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Zweiter Band. L- Z.
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Tiichen

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Türkei

herzoglichen Gruft, altes Rathhaus mit kunstreicher Uhr, Univer-sitätsgebäude, Sternwarte, chemisches Laboratorium, öffentlicheBibliothek (80,000 Bände stark), Museum; Wollweberei, Färberei,ehern. Bleiehansfcalt, Kupferhammer, Pulvormühle, Sägen, Walken,Lohmühlen, Obst-, Wein- und Ackerbau; Badeanstalt; Geburtsortdes Dichters J. Ludwig Uhland. 48° 31' 12" n. Br., 6 l> 42' 51" ö.L - v -? ar - [300 E.

Tuchen, Df. in Preussen, Rgbz. Potsdam, Kr. Osthavelland,

Tüchersfeld, Df. in Bayern, Oberfranken, Bez.-A. Pegnitz,bei PottenBtein, 445 E. [furt, 262 E.

Tückeihausen, Df. in Bayern, Unterfrankon, Boz.-A. Ochsen-

Tiidderen,Df. inPreusseu,Rgbz. Aachen, Kr. Heinsberg, 690E.

TtifTer, Eick, in Oesterreich, Steiermark, (Kr. Cilli), 660 E.Schloss.

Tüfingen, Df. in Baden, Seekr., Bez. Ueberlingen, 285 E.

Tügllsk, Ort in Russland, Kamtschatka, nahe der Westküste.

Tueikh, Gebirge in Arabien, Hedsohas, zieht von N. nach S.

Tuejar, Fick, in Spanien, Valencia, Prov. Valencia, W. bei Se-gorbia. 1857 E.

Tiile, Grad. in Preussen. Rgbz. Minden, Kr. Büren, 800 E.

Tiillingen. (Ober- u. Wieder-), Pfrdf. in Baden, Oberrheinkr.,A. Lörrach, 407 E. Weinbau.

Tülliughof, Bauersch. in Preussen, Rgbz. Münster, Kr. Lü-dinghausen, 200 E. [bei Hameln, 688 E.

Tündern, Df. in Hannover, Lddr. Hannover, Calenberg, A. u.

Tüngeda, Df. in S.-Koburg-Gotha, A. Wangonheim, 600 E.

Tiiugeu, Df. in Preussen, Rgbz. Königsberg, Kr. Braunsberg,270 E. [Lederfabrik.

Tünsdorf, Df. in Preussen, Rgbz. Trier, Kr. Saarburg, 800 E.

Tünsk, Ort in Russland, Guv. Simbirsk.

Tuntingen, Df. in Luxemburg, Kant. Mersch, 870 E.

Tünzhausen, Df. inBayern, Oberbayern, Bez.-A. Freising,268 K

Tür, Df. in Oesterreioh, Siebenbürgen, Kr. Klauaeuburg, Bez.Tliorda, 882 E.

Türchau, Df. in Sachsen, Krd. Bautzen, GA. u. bei Reichenau,870 E.

Türgye, X) 2 Fick, in Ungarn, Com. Zala. 2) Fluss ebd.

Türkei umfasst die den Osmauen unterworfenen Länder inEuropa , Asien und Afrika. Diese Läuder sind theils unmittelbareTbeile des Reiches, theilB mittelbar oder nur tributpflichtig undstoben in diesem Falle unter eigeneti Fürsten. Die unmittelbarenLänder der europ. Türkei sind die alten Provinzen Thraoien, Bul-garien, Bosuion mit TUrkisch-Kroatien und der Herzegowina, Al-banien, Macedonienu. Thessalien, Kandia, sowie die Übrigen Inselnvon Samothraki bis Rhodus ; die mittelbaren Länder oder Schutz-staaten: die Don&ufürstenthUiner Moldau , Wallachei und Serbien.In Asien sind der osmauischen Herrschaft unterworfen Anatolien(Kleinasien), Syrien, Türkisch-Armenion, Mesopotamien, Kurdi-stan .Irak Arabi und gewisse Gebiete in Arabien theils unmittelbar,theils mittelbar, die Besitzungen iu Afrika, Aegypten , Tunis, Tri-polis sind dagegen nur tributpflichtig. Die administrative Kin-theilung des ganzen osmauischen Reiches ist in 3G Ejalets, welchein L71 Livas und 16S6 Kazas zerfallen. Die europäische Türkeihat einen Flächeninhalt von 9776 QM. mit 15,680,000 E., dieasiatische Türkei 81,482 QM. mit 16,060,000 E. und die afrika-nische Türkei 44,968 QM. mit 5,050,000 E., zusammen also86,216 QM. mit 36,780,000 E. Die Angaben der Bevölkerungszahlund des Flächeninhalts beruhen nur auf Schätzungen und ziemlichlässigen Berechnungen, können übrigens keine vollständige Ge-nauigkeit beanspruchen. Die mittelbaren und tributpflichtigenStaaten sind nach ihren bezügl. Artikeln einzeln behandelt und wirbeschränken uns hier nur auf dio europ. Türkei. Die europ. Türkeiliegt zwischou 39° 10' und 48° 18' n.Br. und 13° 32' und 27° 47' 30"ö. L. v. Par. (ohne die Inseln zu berücksichtigen) und grenzt imN. und NW. an den österr. Kaiserstaat, im W. auf eiuer Ktisten-lätige von 70 M. an das adriatische und jonische Meer, im S. anGriechenland und auf einerKüsteulänge von 188M. an das ägäischeund das Marmara Meer, im O. auf einer Küsteulänge von 123 M. andas schwarze Meer, und an Russland (Bessarabien). Die Ejaletsoder Provinzen der europ. Türkei sind:

