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Historisch-encyklopädischer Grundriss der Landwirthschaftslehre / von Dr. Fraas
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Die Landwirthschaft.

Hanf 72,31 Ctr. Kümmel 47,25 Ctr.

Rübsen 98,00 Tabak 24,50

Reps 98,00 Krapp 26,25

Die Ernährung geht bei allen Pflanzen auf dieselbe Art vor sich, abersamcureife Pflanzen fordern einen viel großem Ersatz als solche, die im grü-nen Zustande geerntet werden und dem Boden kräftigere Stoppeln und Wur-zeln zurücklassen.

Als Gründe für den Fruchtwechsel führt man noch an, daß die Pflanzengewisse Stoffe an den Wurzeln excernirten, welche ihr eigenes Gedeihen hinder-ten. Die Untersuchungen über die Excremcnte der Pflanzen sind aber noch vielzu mangelhaft, um darauf Lehrsätze stützen zu können, und außer gewissenDünsten ist bisher kein sinnlich wahrnehmbares Substrat nachgewiesen worden.Im Gegentheile aber bestehen Erfahrungen, daß bei gutem Boden und vorzüg-lich bei treffendem günstigen Klima Cultur-Pflanzen sich selbst viele Jahrhun-derte fort selbst ohne alle Düngung folgten, wie dieß die Geschichte griechischerund asiatischer Cultur, dann der bekannten im Bannat und der Hanna, in Ita-lien rc. zeigt.

Man theilt nach ihre» besonders zu berücksichtigenden Eigenschaften und derCulturart, wie sie zur Bestimmung des Wechsels auf den Aeckern von Einflußsind, die Cultur-Pflanzen ein in

1) Hackfrüchte (Kartoffeln, Mais, Bohnen, Turnips, Runkeln, Ta-

bak rc.).

2) Beschattende Gewächse (Erbsen, Wicken, Lupinen, Neps, die

Kleeartcn rc.).

3) Nicht beschattende Gewächse (Cerealien, Lein, Spergel, Hanf,

verschiedene Gewürzpflanzen und Mohren).

4) Scichtwurzelnde Gewächse (Cerealien, Lein, Madia rc.).

5) Mittelmäßig wurzelnde Gewächse (Hirse, Hülscnfrüchte, Tabak,

Mohn, Kohl, Saflor rc.).

6) Tieswurzelnde Gewächse (Mais, Bohnen, Kartoffeln, Topinam-

bur, Mohren, Turnips, Rüben, Hopfen, Waid, Krapp, Kleeartcn rc.).

7) Stickstoffarme Gewächse (Cerealien und Kartoffeln).

8) Stick stoffreich e Gewächse (Wurzelgewächse, Oel- und Färbe-

pllanzen).

9) Stickstoff-und schwefelreiche Gewächse (Hülscnfrüchte, Kreuz-

blatt) ler).

10) Im grünen Zustande mähbare Gewächse (Kleearten, Hülsen-

und Grasartige rc.). (Hlubeck.)

Es ist klar, daß je nach Vervielfältigung des Standpunktes solche Abthei-lungen noch iu's Unendliche fortgezogen werden können. Eine Wirthschaft, welchedirect verkäufliche (Cerealien undHandelöpflanzcn) Pflanzen mit indirect verkäuf-lichen (Futterpflanzen) in Abwechselung baut, heißt eine Frnchtwechselwirth-schaft. Sind letztere percnnirende Gräser, so wird sie zur Egarten- undKoppel wirthschaft, werden aber vorwaltend nur direct verkäufliche Pflan-zen (Cerealien) gebaut, dann heißt eine solche Bewirthschaftungsweise eine Fel-derwirthschaft. Sie ist mit oder ohne reine Brache vorhanden.

Wer sich an keine bestehende Systeme, wohl aber an die Grundregelnrationeller Bewirthschastung bindet, führt eine freie Wirthschaft.

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