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Wir haben uns bei der Juli-Revolution, wo die Gründungeiner neuen Regierung der hauptsächliche Ausgangspunkt war,wenig mit der königlichen Familie beschäftigt. Daher greifen wirauf jene Zeiten zurück. Mit einem gewissen Gleichmuth, der seinerAltersschwäche zuzuschreiben ist, welche ihn die Bedeutung der Er-eignisse in Paris verkennen ließ, hatte sich Karl L. während derJulitage in St. Cloud aufgehalten. — Zwei Pläne hegten aberdie, welche auch nach dem Sturze des Königs auf einen günstigenAusgang für die Bourbonen-Familie hofften. Nach dem einen solltedie Herzogin von Berry mit ihrem Sohne in Paris erscheinen unddurch ein vertrauenvolles Auftreten die Bürger für denselben ge-winnen. Nach dem andern sollte man sich den Westen Frankreichsgeneigt machen und mit Hülfe des Anhangs in diesen Departementsdie Hauptstadt bezwingen. Man drang um so mehr darauf,als der Dauphin noch an der Spitze von 12,000 Mann stand.Dieß scheiterte an dem Willen Karls, der sich zunächst für einenlangsamen ruhigen Rückzug entschloß. Von St. Cloud wurde dieReise nach Trianon und Schloß Rambouillet vorgenommen. DerAufenthalt am letzter» Orte veranlaßte Karl und den Dauphin zurEntsagung auf den Thron im Interesse des Herzogs von Bordeaux.Dieser Aufenthalt wurde vor einem Zuge Freiwilliger aus Paris,die sich gegen den alten König in Bewegung setzten, verlassen.In Maintenon ermähnte dieser die Truppen zur Unterwerfung anden Generalstatthalter. Kommissäre Ludwig Philipp's und Trup-penbewegungen beschleunigten die Flucht des Köuigs, der aberimmer von Truppen eskortirt ward. Im Hafen von Cherbourgschiffte er sich nach England ein, um hier ein Asyl zu suchen.Kalt, ja mit Verachtung wurde er empfangen und ihm das ver-lassene Schloß Holyrood in Schottland zum Aufenthaltsorte ange-wiesen. Das bedeutendste Glied der königlichen Familie war der12jährige Herzog von Bordeaur (Sohn des Herzogs von Berry),der sich jetzt als Graf von Chambord in Deutschland und Italienherumtreibt. Seine Interessen vertrat besonders seine Mutter, dieHerzogin von Berry, welche brannte, denselben auf den Thron Frank-