1 Edirnö (Adrianopel) das alte Thracien, nebstdem besondetn Verwaltungsgebiete von ;Konstantinopol.mit!

2 Silistria

3 Widdin

4 Nisch (Nissa) ,

5 Selanik (Salonich) theilwoise Macodonionund einen Theil von Thessalien umfassond. ,

6 Janina (Alt-Kpirus, gewöhnlich Süd-Alba-

nien genannt, mit Theilen von Thessalienund Macedonien). t

7 Uuraili ) Mittel- und Nord-Albanien )

8 Uskiup S mit Theilen von Macedonien ( * ■

9 Bosnia (Bosnien, Türkisch-Kroatien und

gebildet aus dom früherenBulgarien..

Herzegowina.

10 Krid (Kandia oder Kreta).

11 Dschesair (die Insel von Samothraki bis

Rhodus) . . .

12 Bogdan (Moldau)

13 Efiak (Wallachei)

14 Belgrad )

15 Syrp (Serbien) (

Zusammen

QM.

E.

460

1,450,000

960,000

670 1

207 }

3,454,000

1062 1

576 )

1,886,000

770 J

891

2,108,000

1268

1,860,000

153 1

632,000

661 )

941

1,200,000

1330

1,800,000

998

1,100,000

9776

16,440,000

Unter den Volksstämmen der europ. Türkei sind am zahlreich-sten di® Slaven und unter diesen wieder die Bulgaren, welche Bul-garien, eiueu grossen Theil von Rumolien und Macedonien, strich-

weise auch Thessalien, Albanien und den HÜdlieheu^Th^^

«lad.

Serbien bewohnen. Die Serben bewohnen vorzugsweise

lohe®

stenthum Serbien, die Bosniaken Bosnien, die Wallu-obender Wallachei, in der Moldau, Bulgarien, Thessalien. AEpiru8, Macedonien u. s. w. Die Albanesen, von d°» iArnauten genannt, wohnen in Süd-, Mittel- und Nord-A ^Die Oamanen, etwa 1,100,000 Köpfe , die Griechen, ZUBaB ? rJ11 eDi‘ rgleiche Anzahl, wohnen zerstreut, die Ginge wanderton Ari-des Handels wegen vorzugsweise in den Städten.gionen in der Türkei sind die muhamedanische u. dio ü rl ® perf-Die Türkei ist ein Hochland voller Abwechslung v jt B*

Blbene und Thal, welches ein für sich bestehendes Gebirg^^pj-

bildet, jedoch mit den Julischon Alpen Zusammenhängezügllchsten Gebirgsketten dos Landes sind: der Balkft®( (to®eine von W. nach S. sich beziehende und allmählich an-h- g, ^5128 auf 2000 F.) abnehmende Gebirgskette, wolohe nftC ^ i»nach N. terrassenförmig abfällt, und sich an ihrem O®mehrere Ketten spaltet; der Scbar-Dagh (Scardas) mit d 01 ;

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Spitze Krivosja, 8000 F. hoch; der Kara-Daghder Eg,y chpJ1 d«J Jöi le

das Dupintscha-Gebirge und andere Theile, welche

Balkan und Dschar-Dagh liegen; das Rhodope-Gebirgö^j^j®Richtung des Balkan streichend u. durch LängenthülerBergzüge getheilt, über 7000 F. hoch, die griechischenwelche von Dschar-Dagh auslaufen u. die Wasserscheidedem ftgäiechen Meer einerseits, und dem adriatischen und J ppMeer andrerseits bilden. Theile dieses Gebirges sind «

Dagh, die Gramoskette u. der 6400 F. k. Berg Pindus, bst® , pebdläufer des Pindus sind das Volutza-Gebirge mit dem 6U \. TOlym p und die Agrapha-Xette, über 4000 F. hoch, ah d T ^0von Thessalien und Griechenland; die dinarischen Alp«®’' jwP

