Deutschland
388
Deutschland
Venedig), vom Kgr. Italien (Lombardei) und der Schweiz, im W.von Frankreich, Belgien und den Niederlanden. D. besteht aus 34zu einem Staatenbunde vereinigten Staaten, nämlich: 1) Oester-reich (unter und ob derEnns, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain,Stadt Triest mit Gebiet, Görz, ein Theil Istriens, Tirol und Vorarl-berg, Böhmen, Mähren, Schlesien und die zu Westgalizien gehörigenHzgth. Auschwitz und Zator); 2) den deutschen Provinzen despreuss.Königsstaats; 3) dem Kngr.Bayern; 4) dem Kngr.Sachsen;ß) dem Kngr, Hannover; 6) dem Kngr. Würtemberg; 7) demGrosshzgth. Baden; 8) dem Kurfstth. Hessen; 9) dem Grosshzgth.Hessen; 10) dem Grosshzgth. Mecklenburg-Schwerin; 11) demGrosshzgth. Mecklenburg-Strelitz; 12) dem Grosshzgth. Oldenburg ;131 dem Grosshzgth. Luxemburg mit dem (niederl.) Hzgth. Limburg;14) dem Grosshzgth. S.-'Weimar; 15) dem Hzgth. Nassau; 16) demHzgth. Braunschweig; 17) den Hzgth. Holstein und Lauen-burg; 18) dem Hzgth. S.-Meiningen; 19) dem Hzgth. S.-Koburg-Gotha; 20) dem Hzgth. S.-Altenburg; 21) dem Hzgth. Anhalt;22) dem Fstfch. Schwarzburg - Rudolstadt23) dem Fstth. Schwarz-burg-Sondershausen; 24) dem Fstth. ‘Lippe; 25) dem Fstth.Schaumburg-Lippe; 26) dem Fstth. Reuss jüngerer Linie; 27) demFstth. Reuss älterer Linie; 28) dem Fstth. Waldeck; 29) dem Fstth.Lichtenstein; 30) der Landgfsch. Hessen-Homburg; 31 ) der freienStadt Frankfurt a/M.; 32) der freien Hansestadt Hamburg; 83) derfreien Hansestadt Bremen; 34 ) der freien Hansestadt Lübeck. DerFlächeninhalt beträgt 11,461,71 QM., die Bevölkerung an 45 Mill.
Oberfläche. Der Süden Deutschlands, südlich der Donauund des Rheins gehört in das Gebiet der Alpen, und nicht blos dieGebirgszüge, sondern auch die Ebenen, mit ihren absoluten Höhenvon 2000 F. und darüber, weisen auf Alpenland hin. Um diesesAlpengebirge (s. d. A.) herum dehnt sich auf der West- und Nord-seite ein niedrigeres Gebirge aus, welches sich, am Golf von Lyonbeginnend, nördlich, nordöstlich und endlich südöstlich bis an dieDonaumündung hinzieht. Es ist dies das mitteleuropäische Gebirgs-land, welches dem Theile Deutschlands, den es durebstreioht, einenGebirgscharakter, der sich von dem Alpencharakter sehr unter-scheidet, giebt. An der West- und Ostgrenze dieses mittel-europäischen Gebirges tritt völliges Flachland auf, welches von derWestgrenze Hannovers aus nach Osten zu immer breiter wird undmit den endlosen Ebenen Polens und Russlands ZusammenhängeWie im Grossen ein bedeutender Wechsel von Hoch uud Tief statt-findet, so auch im Einzelnen. Die Flachländer haben eben so gutihre Höhen und Thäler, wie die Alpen, wenn auch in kleineremMaassstabe, und die Mittelgebirgslandschaft hat Ebenen, Gebirgeund Thäler in reicher Abwechselung. So bildet Deutschland, einekleine Welt für sich mit allen Arten von Oberflächen-Gestaltungen, jvom keck emporstrebendon Alpenhorn bis zum sanften Hügel des |Nordlandes, von der Hochobeno bis zum meeresgleichon Boden der |Küsten. (
Deutschland hat zweierlei Gebirgsaysteme, nämlich Alpen undMittelgebirge. (Ueber die Alpen s. d. A.) Das Mittelgebirge kannman durch den Rhein als in 2 Theile getronnt denken, obgleich derRhein durch dieses Gebirge nur ein Quorthal bildet und zu beidenSeiten des Flusses ein gleicher geognostischer Charakter auftritt.Der im W. des Rheins liegende Theil bildet das gallo-fränkische |System, derim O. desselbenFl. liegende das herzynisch-karpathischo jSystem. Jenseit des Rheins gehören nur folgende Gebirge zu 'Deutschland: 1) Ausläufer der Vogesen: Haardt mit Kalmit,Donnersberg, nördlich vom Haardt, der Hochwald und Idarwald Ilängs dom r. Moselufor mit dem Walderbsenkopf und dem ldarkopf, 1der Hundsrück in der Rhein- und Mosel-Gabel, der Märkerwald jundSoonwald, westl. von Kreuznach. 2) Ansläufer der Ar denne n: jE if f el, mit Hohe-Acht und Schneiffel, Hohe-Veon.
