Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
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man auf mehreren pfauenschwerfigenFosslien bemerket, verbreiten. Vie-le wollen dadurch behaupten, daß die Farbenspielung aus mineralischenDünsten entstehe, weil der Glanz durch Berührung der Flamme mitden Vlaßrohr sogleich verschwindet. Allein auf diese Art verliert jederMarmor seine Farbe, und wird durch brennen weiß, auch die schönstenatürliche Muschel wird auf diese Art ihren Glanz vermehren, und zuKalk gebrennt werden; Wer getraute sich aber wohl zu behaupten, daßder Glanz und die Farbenspielung der natürlichen Muscheln, die voch-um Thierreich gehören, von mineralischen Dünsten herrühren?

Wenn man Mufchelmarmorstücke zerspaltet, so kann man deut-lich beobachten, daß die opalisirenden Muschelarten von einer blätterich-ten Textur sind; da nun alle farbenspiclende und schielende Steine, alsder Opal, Labradorstein st, d. g. ebenfalls eine blätterige Textur haben,so ist höchst wahrscheinlich, daß diese Textur zur Farbenspielung vielesund das meiste beytragen müsse; daß aber auch einige Farben wie Rothund Blau u. d. aus der Strahlenbrechung entstehen, wie auch Pallasin den 2ten Bande S. 240 der Nordischen Beyträge dafür hält, istmir um so glaublicher, weil ich, nachdem ich viele hundert Stücke zer-spalten, niemal eine andere Farbe als Feuerfarb und Grün beobachtet,auch deutlich gesehen habe, daß sich die Farben unter währenden schleu-sen verändern, auch die grünen Flächen blau spielen, wenn man sieGief gegen das Auge hält.

Der Muschelmarmor ist ein Gemisch von einer Menge verschie-ßener Konchylien sowohl Schnecken als Muschelarten, worunter beson-ders viele Nautiliten sind, deren einige etwelche Zoll im Durchmesserhaben. Wie nun dieses Gemisch eben in diesem Orte so häufig in denMergelschiefer sich gesammelt habe, weiß ich keine Ursach anzugeben. Frey-lich ist unstreitig -aS ganze Gebirg aus Überschwemmung entstanden,weil man auf dessen Rücken mitten im festen dichten Kalkstein Kernevon Herzmuscheln und Höhlungen von Turbinirten findet, auch ist desMergelschiefer selbst nichts anders als ein Schlam, den daS Wasser an-geschwemt hat, und der mit der Zeit zum Schiefer erhärtet ist. In die-sen Schlamme habev M also vermuthlich alle diese KonchMn befunden-