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sich aus Oesterreich in südöstlicher Richtung bis zum W

hinziehen und mit ihren Verzweigungen Türkisch-Kroat* ^ jic*nien und dio Herzegowina ausfüllen. Die höchsten Sp 1der Kom . über 8000 F., der Dormitor, 7600 F., derhoch. In Serbien und Mösien ist die Baditscha ^ ora ^Planina, der Etropol-Balkan (4129 F. hoch), die Kurbe*nina (gegeu 6000 F.) u. a. ra. Die Insel Kandia durchsGebirge von O. nach W, mit der höchsten Spitze Phil®*’ 1Alten) 7200 F. hoch. — Der Hauptfluss der europ- TürDonau, welche die Grenze gegen die Wallachei und ^

bildet und iu das Schwarze Meer mündet. Ihre Neben ^ ödie Save mit der Unna, Verba, Bosna und Drina, dio M 10Timok, Isker, Taban und die Janta. In das ägäische . «jjtfi^rdie Maritza, der Karasu, dor Strymon , der Vardar, diedie Salambria (Kösten); in das jonische Meer: der ^potamos, Arta und Aspropotamos; in das adriatisc] 10Vojutza, derBeratino, derDrino, Schkumbi, die Böja® 0 c ^;p

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ronta. — Die bedeutendsten Seen sind: die SeenSkutari, Janina, Kastoria, der Karlas in Thessalien > de . flJ) u

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und Takinos-See in Macedonien, der Mostarskoder Rassein-See in der bulgarischen Dobrudscha.

Das Klima ist jm Allgemeinen milde und gesum*> -^ tu ^ ((des Centralgebirges fast wie in Deutschland, namenWallachei und der Moldau, wärmer ist das Land tj® ^

Donau; das Land am Archipel und Marmarameer geni® $00$

Milde und der südlichsto Theil hat völlig italische Du* • ^pef* ^tinopel hat mit Venedig eine gleiche mittlere J*d*J 0 giio^yDie Fruchtbarkeit ist bei günstiger Bewässerung un ® *

Klima ausserordentlich. Südlich vom Balkan sinkt 1 .. 6 o0,i

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inetor nur selten bis 6° R. und eigentliche Winter,

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Wechsel von Jahreszeiten haben nur die Gebiete "Uiif

lin April uud Mai fallen häufige Regen, und im> 0 j)je **'

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Luft in Folge der ocean. Lage durch Winde gekühlt* . B( $ p

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steu Naturerzeugnisse sind : Getreide . Ro| 0 ^

früchte, Wein, Obst, vielerlei Südfrüchte, Olive®. ^Tabak, Mohn, Korinthen, Indigo, Mastix, Rosen, Sü»J>(’oloquinten , Safran, Krapp, Hanf, Flachs, viel r^ c V'

(Jedem, Maulbeerbäume, Knoppern u. s. w. Das| B 0 ”

fert Gold und Silber, Eisen, Kupfer, Blei, Quecksilb® ^

Salz, Salpeter, Alaun, Marmor, Schwefel, Steinkohle*Thierreiche gibt es vorzugsweise vortroffliche oühafe,Büffel, Kameele, Esel und Maulesel, sehr viele hC ^r(®°Schweine; fernerBären, Wölfe, Schakals, verschiede* p

pret, viel Geflügel, Seidenwürmor, Bienen, Zugh 0U9Cegel. viele Fisoho, Austern, Schildkröten, Koralle® u '^ e0LaudwiTthschaft ist noch wenig entwickelt; V'^tfeb» 11 *’gattungen wird besonders Weizen. Mais und Hirse g ^ ^

treideausfuhr sämmtlicher türkischer Häfen schätzt

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von mehr als 200 MiJl. Piaster. Dertrieben. Der Oelbaum wächst besonders anpols und des adriat. Meers und Oel bildet einendos Landes. Der Weinbau liefert ausgezeichnete ^ b®* , v ^

viele Rosinen. Tabak wird in grossen Mengen jf e ,. '

Die Viehzuoht, besonders für ü6 ’ii- ®-

in Thessalien.

Schafe ist bedeutend; sehr wiohtig ist auch uioraupenzucht, die letztere besonders im südlichen L-.^er 01 ,

Die Jagd ist ziemlich einträglich, dageg 0 » die-r ,/

Bergbau vernachlässigt.

Die g e w e r b 1. T li ä t i g k e i t ist nicht ^ e( ^ out 'J ff0 ne, <f#vtigsten Zweige derselben ist die Industrie in Baurn w0 ll el1 -V;Jsondors viele Strümpfe, Baumwollenzeuge u. bao TeP^/.S® 1 ^liefert. In Wolle werdon hauptsächl. die werthvolkische Mützen, und verschiedene Tuchsorton ^ 0 pe) ■

Spinnerei u. Weberei wird besonders in Konstant «i 0 ** Ibetrieben, die Färberei, Fabrikation des Sohlleder y 1

Sattlerarbeiten sind von grossem Belange. KnP* e J^euf 0 *

besonders inSohumna. 8kutari,Samakoo u.Karatava

fen, besonders Säbel und Dolohe , in vorzüglich j po®vorzüglich inDolma-Batschke, Selimnia, Skutarieine Kauonengiesserei bosteht zu Tophaue u. bt

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