Von dem herzynisch -karpatbisebon Systeme gehören nur dieherzynischen Bergzüge hierher. Dieselben haben ira Fichtel-gebirge einen merkwürdigen Gebirgsknoton , von welchem aussich die deutschen Gebirge nach allen 4 Weltgegenden hinstrecken.Zum ersten oder südwestlichen Zuge gehören der fränkische undscliwäbischejura, die Frankenhöhe, der Sohwarzwaldund der Odenwald und die isolirtenGebirgsmassen: Kaiserstuhl,Randen, Heiligenberg und Bussen (s. alle diese Artikel);zum zweiten oder nordwestlichen Zuge: der Frankenwald, andessen Ende der Zug sich um die Werraquellen in die Ost- undWesthälfte theilt. Die Osthälfte hat folgende Höhenzüge:Thüringerwald, das ÖBtliche Wesergebirge, bestehendaus folgenden niedrigen Bergzügen: Hainich, Dün, Eichsfold,Bremerhöhe, Hainleite, Ettersberg, Schmücke, Finne, Kiffhäuser lund die Bergzüge zwischen Leine und Weser: Deister, Jakobsberg 'an der Porta Westphalika, die Bückeberge, der Süntel, Osterwaldoder Lauensteiner Berge, Ibt, Weserberge, Sollingerwald. Nördlichvon allen diesen liegt der Harz. Die Westhölfte enthält: dieRhön und die damit in Verbindung stehenden W er rag e bi r ge,z. B.: Kauffungerwald, Sührwald, Sollingerwald, Hundsrück; denSpessart, das Vogelsgebirge, den Taunus, Westerwaldmit dem Sauerland, dem Rodhaargebirge, dem Ebbegebirge, demArnsbergeiwald. dem Haarstrang, dem isolirten Siebengobirge, dem :Reinhardswald,Habichtswald,KnüllgebirgeundBurgwald; Fjgge- [gebirge und Osning oder Teutoburger Wald mit demWichengebirgo oder den Mindenschen Bergen, welche die West- |eeite der Porta Westphalika bilden. Der dritte oder nordöstlicheZug enthält: das Egergebirge, das Erzgebirge mit demMittelgebirge und dem Sandstoiugebirge der sächsischen Schweiz, 'die S u d e t e n, ^in der weitesten Bedeutung, nämlich: das Lausitzer ,Gebirge oder Wohlische Kamm, der Iserkamm, Riesengebirge mitForstkamin und Rabongebirge, Hochwald mit UeberBchaar- und !Katzbaehgebirge, Eulengebirge mit Zobtengebirge, Heuscheuer-gebirge, Erlitzgebirge mit Habelschwerter Kamm, Glatzer Schnee-gebirgo mit dem Reichensteiner Gebirge und das Altvatergebirge,dessen Südostende mit den Karpathen zusammenhängt. Der vierteoder südöstliche Zug endlich beginnt mit dem Böhmerwa 1 d, zuwelchem der Groinerwald, Mannhardsborg, das Waldgebirge, der j
Gfällor-und Ernstbrunnerwald, der Bayersche- uud P** 8SP _j aC h'und der Brdy- oder Basclilinywald gehören, und dem B ^ V B( jemährischen Scheidegebirge, das in seinemNordosteden Sudeten (Glatzer Gebirge) Zusammenhänge ^10
