Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
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mir einer Unkerfitchung werth geschienen haken. Diese Unannehm-lichkeit hängt bon der Art zu Reisen ab, die m Spanien üblich ist,wenn man es anders mit ein wenig Bequemlichkeit thun will. Die Ge-gend n« Madrid hat nichts, was die Grösse und Pracht dieser StadtVerkündigte. Der Boden ist äusserst unfruchtbar, und das Land unbe-wohnt. Man sieht weit und breit keinen Baum, als das Gehölz in demder König jagt; keine Landhäuser, und kaum innerhalb 2, z Meilen ein Dorf.Man ist wirklich erstaunt nach so wenig versprechenden Anzeigen, eineder schönsten Städte Europens zu finden. Ich wenigstens traf in allen»enen Gegenden, die ich durchzureifen Gelegenheit hatt', nichts ähnlichesan. Die Gassen sind sehr breit, und bis zum Erstaunen reinlich; dieGebäude haben im ganzen ein schönes Ansehen, und sind gröstentheilsübermahlt, doch giebt es sehr wenige, die ihrer Bauart wegen verdien-ten gesehen zu werden. Spaziergänge im eigentlichen Verstände sindnur zwey, aber sie sind sehr schön, besonders aber der lleaäo, der demin Wien in nichts ähnlich sieht. Ferners giebt es zwey National-Schau-bühnen, die sowohl der Schauspieler, als der Stücke, die sie auffüh-ren, wegen, höchst elend find. Auch Musik giebt es in verschiedenen Pri-vathäusern. Die Conbersativn ist angenehm, und besonders sehr ver-traulich , und man bekömmt sehr leicht Zutritt in die Gesellschaften.

Was die Wissenschaften betrift, so kennt man sie kaum demNamen nach. Indeß giebt es doch zwey Professoren der Naturkunde;der eine ist in einem Erziehungshause der Vornehmeren an einem Endeder Stadt, wo nichts geschieht, das etwas taugte; der andere befindetsich in einem Kollegium, das Jmperial heist, und das mehr am Mittel-punkte liegt, indessen hat der Professor doch meistens die Ehre ganzohne Zuhörern zu seyn; und wenn er welche hat, so übersteigen sie kaumdie Zahl von z oder Vieren. Im botanischen Garten, der in Absichtseiner Schönheit alles übertrift, was ich in seiner Art sah, ist ein Pro-fessor der Botanik, und ein Demonstrator, beyde würdige Männer,Und von bekannten Verdiensten. Der eine ist Herr Ortega, vonwelchem Ferber in seinen Briefen aus Italien im Artikel bonBologna spricht, und der zweyte ist Herr Palau, der ein sehr schätz-bares Elementarwerk über die Kräuterkunde schrieb. Dieser Gar-ten enthält sehr seltene Pflanzen, aber noch hat er keinen Bo-tanik