Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
Seite
7
JPEG-Download
 

gegen dem Meere zu aus tieferen Schichten ausgräbt, die ziemlich dichtund hart ist, und zu Trieft sowohl, als zu Görz zumordinairen Bau-stein verwendet wird.

Versteinerungen, die man in diesem Lande findet, besondersjene der Seegeschöpfe, sind meistens nur in den Mittelgebirgen anzu-treffen. Auf den höchsten Gipfeln der Kalkberge hat sich meines Wis-sens noch niemand gerühmet im Kalkstein selbst eine Muschel gefundenzu haben. (*) Herr Hofrath Delius sagt eben dieses von den hohenbannatischeu Gebirgen; und (**) Grüner behauptet von seinen Hel-veßien, daß die Versteinerungen nicht auf den Gipfeln der Gebirge,sondern nur an unteren Gegenden derselben liegen.

Die Ebenen von Krain sowohl, als von Jstrien und Friaul,sind von verschiedener Beschaffenheit, ie nachdem sie mehr oder wenigerdie Pässe, durch welche sie Kommunikazion mit anderen Flächen, odermit der bis zum Meere ausraufenden Fläche haben, von Gebirgen ver-enget sind.

Wenn Flüsse von den Flächen durch weite Thäler sich hinaus-ziehen , so bemerket man überhaupt einige Neigung an den Flächen so-wohl gegen die Flüsse, als gegen die weite Pforte des Auslaufes; und dannist dre Dammerde mit groben abgerundeten Flursteinen nach Verhält-niß der Neigung mehr oder weniger vermischt. Haben sich die Flüssedurch enge Pässe durchzuarbeiten, so werden -ie Flächen beinahe hori-zontal, die Dammerde ist mit wenigem, und oft gar keinem GesteineVermengt, sondern bestehet meistens aus Lehm und Thon, ja zuweilengeschieht es, daß Moräste sowohl von austrettenden Flüssen, als demgesammelten Regenwasser, darauf entstehen.

Je mehr sich die Ebenen dem Meere nähern, desto mehpnthyrt das grobe Gesteine ab, und desto feiner und lettiger wird ihreDammerde.

Besonders merkwürdig sind die Betten der Flüsse. Da, wosie aus Gebirgen in eine Fläche Herabkommen, bestehen ihre hohen Ufer

mei-

(*) Christoph Traugott Delius, Anleitung zu der Bcrgbaukunst.

(**) Beitrag jur Naturgeschichte des Schwe!;erlandes. eo. -