Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
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sche Weiber, wiesen mich immer mit Schimpfworten ab, oder frugenmich; Ob ich Ungläubiger auch eine Jungfer seye? Indeß war einejunge Insulanerinn gefälliger, und lehrte mich ohne Zurückhaltung dasganze Geheimniß, welches sie selbst in meiner Gegenwart verfertigte»und wovon ich Ihnen hier ein Schächtelchen voll überschicke.

Dieses üepilacorium heißet auf Türkisch nicht Kulms, sondernUerilme, und auf Arabisch Revers. Die Türkinnen, Griechinnen,und Armenierinnen entledigen sich damit ganz der Haare an allen Theil-chen des Leibes. Sie gebrauchen sich desselben immer in den Schwitzbä-dern bei außerordentlicher Hitze. Die Bestandtheile desselben sind: Un-gelöschter Kalk, Auripigment, das die Türken /^Icunoci nennen, undSeifenthon, der bei unseren Griechen heißet. Dieser Seifen-oderWalkerthon ist grünlich grau, und dem englischen Walkerthon, l'errLt'ulloiium, vollkommen ähnlich.

Wenn man diese Salbe bereiten will, nimmt man einen ir-denen , oder hölzenen Teller, breitet über selben eine gemeine Leinwand,nimmt von feinzerriebenen ungelöschten Kalk 8. grosse gutgemessene Kof-feelöfel voll in die Leinwand, und gießet so viel warmes Wasser dazu,als genug ist, um keinen gar zu harten Teig daraus zu machen. Istdies geschehen, so werden zwei kleine nicht ganz volle Koffeelöfelchen ge-pulverten Auripigments darein gemengt, und endlich ein starker Kof-feelöfel voll von der Seifenerde noch damit vermischet. Alles dieß wirdmit der Leinwand gut untereinander getrieben, und dann ist die Mi-schung brauchbar.

Diese Salbe, welche immer in einem heißen Orte muß ge-braucht werden, darf nicht kalt seyn. Will man sich derselben bedienen,so nimmt man von der Seifenerde so viel man will, legt sie in warmesWasser, und läßt sie auflösen; alsdann legt man die warme Salbe aufden Ort, den man von Haaren rein machen will, und läßt sie so langedarauf liegen, bis man wahrnimmt, daß ein einziges Haar wegzuziehenseye; und dann muß in größter Geschwindigkeit, mit dem aufgelöstenSeifenwasser alles sauber, und geschwind weggewaschen werden; denn,wenn man sie zu lange darauf lässt, so greifet sie die Haut an, und dieWundärzte haben Mühe, die Wunde wieder zu heilen. Wenn dieseSalbe hart wird, so muß sie mit warmen Wasser wieder aufgelöset wer-

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