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Die Landwirthschaft.
deren Beachtung viel landwirthschaftliches Interesse hat. Man kann deßfallsGebirgswiesen (vorzüglich Alpenweiden — Almen, Matten), Thalwiesenam Ufergelände mehr oder weniger bedeutender Flüsse und Ströme und Wiesenan Meeresniederungen, wo nämlich die Küste flach auSläuft gegen denMeeresspiegel, und bald Sanddünen, Sümpfe und Moräste, bald üppige Mar-schen und Fettwciden erzeugen. Letztere Wiestnarten haben die größte geogra-phische Verbreitung und finden sich in Europa, z. B. im grünen Irland undzwischen den norwegischen Scheren ebenso, wie an der Mündung der Elbe undWeser, des Tajo und Po, am Eurotas wie an der Aditza und an der mittel-ländischen Küste überhaupt. Kurze, aber zarte, vorzüglich salzhaltige Pflanzen mitoft nur wenigen Gräsern constituiren die üppigen Wcidelandschaftcn genannterGegenden überhaupt und geben den Wiederkäuern das zusagendste Futter.
Aus Allem geht somit klar hervor, und war auch längst anerkannt, daßFeuchtigkeit ohne hohe Wärmegrade (denn mit letzteren erzeugen sich nur holz-artig harte zur Fütterung unbrauchbare Halmträger) die nothwendigste Bedingungzum Gedeihen eines üppigen Wiesewachses sei. Da nun in neuester Zeit dieälteste Ackerbau-Methode, dessen die Geschichte erwähnen kann, — nämlich diekünstliche Bewässerung aus den Ursitzen des Menschengeschlechtes über Süd-europa bis sogar in jene Theile der nördlich gemäßigten Zone vorgedrungen ist,dessen Klima sonst, wie noch jetzt als reich an atmosphärischer Feuchtigkeit geschil-dert ward, so mag eine kurze Excursion znr Untersuchung der Frage: ob dieWiesen-Vegetation durch etwaige klimatische Veränderungen in großenZeitperioden nicht auch bedeutend umgeändert worden sein könne, nns hiergestattet sein.
Da wir gesehen haben, daß es insbesondere die Feuchtigkeit ist, welche ohnebesondere hohe Temperatur-Grade die Wiesen-Vegetation in klimatischer Beziehungunterstützt, so lassen wir hier auch die wahrscheinliche Zunahme der Wärme in derZeit unerörtert, und beschränken uns zunächst auf die von Moreau deJonneSam Genauesten, von anderen Gelehrten aber auch schon längere Zeit hindurch undoft erwähnte Abnahme der Feuchtigkeit, so weit uns in der Geschichte unseresErdballes darüber Anhaltspnnkte gegeben sind. Wo aber sollen wir bei denAlten eine nur entfernte Aehnlichkeit ihrer Angaben mit den mistigen in Bezug aufastronomisches und physikalisches Klima finden, auf Luftdruck, Wärme undExpansiv-Kraft der Wasserdünste, seien sie seiner oder gröber — und dann vonder entschiedensten Wichtigkeit für nns — in der Luft vertheilt? Hier können nurallemeine Rchumä's gepflogen werden, deren Resultate jedoch noch immer kräftiggenug zur Entscheidung unserer Frage sind.
Wie pflanzengeschichtliche und geographische Forschungen überhaupt, so sindes insbesondere die der Bodenkultur - Geschichte entnommenen Resultate, welcheuns eine Parallele der Fenchtigkeitsverhältnisse der ältesten und neuesten Zeitgestatten und wir würden nns über schwierige Untersuchungen und zweifelhafteEntscheidungen nicht zu beklagen haben, wäre nicht der Erdgürtel, dessen Schmuckunsere Wiesen sind, st verschieden von jenem Theile, der nur mehr die geschicht-lichen Erinnerungen hat. Die Südeuropäer wie die südlichen und mittlerenAsiaten hatten nie Wiesen, wie wir das Wort verstehen.
Aber sie hatten Analoga dafür — nämlich jene schon erwähnten, an feuchtenFlußufern (deren durchsickerndes Wasser im Sommer die Vegetation erhielt) oderan den Mündungen der Ströme in's Meer und an Meeresmederungen überhauptgelegenen sumpfartigen, feuchten Flächen, die mit spärlichen aber meist perennirendenGräsern und anderen zahlreichen Halophilen besetzt sind; oder sie haben mitdünnen einjährigen Gräsern und Kräutern mit vieler Blüthenpracht bedeckte