Zu den Fruchtfolgen und Bewirthschastungsarten.
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ger als das Klima einer Verbesserung oder Aenderung überhaupt widersteht. Inder speciellen Pflanzen-Cultur ist bereits daraus aufmerksam gemacht worden, hiergenüge, daß man in der Regel den Futterbau um so ausgedehnter betreibenmuß, je mehr die Thätigkeit der Grundstücke zunimmt.
Welchen Einfluß blattreiche, beschattende Cultur-Pflanzen, ebenso blattarme,seicht oder tief wurzelnde Cultur-Pflanzen haben bezüglich der Begünstigung desUnkrautwuchses, der Bodenkrafterhaltung oder Aussaugung in den oberen odertieferen Schichten, haben wir schon anderwärts näher erwähnt, nur aber der sowichtigen Beziehung der Pflanzen zu ihrer Folge je nach ihren organischen Be-standtheilen und dem Stickstoffgehalte derselben wollen wir noch gedenken.
Pflanzen, welche ihres Stärkmehlgehaltes oder des Zuckers wegen zunächstgebaut werden, nennt Hlubeck stickstoffarme, obgleich sie im Kleber oder sonstallerdings — nach Umständen oft viel — Stickstoff enthalten. Das Stärkmehlwie der Zucker braucht zu seiner Bildung bloß Wasser und Kohlenstoff — undsomit passen solche Pflanzen nicht als erste Frucht im Grundstücke, welche mitthierischer, also sehr stickstoffhaltiger Substanz stark gedüngt werden, zudem sie indieser Stellung leicht sich lagern oder vom Brande befallen werden, statt desZuckers sich aber andere Salze bilden (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse,Reiß, Mais, Buchweizen, Kartoffel, Runkelrüben, Mohren, Burgunder- undWeißrüben).
Als stickstoffreiche Pflanzen müssen die Oel- und Färbepflanzen und dieWurzelgewächse im Allgemeinen angesehen werden. Oelhaltige Samen enthaltennach Boussingaul t 5—6 °/g Stickstoff. Am Meisten stickstoff- und schweselreichsind die Hülsensrüchte (Bohnen, Phaseolen, Erbsen, Linsen). Daher gedeihen diesebesonders als erste Frucht in frischer Düngung und sagt ihnen, wie den kleeartigenLeguminosen das Gypsen so sehr zu. Es ist ganz falsch, daß die Hülsensrüchtekeinen so kräftigen Boden verlangen, als die grasartigen Cultur-Pflanzen.
Alle Cultur-Pflanzen enthalten in ihrer Asche die Bestandtheile des Bodens,als Kiesel-, Thon,-(?) Kalk-und Bittererde, Kali, Natron, Eisen- und Manganoxyd,Kohlen-, Schwefel- und Phosphorsänre und Chlor. Allein die Menge derselbenhängt von der Beschaffenheit des Bodens und der Düngung, der Witterung undder Natur der Cultur - Pflanzen ab, so daß sich durchaus keinMaß st abfür die Menge der Asche und ihrer Bestandtheile bei den ein-zelnen Cultur-Pflanzen aufstellen läßt (Hlubek). Die Erschöpfungdes Bodens an unorganischen Bestandtheilen wird durch den Stallmist mehr alszureichend ersetzt, wenn der Ersatz für die Erschöpfung des Feldes nach derErnte nach dem Kohlen- und Stickstoffgehalte derselben berechnet wird, wiedieß Hlubek in folgender Art that:
Ein östreichisches Joch verlangt als Ersatz für 1 Jahr: — mürbenStallmist im natürlichen Zustande, bestellt mit:
WeizenRoggenGersteHaferHirseMaisErbsenWicken
Pserdsbohnen
Linsen
Buchweizen
73.50 Ctr.
80.50 „
59.50 „91,00 „
94.50 „217,00 „
43.75 „35,00 „
36.75 „21,87 „
17.50
Klee
Lucerne
Esparsette
Kopskraut
Krautrüben
Runkelrüben
weiße Rüben
Möhren
Pastinak
Kartoffeln
Lein
70,00 Ctr.105,00 „
28,00 „251,00 „157,50 „96,25 „126,00 „85,75 „131,25 „131,25 „32,69 „