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Die Landwirthschaft.
der spärlich vorhandenen nicht hat, wie ihre nächstverwandten südlichen Nachbarinnen^tzuerens pubeseous, Ilsx, Hallota oooeiiera ete.
Wie im südlichen Europa und in den ältesten Sitzen des menschlichenGeschlechtes, so also auch schon im rauhen Germanien, das mit Sümpfen undWald bedeckt, mit nebliger Atmosphäre und spärlichen Sonnenstrahlen von denrömischen Schriftstellern noch geschildert wird, dessen Wintergetreide am Rheine sogar, .
nach Plinius, noch erfror, auch da also ist eine durch veränderte Vegetation nach- I
weisbare Aenderung des Klima's, insbesondere eine Abnahme atmosphärischer Feuch-tigkeit mehr als nahezu erwiesen. Daraus also geht schon allein die immer größerwerdende Nothwendigkeit künstlicher Bewässerung der Wiesenflächen hervor, wennauch nicht dieselbe als Düngermittel zugleich wirksam wäre. Ja es wird gewiß dieZeit kommen, wo auch auf Felder diese Operation angewendet werden wird.
Nicht bloß für den Wiesenbau allein, auch für die gesammte Landwirthschaftist die ursprünglich deutsche Thesis großartiger künstlicher Ueberstauuugs- und Ueber-rieselungswiesen mit Umbau oder Zubau eine der wichtigsten Fragen der Zeit gewor-den , die vom Fortschritte handelt und höhcrm Bodenerträge.
Uralt ist freilich künstliche Bewässerung überhaupt schon und wir haben obenihrer in der Vorzeit germanischer Völker, noch mehr der alten Südeuropäcr erwähnt,,aber höhere Ausbildung dieser Lehre gehört nur erst dem letzten Jahrhundert an.
I. Bertrand in Frankreich (1765) und Bernhard und Steeb inDeutschland (1763—64) unterzogen die Wiesenpflege bezüglich der Bewässerungzunächst einer genauern Würdigung. Sie wurden zwar durch die allgemeine Forderungnach Futter, wie es die empfohlene Stallfütterung und die Apostel des künstlichenFntterbaues verlangten, in ihrem Streben unterstützt, aber der nun überhand neh-mende Kleebau erwarb für sich doch mehr Aufmerksamkeit als die Wiese, und selbst .die guten botanischen Werke über Gräser und Graswuchs auf Wiesen von Schre-der und von Bedford, H. Davy und Sinclair (klortns Ziamineus 5Vo-kumensis) konnten jenen Eifer des Zeitgeistes nicht ablenken. Erst gegen Ende !des 18. Jahrhunderts begann man allseitiger zu werden und I. F. M ey er 's An- jWeisung zur Wicsenbewässerung (1800), die A. Th a er endlich herausgab, derEifer des Letztem für die Wässerungswiesen von Wiltshire und die LünebnrgerSchwemmwiesen — bereiteten vor, was dann in den drei folgenden Decennien von !Wittmann, Berg, Celnart, Keller, Vorländer, Lengerke, ^Schenk und Patzig, was vom großen Schmerz und anderen Chorführernder Landwirthschaft hierin gethan ward. Kunstwiesenbau im Hang, imStau oder Rücken ward zur Losung erhoben und wenn man sichüber den Mangel einer richtigen Theorie für das, was man wollte, beklagte (Len-gerke), so geschah dieses zwar mit Recht, weil der Mangel offen ist, aber unrechtwar's wohl , jene Theorie nicht zu finden, nachdem doch die Natnrforschnng reichlichgenug fundirt ist, um die natürliche Vegetation und selbst die künstliche der Wiesen,soweit es ihr Gedeihen betrifft, mit Erklärungsgründen zu sättigen. Dann brauchtman wohl nicht mit Grasreibungslehrsätzen und alkalisch - ätherischemHeuöl zu kom-men! Indessen war in der That die Praxis der Theorie weit voran geeilt. NachSchenk ward schon zwischen 1750—80 um Siegen durch den Bürgermeister Dr e s-ler Wiesenumbau zur Bewässerung eingeführt oder jedenfalls vervollkommnet.Eine großartige Bewässerungsanstalt gründete Maria Theresia auf demSteinfelde bei Anlegung von Theresienfeld (1767). Um 1806 erst aber wanderteSiegener's Wiesenbauart in andere Länder aus. Nach Berg machte der eng-lische Pächter Bloomsield den ersten Versuch zum Wiesenumbau 1812, und„oculirte" Rasen, d. h. verpflanzte ihn in Masse, was Carring schon 1748 ge-than hatte.