Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Erster Jahrgang.]
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Schreiben eines reisenden Naturforschers aus Spanien anHerrn Hofrath von Born.

^vn Bittoria bis an den Ebro, welcher sechs Meilen davon fließt,^ dauert die Gebirgskette von Lisc^r, die aus Kalk, und Sandstei-nen besteht; sie ist aber viel niederer, und setzt auch über den Fluß noch4 Meilen fort. Dann kömmt man in unabsehbaren Flächen auf denensich nur hin und her ein Hügel von Gips oder Mergel erhebt. So ver-hält sich das Erdreich bis zo Meilen über Lui-Zos; es trägt viel Ge-treide und Wein, übrigens aber ist es ein armseeliges Land; man bekömtin diesen unermeßlichen Ebenen keinen einzigen Baum zu Gesicht, undman muß sich mit Gesträuche, und Ochsenmist zur Feuerung begnügen.Gegen das Ende dieser Flächen fangen eine solche Menge Quarzgeschie-be an, daß die Felder damit ganz bedckt sind; Ich vermuthete daher baldGebirge anderer Art anzutreffen, als die, so ich eben verlassen hatte;und würklich gieng es bald über eine kleine Gebirgskette dorr Gneiß, inder es sehr mächtige Quarzlagen gab. Man sagte mir, daß man vorkurzem in diesem Gebirge angefangen habe einen Kupfergang zu belegen,daß man aber bald wieder die ganze Arbeit eingestellt habe, da niemanddas Werk zu führen verstand. Wir kamen hieraus in eine Fläche vonz Meilen in der Breite, und dann wider an eine kleine Gebirgskette,die von der vorbemeldten ausläuft, und eben wie jene aus Gneiß besteht,doch weniger Quarzlagen hat, obgleich sich auch welche finden. DieseGebirgskette heißt die Lomoliei-r-a. Vom Gipfel dieser Gebirgskettegeht es durch z Stunden immer abwärts, dann fängt eine neue Kettevon viel höheren Bergen an; sie heist die Kette von (Eclarramg. Siebesteht zum Theil aus Granit, zum Theil aus Gneiß, doch macht dererstere die Hauptmaße aus. Auf dem Abhänge dieses Gebirges liegendie zwey Lustschlösser des Königs, das käeueial auf der Mittagsseite,und die OrlMLL» oder, wie es sonst noch heist, 8r. H6ekon§ auf der nörd-lichen. Bon hier aus bis Madrid, das io Meilen von dieser Gebirgs-kette entfernt ist, steigt man immer abwärts, und aus dieser ganzenStrecke findet sich gar nichts merkwürdiges mehr. Dieß ist alles, wasich auf dieser Reise bemerken konnte, da ich auch nicht einen Au-genblick Verweilen konnte, jene Oerter näher zu betrachten, die

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