Z2
ren verschliessen, so bin ich dennoch ausser Stande aus meinen Erfah-rungen für eben so gewiß anzugeben, daß derley grosse Räume auch un-ter den Kalkschichten im Granitfelsen, der wenigstens den sichtbarenKern unserer Erdkugel ausmacht, vorhanden sind. Aus mehreren hi- -ftorischen Urkunden Vvm Einstürze weiter Erdstrecken, und Vcrsinkunggrosser Inseln läßt sich zwar muthmassen, daß, wenn es derley leereRäume im Kerne der Erdkugel giebt, dieselbe ungleich grösser, als wneder Kalkgebirge seyn mögen. Einige Naturforscher wollten hieraus dieCommunikation mancher Landsern mit dem Meere, gleichwie man esaus gründlichen Kennzeichen beobachtet haben will, vorzüglich aber denUrsprung der Quellen herleiten: indem es ihnen unbegreiflich schien,wie so häufiges Quellenwasser, ohne eine unterirdische Eintrettung derMeere in das feste Land zuzulassen, bloß aus Schnee, Regen, undThau gesammelt werden könne. Uibcr diesen Gegenstand kann ich wahr-haftig kein mit Beweisen gestärktes Urtheil vorbringen. Die Grottenund Schläuche der Kalkgebirge sind nach Maaß der Landeserhöhung überdas Niveau des Meeres erhaben. Nur da, wo sich die Kalkgebirge indas Meer senken, mögen die darunter liegenden Grotten mit dem Meer-wasser Gemeinschaft haben, die übrigen unterirdischen Seen sind mei-nes Wissens nur mit süssen Wasser angefüllt, welches sich vermuthlichdermalen meistens aus der Atmosphäre sammelt. Dennoch ist es mirwahrscheinlich, -aß auch unter der glasächtigen Grundveste der Erde(wofür Leibnitz C) sehr viele Beweise anführt) die erstaunlichsten Höh-len in Mitte des festen Landes seyn müssen, die durch viele Meilen lan-ge Spalten von den Ozeanen ihr Wasser ableiten: daß damals, da dieOberfläche der Erde durch die Kalkschichten noch gut geschlossen war^durch die natürliche Ausdünstung, noch mehr aber durch unterirdischeWärme, dessen wir itzo noch häufige Spuren haben, die Austreibung,und Abtröpfelung der Dünste, gleichwie in einem Dcstillirhelme, vielleichter bewirket, mithin die unterirdische Communikation, und Empor-hcbung der Quellen ohne vieles Zuthnn der Atmosphäre Platz findenkonnte. Daß sich also durch die Zerstörung der Erdrinde der Mecha-nismus der Quellen geändert, und die allerhöchste Vorsehung uns den
Ver-
(*) Irr silner