochjetzt hinein in die realistisch-nüchternen Ansichten unserer klarsehenden Zeit.
In Tharand verlangt man 2 Jahrescurse zur Vollendung der landwirth-^ schaftlichen Studien; Praxis wird nicht geübt, das damit (1836) verbundene
.. „Folgengut" mit 51 Tagw. Ackerland wird musterhaft betrieben, ein kleines
E Versuchsfeld genügt den Demonstrationen, über Mangel au Gerathen oder
tt ii Tributen (?) wird geklagt, die Lehrkräfte sind sehr vollständig und trefflich
en ^hräsentirt. Cotta fun., Krutsch, Preßler, Reum, Roßmäßler. Schweißer
üm- bekanntlich den Ruf nach Bonn. Ueber Frequenz und Unkosten liegt
ben vor, doch soll erstere bedeutend sein — und letztere nicht minder,
'lel- Die Aufnahme geschieht im April und November und eine neue Reorganisationrrcr Anstalt ist in den Tharander Jahrbüchern (1846) zu lesen, wo auch vonb w preßler in trefflicher Abhandlung über Realschulwesen überhaupt tiefe Erörterungenilepflogen werden. Humanistischem Flitterkrame zu Ehren hieß man wohl dieAnstalt: Akademie der Forst- und Landwirthe. — Das halbjährliche Honorar. beträgt 25 Rthlr., für Ausländer 37^ Rthlr., Jnscr. 4 Thlr. ' Es liegtn n ^ dlane unserer encyklopädischen Bearbeitung, auch der ausländischen" oder der geringeren inländischen landwirthschaftlichen Institute und Lehranstaltenhier so weitläufig zu erwähnen, als es bei den ersten Deutschlands > geschah,mögen ihre Namen einer größern Gesckichtbearbeitung aufbewahrt bleiben.^ allen Hofwyl (1790 und 1804), Ungarisch Altenburg (1818),iv - iGeorgikon), Gratz, Krummau (1799) in Oesterreich, Meleto in Tos-^>a (1838), Lichtenhof bei Nürnberg (1833), Eisen ach (1833), Tief-s-ii , ^^h, Darmstadt, Altkusthof bei Dorpat (1834), Regenwalde
0842), Roville und Grignon in Frankreich rc.
Vereine.
iui- Früher als an Instituten und auf öffentlichem Lehrstuhle die Landwirth-ler- m)äst gelehrt ward, hatte sie schon besondere Pflege in Vereinen gefunden,boren wir schon gedacht haben, zumal jener, die im 18. Jahrhundert entstanden,wke Hier möge nur der thatkräftigeren des 19. Jahrhunderts erwähnt werden,
llen vh^ in besondere Wirksamkeit einzugehen, als welche schon oben beispiclS-^ ist weiss nachgewiesen wurde- Fast alle landwirthschafttichen Vereine unserer Tage
für mffen sich mit ihrer Wurzel in das Ende des 18. Jahrhunderts wenigstens
icht Zurückführen, wenn auch bedeutende Umänderungen in den Statuten oder