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Die Branntweinnoth, ihre Ursachen, ihre Folgen und ihre Bekämpfung : vom bernischen Verein gegen die Branntweinnoth gekrönte Preisschrift / [Heinrich Rettig]
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Wir schließen hiermit und nehmen Abschied vom Leser, der umso weit gefolgt ist. Doch noch Eins! Ich merke, du bist nicht rechtzufrieden, daß der Frontangriff gegen die Branntweinnoth nichtstärkerer ausgefallen ist, und daß dagegen von andern Dingen vielmehr erwartet wird, von Kindcrzucht, Arbeit, sogar von Lustbarkeitund Biertrinken! Aber man hat früher gegen die Ueberschwem-mungen meistens nur mit Dammarbeiten im Tiefland gekämpsteben da wo die Ueberschwemmungen eintreten, und hat erfahre»,daß man mit großen Mühen und Kosten doch keilte Sicherheit ge-winnt. Darum verbaut man jetzt alle Bergbäche nahe bei dmQuellen, daß sie ihre Geschiebe nicht mehr in'S Land hineintrage»können, und man giebt den Flüssen einen kurzen und geregelte»Lauf, daß ihre Wasser dem Land zum Segen Herabkommen. §«mußten wir in der Arbeit gegen die Schnapsüberschwemmung ebenauch auf die Quellen zurückgehen und müssen alle Anlagen und dasganze Wesen des Menschen in die Mitarbeit zu unserer Aufgabehineinziehen. Das haben wir mit unsern Borschlägcn zur Bekäm-pfung der Branntweinnoth wollen andeuten.

Und noch Eins merke ich Dir an. Du denkst, der gaigeAussatz enthalte nichts Neues, sei also unnöthig, oder verfehlt. Almsieh, da will ich Dir sagen, wie ich es habe mit unserm Hm»Pfarrer. Es würde mich geradhcraus verdrießen, ich würde garsehr mißtrauisch, wenn er uns einmal etwas ganz Neues, noch nieGehörtes predigen wollte. Vielmehr bin ich am besten mit ihmzufrieden, wenn er oft ganz wunderbar gerade meine Gedanken uudEmpfindungen trifft und so ganz aus meinem Herzen herausredet,als hätte er mich gemeint. Habe ich Dir nun nichts Neues gesagt,so sind wir eben von vornherein mit einander einverstanden, hoffeich, wenigstens über die vorgebrachten Hauptpunkte und die darausgezogenen Schlüsse, und es soll mich freuen, wenn Du findest, ichhabe ungefähr gesagt, was auch Du dachtest. Die Wahrheit, dieuns Gott in's Herz legt, ist ja immer und ewig dieselbe; wir abersollen die Wahrheit erkennen und durch die Wahrheit frei werde»,frei von Sünde und Verderben, frei zu wahrer Sittlichkeit undReligiosität.