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Die Landwirthschast.
schon gesagt. Deutschland zunächst ward durch Einführung der Merino's in einebesondere Richtung geschoben. — Mögen diese Merinos durch Kreuzung afrikanischerWidder mit tarentinischen Schafen, deren Wolle uralt berühmt war (Columella),entstanden, oder überhaupt aus Afrika eingewandert sein, — soviel ist gewiß,daß sie eine ursprüngliche, durch Veredlung in Spanien »eben und wohl ausden Churros (Landschasen) entstandene Race sind, die schon seit 671 (?) einemVereine von Grundeigenthümern (Mesta), der 1275 von Alphons X. sanctionirt !wurde, gehörten. Daß sie dort im Sommer in die Gebirge wandern, ist klima-tisch bedingt und gilt mit seltner Ausnahme für alle Schafe. Alle weitläufigbeschriebenen Varietäten feinwolliger Schafe haben sich in neuerer Zeit in3 Hauptarten reducirt:
1) Electoral (oder Escurial),
2) Jnfantado (Negrctti),
3) Mestizen (zwischen beiden stehend).
Von grobwolligen unterscheidet man: das gemeine, deutsche Landschaf, dieHaideschnuken, die englischen (meist lang und schlichtwollige), das ungarische (inden Ebenen) oder wallachisch - griechische (in den Gebirgen) Zackclschas, dasMarschschaf, das bergamasker, langgeschwänzte, guineische, persische, fettschwän-zige, fettsteißige, isländische Schaf.
Merino-Schafe brachte Alstroemer 1743 nach Schweden und 1748ließ sie Friedrich der Große nach Preußen kommen, war aber damit unglück-lich, sie wurden 1785 — dann 1800 neu eingeführt; nach Sacksen kamen siedurch den Vorschlag der trefflichen Gebrüder Gr. v. Einsiedel 1765; nachOestreich durch Maria Theresia 1763 und 65, nach Rußland 1780, nachFrankreich und Württemberg 1786, nach England schon im 15. Jahr-hunderte, neuerdings 1792.
Es gehörte gegen das Ende des 18. Jahrhunderts unter den höhern Stän-den zum guten Tone, in Mcrino-Schaszncht sich auszuzeichnen, und Deutschland'sadelige Grundbesitzer zeigten damals, wessen sie fähig wären, wenn es ihnen einenBetriebszweig zu heben galt — insbesondere wenn er ihre Fendal-Jnteressen nichtangreift und eine Vermehrung der Bodenrente zuläßt, ohne von den ausge- ,dehntesten Flächen dem Unterthanen Behufs intensiver Cultur etwas ablassen zumüssen. Um 1810 soll zu Holitsch in Niederungarn ein spanischer Widder vondrei Jahren zu 16,200 fl. verkauft worden sein und selbst ein Preis von 24,000 fl.ist bekannt. Und dennoch schadete die damals so sehr grassirendc Klauenseucheund Schafkrankheiten überhaupt so sehr!
Die schon oben angegebenen Fütternngsgrundsätzc gelten auch hier, nuraber bedarf das Schaf viel weniger Feuchtigkeit — etwa 2—2'/^ Theile auf1 Theil trockene Substanz — und dann soll das Wasser vor Allem sehr reinsein. Die Winterfütterung besteht in Heu und seinen Surrogaten, wie Körner,Stroh, Wurzel- und Knollenfrüchte, Banmlaub, Abfälle von Fabriken rc. DieSommersütterung findet entweder im Stalle (schon von Bernhard vorgeschlagen)oder auf der Weide statt. Das Schaf gibt unter den gewöhnlichen Verhält-nissen nur dann eine lohnende Nutzung, wenn dasselbe 7 Monate hindurch aufder Weide gehalten werden kann, welche entweder eine Nebenweide ist oder keineandere Verwendung als zur Weide zuläßt, daher keinen großen Werth hat. Jelänger dann die Weide dauert, desto größer ist auch der Gewinn der Schaf-zucht, und wo nicht Rind und Pferde mehr Weide finden, da gedeiht nochdas Schaf.
Eine Weide für Merinos soll mehr trocken als feucht sein und mehr hochals tief liegen — umgekehrt bei Marschschafen; eine Eintheilnng der Weide in