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Die Branntweinnoth, ihre Ursachen, ihre Folgen und ihre Bekämpfung : vom bernischen Verein gegen die Branntweinnoth gekrönte Preisschrift / [Heinrich Rettig]
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Ursache an der Branntweinnoth, der sich zu den eifrigen feinde,:derselben rechnet. Da werden Gemeinderäthe, Aerzte, Pfarrer, Leh-rer und andere gemeinnützige Männer oft durch ihre Geschäfte undBerathungen, aber durch edle, geistig angeregte Geselligkeit im Wirths-haus zusammengeführt. Wie schnell vergeht die Zeit unter freund-lichem Gespräch über wichtige und unwichtige Dinge! Längst istdie Polizeistunde vorüber, aber der Wirth hat selbst Freude an soanständigen und werthen Gästen, und mahnt nicht zum Aufbruch. Aber glaubt es nur, Ihr seid beobachtet. So lang das Lichtn,der Wirthschaft brennt, haben sie drüben in jener Winkelwirthschaftauch das Recht beisammen zu sein. Soll man etwa den Armenweniger erlauben, als den Reichen, die es ohnedem tausendmalbesser haben? Und für jedes Glas Wein, das hier nach der Poli-zeistunde getrunken wird, stießen dort Ströme von Schnaps; undfür jedes freundliche Wort, das hier nach der Polizeistunde geredetwird, Hort man dort Flüche und unsaubere Reden! Es tönt schlecht,wenn wir über schlechte Wirthschaftspolizei klagen, und sie nicht anuns selber handhaben.

9. Lou den Winkclwirthschaften sollten wir noch reden, diewir eben genannt haben. Für jeden Gemeindcrath, der seine Schul-digkeit thun will, sind sie ein Grund fortwährender Plagen undKlagen und in Bezug auf die Branntweinnoth unseres Volkes habensie Ungeheueres zu verantworten. Mehr brauchen wir über dieselbennicht zu sagen.

Wir können hiermit den Abschnitt von den Ursachen der Brannt-weinnoth schließen, nur wollen wir noch erklären, warum wir nichtauch die Käsereien, das Ohmgeld und noch Achnliches mitansgezählthaben. wird ja den Käsereien vorgeworfen, daß sie es seien,welche die Milch vertheuerten und durch Entziehung des gesündeste»Nahrungsmittels unser Volk in die Schnapserei hineintriebe», ösist wahr, daß kein Mitglied einer Käsereigesellschaft Milch vornHaus weg verkaufen und nur dasjenige Quantum derselben zurück-behalten darf, welches er in seiner eigenen Familie verbraucht. Dawollen wir es nicht entschuldigen, wenn dieses Quantum zu knappzugemessen wird, indem ein Raxer von Vater denkt: Schnapsersetzt die Milch! und giebt mehr Milch in die Käserei, als er vor