Ebenen. Von der oben bezeichnten grossen nordeurop ^Tiefebene gehören zu Deutschland nur 6000 QM., währ©““matische Ebene, die östliche Fortsetzung der germanisch 0an 100,000 QM. misst. Die Länge der germanischen Eb© n120—130 Ml., die Breite 25—70 Ml., und es gehören zuliehe HaupttheilPreussens, Hannover, Oldenburg, Brett©“' , 0 j D i^Hamburg, Lübeck, Mecklenburg, Braunschweig und A 11ia ^ ei®dieser Länder nur zum Theil). Um den Unterrhein breit©“ qM- ‘ ftanderes Tiefland von etwa 900 QM. Areal aus, und nUI L tjcli]» 11 '*das oberrheinische Tiefland gross. AuBser diesen hat st
nur noch an der untern March eine Tiefebene, das 60 —-70Q» - ö e t**Marchfeld. Die GeBammtgrösse dieser Tiefländer7300 QM. und die absolute Höhe nirgends über 700 F. Wo ^finden sich im südlichen Bayern und Würtemberg
11«» 1, j«* riAnn,, -fdfi n\r _innnl? Uxl,a' in” 111
Hauptströme sind: Donau, Rhein, Ems, Weser.
u. Weichsel. Von den Küstenflüssen führen wir an: di©
übersteigt, anlangt. ,
Nur Nord- und Süddeutschland ist reich an ® ee ?.l l u d * s .Pdeutschland entbehrt deren fast ganz. In Süddeutsch»* ppd’*
Bodensee, in Tirol der Achensee; in Salzburg der A tW j*
undWolfgangsee,imErzhorzogthumOesterreich: derMo^ ^
Erzhorzogthum Oesterreich: — . (l0r *
Traun- u. Hallstädtersee; in Steiermark: Grundelseei i ^* 1 -,westecke; inKärnthen: Millstädter-, Ossiacher-, Wörth"» gpß*see; in Krain: Wocheiner- und Zirknitzcrsee; in B®? 01 ’Ammer-, Walchen-, Kochel-, Würm-, Tegern-, Sn“Waging- und Königssee; in Würtemberg: Feder©® 0 'deutschland haben Seen Lippe-Schaumburg: das ® t0in nyiD^ e fur-Oldenburg: das Zwischenahner Meer; Hannover:
Holstein und Lauenburg: den Westen-, Selenter-, ™
Gruber-, Kloster-, Ratzeburgor- und Schaalsee,
4 QM.; das Fürstenthum Lübeck: den Eutinorsee; "don Müritz-, Kölpin-, Fiesen-, Plauer-, Malchow-Tollense-, Schwerinorsee; Pommern: den Maldue-» 8g et); .j-zien-, Plöner-, Dratziger-, Pileborg- und Lübbeseo ; * ^
Zarnowitzer-, Radaunen-, Geserich-, Drewenz-, Spi* ai “ jjr
-waorseo, A
tiu-, Mauersee; Posen: den Goplosee: den Slawacr© 0 'bürg: den Schwieloch- und Scharmützsee; Sachsen: “die Rheinprovinz: den merkwürdigen Laachersee. %
schon Seen sind Gebirgsseen mit 750—5000 F. a ^ 80 ^^ fl8 ser»sehr grosser Tiefe, klarem, eigenthümlich grünem VL aI1 d8 c ^f :f 'oft 800 F. habenden senkrechten Ufern u. herrlichendie norddeutschen sind dagegen seicht, flach, oft © c W"minder hellem Wasser, meist wenig angenehmer Sc©“© n ( jscliaft uud nie über 600 F. hoher Lage. Die deutschensowohl in Bezug auf die Höhe der Lage als auf Aus“sehr untergeordneten Rang ein, da selbst der grö© ,/■
Ladoga in Russland, erst die dreizehnte Stolle einmtt 0 *i:^Biücheu. Moore. Die grosse norddeutsche *'.p or tsflt*
