Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
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te so, wie auf der entgegengesetzten Halbkugel die Wasser also erhobenhätte, daß die Mittelringe zwischen beiden Erhebungen vorn Wasserwären entblößet worden, so hat doch die tägliche Umdrehung der Erd-kugel nach und nach ihre Erdstriche unter die Ucberschwemmung hin-bringen müssen; und auch im Falle, daß die Achse der Erde mit denkScheitelpunkte in einer geraden Linie lag, hätten schon die Strömmun-gen der an - und abziehenden Wässer alle sichtbare Verheerungen anrich-ten können. Daher wird sie immer für allgemein anzusehen seyn,wenn sie auch nicht in eben demselben Augenblicke überall gleichhoch ge-wesen ist. Sollten die höchsten Spitzen der amerikanischen Gebirgeetwa keine Spur der zerstörenden Ueberschwemmung haben, so benimmtdieses meines Erachtens ihrer Allgemeinheit eben so wenig, als einekleine Insel der Ausbreitung des hohen Meeres, das auf einige hundertMeilen umher kein Land zu sehen giebt.

Aus der Art der Abbrüche, wodurch so viele steile Felsenwan-de entblößet worden, läßt sich schließen, daß durch jene Zeit, die zwi-schen der Anlegung der Schichten, und ihrer Zerstörung vorbei gieng,alles, was in denselben weich war, zu Stein erhärtet worden sey, daßalso überhaupt die Rinde der Erde sehr trocken muß gewesen seyn.

Auch die Grotten und unterirdischen Schlünde müssen vor derzweiten Ueberschwemmung ihr Daseyn schon gehabt haben: denn wiehätten sonst so viele derselben eingestürzet, so viele aufgedecket, oderwenigstens der Zugang zu denselben eröfnet werden können; da diegleichsinnischen Schichten so hoch über sie wegstreichen. Dennoch konn-ten sie auch nicht von der ersten bildenden Ueberschwemmung gestaltetwerden; denn in einer weichen Materie, wie sie damals seyn mußte,läßt sich die Entstehung freyer Bögen, und Wölbungen nicht begrei-fen. Sie sind also bloß eine Wirkung der Austrocknung, und derdurchspielenden Wässer in -er Zwischenzeit der bildenden und zerstö-renden Ueberschwemmung.

Nachdem wir so überzeugende Beweise haben, daß eine Zer-störung der oberen schon erhärteten Erdrinde durch ein zweite allgemei-ne Ueberschwcmung verursachet worden, so ist es nicht unnütze die me-chanischen Kräfte dieser Ueberschwemmung zu untersuchen; denn aus

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