Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
Seite
27
JPEG-Download
 

27

gen, aus Bemerkung mehrerer übereinander liegenden Meergründe oderDammerden asso gleich auf eben so viele Hauptrevolutionen zu Messen.Gesetzt auch, daß ich über einen Meergruud, oder einer ehemals be-wachsenen Erde eine Steinschicht angelegt fände, fo dünkte ich mich erstberechtigt zu seyn, die Aufsetzung dieser Schicht der zerstörenden allge-meinen Überschwemmung, und ihre Verhärtung einer bindenden Wir-kung, die seit dieser Zeit füglich geschehen könnte, zuzuschreiben. Wäreüber diese Schicht wiederum eine Dammerde und eine Steinschicht auf-gesetzet, so würde mir zu Sinne kommen, daß zur gänzlichen Bepflar-zung der Erde höchstens 500, und zur Steinwerdung 1220. bis 1520.Jahre vonnöthen seyn könnten. Einige Versteinerungen, deren Alterman durch gewisse historische Zeitpunkte entdecket haben will, scheinendafür Bürge zu seyn ; und nachdem im fließenden Wasser Versteinerun-gen dieser Art fürgegangen sind, warum sollte nicht die Verhärtungweicher Erdschichten, wobey die Natur ganz ruhig unter der hohenDammerde mit ihrer geheimen Anziehung arbeiten kann, bielgeschwm-der zu Stande kommen. Ich würde mich aber dabey sehr Hütten, eineneue allgemeine Fluth zur Ursache der Anlage dieser neuen Steinschichtzu machen, bis ich nicht allenthalben überzeugt wäre, daß dieselbe vonkeiner möglichen Partikularrevolution habe herkommen können. DieWässer -auf unserer Erdkugel formiren die genaueste Figur, die dersel-ben vermöge ihrer, und anderer Planeten Bewegungsgesetze zukommensoll; und, wäre sie bloß eine Wasscrkugel, so würde sie in dieser Be-trachtung die vollkommenste Figur annehmen, weil sich die Wässer nachdem statischen Gesetzen der Schwere vollkommen richten. Würdenwir also in den Spitzen eines unserer höchsten Berge die Wirkung einerzerstörenden Überschwemmung wahrnehmen, so dürften wir Messen,daß Bergespitzen auf der ganzen Erdkugel, die eben so hoch, als dieser,über den Horizont der Meere erhaben sind, von dieser Überschwem-mung haben ergriffen, und mit Merkmalen ihrer Wirkung bezeichnetwerden können. Alsdenn würde diese Ueberschwemmutig ohne Wider-spruch allgemein heissen müssen; ungeachtet einige Spitzen, die etwanoch höher als diese gelegen wären, von der Fluth nicht erreichet wor-den sind. Fände man an den erstgedachten Spitzen deutliche Spuren,daß eine zweite und dritte Fluth sie ergriffen, und Veränderungen an

D r ihnen