2 Höhenzügen durchschnitten, welche die westlich© 11 W*der beiden Russland durchziehenden Bodenerhebung© ’ ß j n d- * ^baltischen und desuralisch-lcarpathischen Landrttckegleichlaufend gehen zwei markirto Sumpfreihen, ^nach Deutschland fortsetzen. Zu dem nördlichen "i« «0^1^Niederung des untern Havellandes, der Oder-, ^ ar j diebruch, zu dem südlichen das Bourtanger Moor u J 0 rSümpfe Oldenburgs und Hannovers, der Drömling’ Qjf* “der Obrabruch und weiter Östlich in Russland derSumpf Przipiec. In Preussen: Peenebnicli, .i^ch »* Il lt ^Rhinbruch, Spreewald, Oderbruch, Drömling, Fin^'?lenburg: Lowitzbruch; in Holstein: Alstorbruch; 1 , ( Vp» 1
Oldenburg: Bourtanger Moor , Hochmoor, a * rre jcb : . djA® 1 *Duivels-, Xehdingermoor und Huimling; in Oeste
i: Dachauer-, Erding -■■ * hfl n
bacher Torfmoor; in Bayern: uaenauer-, .rmuut» ’ „i«che w 'jirufUlmer Ried, Donauried, Breitfeldmoos. Di© D®y e * i l0 n ,8^'tragen einen ganz andern Charakter, als die norddentdenn sie zeigen sich unwiderleglich als Ueborrcst© ©n - ^
und sind der Kultur weit leichter gewinnbar.
Kultur wen leicnier gewmnuu. 1 . L»8 6 oAtv
Klima. Die Bodenerhebung, die geographis*©>i© ^ dergrössore oder geringere Entfernung vom Meor sind ©
’^limas wiohtiffG Faktoren. B jj/
mung des deutschen Klimas wichtige Faktoren. _ AC h ,
»•-*. ®-_ __e «,/, dass 1%^*
lieh von N. nachS., so hat man zu erwarten, dassgelegten MeilenjBe Temperatur um 1° IL höher ^ iv0ft u^©^ e i
aber auf dieser Reise sich immer mehr uuo» - , grerhebt, so absorbirt diese Erhebung mehr oder mi
Alpen u. der Donau, 700QM. mit870—1900F.Höhe; in.^ 1die schwäb. Hochebene, 750—800 F., die fränkisch© lin ^Bayern, 890F., die Hochebene derOberpfalz in Bayern, Hböhmische Kessel 400—1200 F., der Glatzer Kessel 950 j;ö^'
Das Meer bespült Deutschland unter don Namen Ost*© 'see und adriatischeg Meer an drei Stellen. 0^
Swentine, mündet in den Kieler Busen, Trave in den d' 1
Stepenitz in den DassowerBinnensee, Warnow in denB rG1 ^pd'jSteckenitz in don Saaler oder Ribnitzer Bodden, die BßK 4 ’ Qflb 0 *nördl. von Treptow, Persante, mündet unterhalb Kolb©*?» gtolrund Wipper haben gomeinschaftl. Mdg. unfern Rüg©“^® 11bei Stolpemünde, Lupow in,den Gartlensoe, Leba 1,1 ^ CI j- r igcld p 'Rehda ins Putziger Wiek, Passarge, unterhalb Uraunsbertf»bei Brandenburg ins Frische Haff, die Progel, unterhalbdie Memel (koinKüstenflusB, aber nur eine kurze Streck©fliessend), die Min ge und die Dange ins kurische Haff; AHalbinsel Istrien in den QuarnerobuBen, Quieto ebd.* “ v»»ü:adriatische Meer bei Cittanuova, Isonzo in den Meerbus© p 0U t#faloone, undEtsch, geht nach dem Österreich. ItalienÜb©r^^ g eri*
land gehört zu den ausserordentlich günstig und vielLändern, sowohl was die Schiffbarkeit und die Vefbi“ 40 .^lichkeit unter ihnen, als was die Zahl der Gewässer* "*
ne:
De
12C
»cl
Te.
UQ,
H
Kli
58(
nie
in
sic
tilg
30
*0]
(10
Mb
Hu
90
fat
It*
»n
»5.
»m
k
Uri
Di
w
Hi
de
ait
M
Di
»n
»e
M
ri
du
bo
bä
Dl
U
de
Gs
*it
ar;
«I
di,
Hi
(4
U,
Mi
Hi
?!
i e